Sardiniens Ostküste und die teuerste letzte Stunde des ganzen Urlaubs


Wir verlassen den Süden der Insel und fahren vom Capo Carbonara über die SP18 nach Norden. Die Straße schlängelt sich in vielen Kurven und Serpentinen am Berg entlang. Es gibt wieder eine tolle Aussicht auf das Meer von oben. Vorbei an der Costa Rei mit schönen langen Sandstränden. Auch hier gibt es einige Surfspots, aber heute leider keinen Wind. Die Infrastruktur wird etwas touristischer. Wir sind auf die SP 97 abgebogen und fahren weiter nach Norden Richtung Capo Ferrato. 

Ohne Vorwarnung hört plötzlich der Asphalt auf und eine Schotterpiste beginnt. Auch diese Piste windet sich in Serpentinen um die Berge. Schon in der zweiten engen Kurve geht es sehr steil bergab. Die Piste ist durchzogen von tiefen Querrinnen. An dieser Stelle entscheiden sich Helge und Annika mit ihrem Wohnmobil umzudrehen und eine Alternativroute zu nehmen. Ihr Auto hätte diese Abfahrt wahrscheinlich nicht ohne Schäden überstanden. Dank unseres Allradantriebs und der Bodenfreiheit war das für uns jedoch kein Problem. Nach 4 km im ersten oder zweiten Gang haben wir wieder Asphalt unter den Rädern. Wir wollen uns den nächsten Strand ansehen, doch dort wartet schon das nächste Hindernis. Die Zufahrt ist zu eng und an beiden Seiten stehen Kakteen. Auch die nächste Zufahrt ist uns durch einen zu niedrig hängenden, dicken Ast versperrt. Ich kann Josi gerade noch überreden den Ast nicht abzusägen. Wir drehen um und fahren weiter. In Porto Corallo treffen wir Annika und Helge wieder. Die beiden haben einen schönen Stellplatz, den Bellavista Camper Service, gefunden. 

Der Platz ist günstig, sehr neu und verfügt sogar über eine Waschmaschine. Die Betreiber sind noch ziemlich jung und äußerst nett. Da niemand deutsch oder englisch versteht, findet die Kommunikation am Computer über Google Translate statt. So verbringen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub eine Nacht auf einem kostenpflichtigen Platz und können gleich noch unsere Wäsche waschen. Am Nachmittag erreicht der Wind sogar zu foilen und ich bin ganz allein auf dem Wasser. 


Unsere nächste Etappe ist circa 200 km lang und soll uns über die SS125 durch Baunai, zum Capo Comino und zum Strand von La Caletta führen. Wir brauchen für diese Strecke jedoch einen kompletten Tag. Die Strecke führt uns nämlich wieder quer durch die Berge und durch unzählige Serpentinen. Die Aussicht entschädigt jedoch sämtliche Strapazen.


In La Caletta übernachten wir zwischen Bäumen am Strand. Man könnte meinen wir sind in Afrika.


Am nächsten Tag zieht Wind auf und man könnte hier eigentlich kiten gehen. Die benachbarten Parkplätze sind überraschend voll mit Wohnmobilen und Kitern, aber wir wollen noch weiter fahren und einen anderen Spot anschauen: San Teodoro/La Cinta. Die Zufahrt zum Parkplatz ist wieder Maßarbeit. Wir sind von der Anzahl der Kiter hier etwas überrascht. Es ist viel voller als an den anderen Spots, an denen wir bisher waren. Es ist so windig, dass wir zwei Tage hinter einander mit kleinen Kites auf’s Wasser können. Zur Belohnung gibt es danach jeweils eine Kugel leckeres italienisches Eis. Wir lernen hier Ilka und Adrian mit ihrem VW-Bus kennen, die wir bereits mehrmals an der Ostsee gesehen haben. Sie schließen sich uns für die nächsten Tage an. 


Auf der Suche nach dem nächsten Übernachtungsplatz müssen wir zweimal aufgrund zu niedriger Brücken umdrehen. Schließlich finden wir einen einsamen Parkplatz an einer schönen Bucht bei Marinella. Der Platz ist windgeschützt und wir sind die einzigen hier. Zitat Helge: Zumindest wird es eine ruhige Nacht heute. Doch er hatte die Rechnung ohne die italienischen Strandaufräumer gemacht. Um 4:36 Uhr werden wir von Baggerlärm und gelben Rundumleuchten aus dem Schlaf gerissen. Drei treckerähnliche Baugeräte, die beim Rückwärtsfahren auch noch Warntöne ausspucken, fangen an, den Strand zu reinigen und platt zu fahren. Wir sind erstmal hellwach, bis wir verstehen, was da mitten in der Nacht überhaupt vor sich geht. Die Trecker fahren im Minutentakt an unserem Nachtplatz vorbei. Erst mit Ohrstöpseln ist wieder an Schlaf zu denken. Nur Unsere VW-Bus Besatzung schläft so tief, dass sie von alledem nichts mit bekommt. 


Wir fahren direkt nach Porto Pollo und frühstücken auch erst dort. Auf der linken Seite darf man kiten, die rechte Bucht bleibt den Windsurfern vorbehalten. 


Da morgen erst Wind kommen soll, haben wir aber noch etwas Zeit, um uns noch einen Strand im Norden anzusehen. Wir fahren also eine Stunde weiter und bleiben die Nacht am Strand von Rena Majore. Hier stehen viele Wellenreiter und Windsurfer. Tatsächlich entwickelt sich hier ganz ohne Wind eine schöne, saubere Welle. 


Zurück in Porto Pollo steht uns nun der letzte Abend auf Sardinien bevor. Leider ist es kühl und stürmisch geworden. Es sieht aus als ob jede Minute ein Unwetter losgeht. Trotzdem grillen wir ein letztes Mal und freuen uns auf die für morgen angesagten 30 Knoten Westwind. Die kommen dann auch tatsächlich. Und zwar sehr kabbelig und so böig wie wir es selten erlebt haben. Einige von uns fanden das richtig sch… Für mich war es der beste Kitetag in diesem Urlaub. 


Zusammen mit Ilka und Adrian machen wir uns am Nachmittag nach Olbia auf, um dort noch eine Pizza zu essen und anschließend unsere Fähre zu erreichen. Die beiden verlassen heute auch die Insel, allerdings mit einem anderen Schiff. Die Pizza war wieder mal lecker, das Eis danach auch 😊. 

Auf dem Weg zum Hafen verfahren wir uns zweimal. Da die Schilder von Büschen überwuchert sind, finden wir erst beim dritten Anlauf die richtige Ausfahrt aus dem letzten Kreisel. Dann weist uns auch schon der erste Einweiser in die richtige Schlange, wo ein Securitymensch unser Ticket mit unseren Ausweisen vergleicht. Wir landen beim zweiten und dritten Einweiser und schließlich in der Schlange der Autos vor dem Schiff. Der Kollege, der dort unser Ticket einscannt, fängt auf einmal an, wild mit den Händen herum zu fuchteln und uns auf italienisch laut irgendetwas zu erzählen. Er zeigt auf das Datum des Tickets und als ich das schließlich mit dem heutigen Datum vom Handy abgleiche, fällt uns beiden die Kinnlade herunter: Unsere Fähre ging bereits gestern. Wie konnte uns das denn passieren? Und jetzt? Wir lassen den Wagen stehen und gehen quer durch den Hafen zum Fährbüro. Hoffentlich gibt es noch einen freien Platz auf dem Schiff. Das Ticket ist leider verfallen. Zum Glück ist noch Platz und es gibt sogar noch eine Kabine, aber wir müssen für 220 € ganz neues Ticket kaufen. Die Mitarbeiter sind so freundlich und haben noch einen Gutschein für uns so dass wir „nur“ 200 € bezahlen. Nachdem der Schreck überwunden ist, können wir über die Geschichte und unsere eigene Blödheit lachen. 


Wir haben jetzt fast einen Monat bis auf zwei Nächte immer kostenlos irgendwo übernachtet. Mit der Pizza, der letzten Tankfüllung und dem Ticket, ist die letzte Stunde jedoch die teuerste Stunde des ganzen Urlaubs geworden. 

Sardinien ist eine wunderschöne Insel. Nirgends haben wir bisher so viele traumhafte Strände und mit so karibischen Wasserfarben gesehen. Freie Übernachtungen waren zu dieser Jahreszeit immer problemlos. Die Italiener, mit denen wir zu tun hatten, waren extrem freundlich, offen und hilfsbereit, auch wenn es manchmal keine gemeinsame Sprache zur Verständigung gab. Einschränkungen gab es nur in der Wohnmobilver- und Entsorgung, kaum Mülleimer und fast alle Restaurants waren noch geschlossen. In der Saison sieht das wahrscheinlich viel besser aus, allerdings möchte man da eher nicht auf der Insel sein. Wenn man sich ansieht, wie groß einige Parkplätze sind, kann man erahnen, wie voll es hier werden kann. Wir behalten Sardinien in guter Erinnerung und kommen hoffentlich auch hierher irgendwann wieder zurück.

Sardiniens Süden

Fast eine Woche sind wir in Is Solinas, denn es ist jetzt jeden Tag Wind für 7-10er Kites. Am Ufer wurde viel Grünzeug angespült, das man beim Kiten super als Slider oder als Wendepunkt nutzen kann. 


In circa zehn Tagen müssen wir schon die Fähre nehmen, daher fahren wir nun weiter. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Porto Pino finden wir fünf Kilometer vor Chia einen schönen  Übernachtungsplatz an einer Bucht. Leider sind unsere Wohnmobile zu breit, um bis ans Ende des Weges zu fahren. Helge muss wegen der Schlaglöcher und Sträucher an der Seite sowieso schon sehr vorsichtig fahren und an der einzigen Steigung drehen die Vorderräder durch. Aber er schafft auch die letzten Meter noch bis zum einsamen „Stellplatz“. 


Mit der Drohne gelingen uns hier ein paar schöne Aufnahmen bei Sonnenuntergang und auch am nächsten Morgen.

Manchmal muss man auch die Leiter verlängern 😉 Nach dem Frühstück geht es weiter nach Chia. Vorbei an Flamingos, die es hier so häufig gibt wie bei uns Tauben.


Chia hat wieder mal unglaublich schöne Strände mit karibischen Wasserfarben. Natürlich müssen wir uns auch die mit der Drohne von oben ansehen. 


Es ist noch ziemlich früh und wir beschließen weiter zu fahren, auch wenn es hier so schön ist. Unser nächstes Ziel ist nämlich auch sehr vielversprechend: Villasimius. Aber zunächst müssen wir durch die Inselhauptstadt Cagliari und auch langsam mal tanken. Das ist jedoch umständlicher als gedacht, denn man muss erst seine Karte in einen Automaten stecken, und kann dann für maximal hundert Euro tanken. Da 300 Liter in unseren Tank passen, muss ich die Prozedur also drei Mal wiederholen, bis der Tank voll ist. Und merkwürdige Verkehrsschilder gibt es hier auch:

Als wir in Villasimius ankommen, regnet es kurz. Das erste Mal im gesamten Urlaub bisher.


Der dazugehörige Strand am Capo Carbonara ist aber wieder ein Highlight. Wir parken zwischen den Bäumen direkt am Spot und bleiben zwei Tage. Der Wind ist sehr böig, aber die Wasserfarben entschädigen das. Schöner kann es in der Karibik auch nicht sein. Obwohl es tief ist, kann man überall den sandigen Grund sehen. Nach 2 Stunden hat sich auch eine schöne kleine Welle aufgebaut. Wir nutzen den Tag und gehen kiten. 


Auch hier gibt es einen Torre zu dem man in zwanzig Minuten wandern kann. Wir genießen dort den Sonnenuntergang bei einem Sundowner-Bier. 


Am nächsten Morgen fotografieren wir die ganze Bucht bei schönem Licht noch einmal von oben.

Sardiniens Westküste

Ich hatte ja schon angedeutet, dass wir jetzt mehr Fotos von oben knipsen, da wir uns eine Drohne zugelegt haben. Doch zunächst sah es gar nicht so rosig aus, da DJI eineinhalb Monate gebraucht hat, um den GPS-Fehler zu reparieren. Beziehungsweise hat es so lange gedauert und statt einer reparierten, haben wir eine komplett neue Drohne bekommen. Am letzten Tag vor der Abfahrt und nur, weil ich zufällig zu Hause war. Aber jetzt ist alles gut. Wir fotografieren kaum noch mit der Kamera, dafür gibt’s Fotos aus der Vogelperspektive.

Unser Weg nach Sardinien führt uns zunächst über die gleiche Route wie letztes Jahr auf dem Weg nach Süden: Am ersten Tag bis kurz vor Freiburg, am zweiten Tag durch die Schweiz bis Norditalien. Da wir bis zur Fähre in Livorno noch einen Tag Zeit haben, wollen wir uns noch Pisa ansehen. Das scheitert jedoch an der alten Stadtmauer, unter der wir nicht hindurch passen. Als die Straßen immer enger werden und wir keinen anderen Weg zu dem Stellplatz in der Stadt finden, haben wir die Nase voll und fahren ans Meer. Den schiefen Turm haben wir zumindest aus der Ferne gesehen.

Nach einer ruhigen Nacht auf der Fähre erreichen wir pünktlich um sieben den Hafen von Olbia auf Sardinien. Es ist Westwind angesagt und wir fahren zunächst drei Stunden über enge Straßen und Serpentinen nach Nordosten um in San Pietro auf der Lagune zu Kiten. Leider gibt’s davon keine Fotos, da wir beide erstmal aufs Wasser wollen. Und das Wasser hat wirklich karibische Farben. Nach dieser guten Session fahren wir weiter zu unserem ersten Übernachtungsplatz am Strand von Stintino. Hier ist es noch einmal schöner. Der Strand besteht aus schneeweißen Steinchen. Unglaublich schön.


Hier bleiben wir ein paar Tage, dann fahren wir die Westküste runter. Wir finden noch einen einsamen Stellplatz, der nur offroad erreichbar ist. Da Josi aber noch arbeitet und dazu Handy- bzw. Internet benötigt, wir aber keinen Empfang haben, suchen wir uns einen anderen Platz.

Über einen schöne, kurvenreiche Panoramastraße fahren wir weiter und landen eher zufällig in Mari Ermi. Der Platz ist unter Surfern bekannt, aber nicht als Stellplatz beschrieben. Trotzdem stehen hier schon Wohnmobile. Wir stellen uns dazu und bleiben auch hier ein paar Tage. Auch dieser Strand ist bisher einer unserer Favoriten. Jeden Nachmittag setzt eine Thermik ein, die gerade so fürs Hydrofoilen mit dem Kite reicht. Überhaupt kann man hier sehr gut foilen und es gibt hier auch viel mehr Foiler als bei uns. Heute bin ich allerdings allein auf dem Wasser und es ist mega schön. Hier stoßen unsere Freunde Annika und Helge zu uns, die ab jetzt die nächsten Urlaubswochen mit uns verbringen.

Am nächsten Tag geht es weiter nach Süden. Nach den Dünen südlich von Pistis fahren wir zu Marina di Arbus. Kurz hinter dem Ort endet die Teerstraße. Über Schotter geht es weiter, jedoch wird es plötzlich sehr steil, Auswaschungen queren den Weg, die erste Flussdurchfahrt ist einfach. Steil und holperig geht es wieder bergauf. Im ersten oder zweiten Gang schleichen wir durch das Gelände. Helge und Annika immer noch hinter uns. Respekt! Wir hätten es nie für möglich gehalten, dass ihr neues Wohnmobil diese schlechte Strecke schafft. Zwar auch langsam, ab und zu den Grip verloren, aber sie haben es geschafft. Noch eine Flussdurchfahrt mit größeren Steinen, aber dann relativ einfache Piste.


Belohnt werden wir mit Piscinas: einer grandiosen Dünenlandschaft neben einem verlassen wirkendem Hotel. Hier bleiben wir zwei Nächte. Auch ein paar andere Offroader und kleine Wohnmobile finden den Weg hierher.


Auf  unserem Weg nach Süden müssen wir durch eine alte Minenstadt und schließlich durch den Ort Ingurtosu. Hier führt die Straße mitten durch ein Haus. Unsere Vermutung, dass unser Truck dort nicht hindurch passt, hat sich bestätigt.

Für Annika und Helge kein Problem, aber wir sind breiter und höher und müssen umdrehen. Für uns bedeutet das einen Umweg von drei Stunden. Den ganzen Weg zurück, und durch die Berge im Landesinneren nach Süden. Am Abend treffen wir uns in Porto Botte wieder, einem bekannten Surfspot. Noch ein paar Kilometer weiter ist der Strand von Is Solinas, ebenfalls ein guter Kitespot, an dem auch eine Wohnmobilentsorgung liegt. Hier gehen wir in den nächsten Tagen kiten, denn es ist Nordwestwind angesagt, der hier noch verstärkt wird, weil der Wind sich durch zwei Inseln zwängen muss. Am ersten Tag reicht der Wind wieder nur fürs Foilboard, aber dann geht sogar der 7er Kite. In Is Solinas befindet sich auch eine nagelneue Unterkunft unseres Sponsors KiteWorldWide, wo wir in den kommenden Tagen unser Lager aufschlagen. Vor allem Patrizias (die gute Seele des Hauses) Kaffee ist super lecker und es gibt jeden Morgen selbst gebackenen Kuchen.

Am Strand haben wir noch einen Kiter aus Venedig kennengelernt, der einen Unimog fährt, und damit auf der Ostroute schon bis Südafrika gefahren ist.  Er war auch schon auf Island und an vielen anderen Orten mit dem Wagen.


Bisher können wir sagen, dass die Italiener, die wir bisher kennengelernt haben, sehr freundlich und hilfsbereit sind. Wir wurden mehrfach zu Pasta eingeladen, man hat uns kostenlos ein Haus für den Urlaub hier angeboten, Rosen geschenkt, und war jederzeit trotz Sprachbarrieren sehr bemüht.

Einzig die Ver- und Entsorgung für Wohnmobile ist etwas schwierig. Viele Stellplätze haben keinen Mülleimer und keinen Wasseranschluss. Auch das Abwasser kann man fast nirgends los werden. Kostenpflichtige Stellplätze und Campingplätze haben entweder noch geschlossen oder liegen nicht auf unserer Route und sind weit voneinander entfernt. Daher muss man oft etwas Zeit aufbringen, um eine Möglichkeit für die Entsorgung zu finden. Auch eine zweite Kassette für die Toilette ist in der Vorsaison sinnvoll.

Nun stehen uns noch die Süd- und Ostküste bevor… Aber zunächst gehen wir heute wieder kiten, denn es soll noch ein paar Tage windig bleiben 😊!

Brasilien – Mekka der Kitesurfer

Nachdem ich euch ja schon über die An- und Abreise berichtet hatte, gibt es jetzt noch ein paar Zeilen zum eigentlichen Urlaub. Der Norden Brasiliens, genauer gesagt die Region nordwestlich von Fortaleza ist bei Kitesurfern schon lange kein Geheimtipp mehr. Aufgrund der geografischen Lage und lokaler Effekte ist es dort in der zweiten Jahreshälfte durchweg sehr windig, dazu sonnig mit warmer Luft und warmen Wasser.

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Ich bin diesmal mit zwei Freunden unterwegs. Wir haben eine Unterkunft in Barra Grande gebucht und einen Transfer vom Flughafen dorthin organisiert. Wir laden das Kitegepäck auf den SUV und fahren los. img_7622Die Fahrt vom Flughafen dauert gute sieben Stunden. Unterwegs machen wir einen Halt zum Essen. Vom Buffet an der Straße ist für jeden was dabei und für umgerechnet drei Euro werden wir satt. In Camocim müssen wir umsteigen. Die Autos werden getauscht und das Gepäck auf einen andern SUV umgeladen. Keine Ahnung warum, aber wir kommen schließlich sicher in Barra Grande an und können sogar noch unseren ersten Caipi trinken. Die Unterkunft liegt direkt am Strand. Wir wohnen in Stelzenhäusern und aufgrund des Windes gibt es sogut wie keine Mücken.

Besonders gut gefällt mir, dass die Straßen aus Sand sind und ich die ganze Zeit barfuß laufen kann. img_7782img_7780In den nächsten Tagen gehen wir sehr viel Kiten – dazu sind wir schließlich hier. Die Kiterwelt ist mittlerweile so klein geworden, dass wir beim Frühstück ausschließlich auf Bekannte treffen: drei Freundinnen aus Berlin/München, zwei Pärchen aus Hamburg und eines aus den Niederlanden. Die Pousada ist quasi fest in unserer Hand 😉

Direkt vor der Tür können wir aufs Wasser. Je nach Tidenstand ergeben sich andere Bedingungen. img_7640img_7663k-_dsc0157k-_dsc0171

Bei Flut kann man in der ca. 2 Kilometer entfernten Lagune Flachwasser genießen, muss aber abends die Strecke auch wieder zurück kreuzen, wenn man nicht 50 Real für den Transfer per Eselkarren zahlen möchte. img_7757Zeitlich zwischen Ebbe und Flut fährt man noch ein Stück weiter und landet nach Überqueren der Flussmündung in Macapa. Unzählige Sanddünen umgeben von Flachwasser ergeben ebenfalls einen unglaublichen Spielplatz für Kiter. Mittags findet man hier sogar eine Möglichkeit, etwas zu essen oder zu trinken. Daher hat man besser immer etwas Geld in der Badehose. img_7720img_7683img_7707img_7694img_7686img_7684

In Barra Grande gibt es viele Möglichkeiten Essen zu gehen. Wir sind entweder im Manga Rosa, wo es diesmal das beste Filet Mignon gibt oder im Bandoleiros mit den besten Caipis. Genau dazwischen kann die Eisdiele gut an uns verdienen. Eis mit Ovomaltine-Geschmack sag ich nur. img_7644k-_dsc0120k-_dsc0180k-_dsc0182

Nach zehn Tagen geht es weiter zur nächsten Unterkunft in Tatajuba, in der Nähe von Jericoacoara. Dorthin geht es nur per 4×4. Von Camocim aus nehmen wir die Fähre (auf die nur ein Auto passt). Schon hier wären wir mit unserem LKW nicht weiter gekommen. img_7814img_7820img_7831img_7830Anschließend geht es offroad über feinen weißen Sand, trockene Flussbetten, über eine schmale Brücke (auch hier unmöglich für den LKW) und den letzten Rest am Strand entlang.

Diesmal wohnen wir in einer Pousada von KiteWorldWide. Und wieder treffen wir Bekannte aus den letzten Jahren. Besonders am Abend sieht der Pool einladend aus, aber wir haben es nie geschafft, den Abend einmal dort zu verbringen. Unser Appartement befindet sich direkt über dem Kitestorage, so dass wir einen herrlichen Ausblick über die gesamte Lagune haben. Ich hätte hier auch einfach jeden Tag sitzen und vom Balkon gucken können… aber wir sind ja zum Kiten hier! Je nach Tidenstand ergeben sich auch hier unterschiedliche Reviere…img_7910img_7909

Jeden Tag ist Wind, meistens so ab 11 Uhr. Zweimal fahre ich den 9er, sonst immer den 7er Vegas. Neben der Lagune vor der Haustür, welche gleichzeitig eine Art Flussmündung ist, gibt es etwas weiter eine zweite Lagune, die nur bei sehr hoher Tide voll wird. Wir haben den Urlaub extra so gelegt, dass wir bei Vollmond dort sind und Flut möglichst tagsüber ist. Vom Balkon aus kann ich ungefähr abschätzen, wann die Lagune voll läuft und bin dementsprechend meistens der erste dort, während die anderen sich schon auf der „normalen“ Lagune auspowern oder einen Downwinder machen. Das Wasser in der zweiten Lagune ist dann erst knapp zehn Zentimeter tief aber spiegelglatt. Ich habe meist nur zehn Minuten, bis jemand merkt, dass man da jetzt auch kiten kann, und es dauert nicht lange, bis noch jemand kommt. Den meisten ist es jedoch zu flach und sie verschwinden schnell wieder. In den nächsten Tagen steigt die Flut immer höher und es ist mehr Platz dort. Alle guten Fahrer wollen an der Wasserkante fahren und es wird langsam eng, auch wenn es nur fünf Leute sind. Weiter unten fahren auch ein paar Leute, so dass man bei hohen Sprüngen oder beim Loop schon gut aufpassen muss, dass die Bahn frei ist. Trotzdem ist es hier immer mega gut. Alle freuen sich, wenn jemandem etwas neues gelingt und jubeln teilweise sogar. Jeder gönnt dem anderen hier seinen Erfolg. Es macht echt Spaß, mit den Locals Blödsinn zu machen. Auf dem Wasser versteht man sich, auch wenn man der Sprache nicht mächtig ist.

Eine weitere Lagune liegt ein paar Kilometer im Landesinneren. Dort ist es sehr böig, aber es gibt Dünen, die bis an die Wasserkante heran reichen und mir wieder einen schönen Spielplatz bieten. Wie in Dakhla kann hier auf die Düne klettern und mit dem Kite herunterspringen. Auch wenn die Dünen hier nur 3 bis 5 Meter hoch sind, macht es trotzdem Spaß.img_7899

Man kann sich per Buggy auch bis nach Jericoacoara bringen lassen und dann mit dem Wind zurück kiten. Allerdings habe ich für mich festgestellt, dass mir das keinen Spaß mehr macht und ich lieber Druck auf der Kante und Flachwasser habe.img_7848img_7893img_7865img_7872

Mittlerweile kennt man alle anderen Gäste und es stellt sich schnell ein familiäres Gefühl ein. Auch hier schmecken die Caipis sehr gut, also ist das erste Getränk des Abends gesichert, noch bevor man sich umziehen kann. img_7923img_7912Neben dem Essen in unserer Pousada kann man noch in zwei kleine Fischerhütten ausweichen oder im Dorf bei den Einheimischen essen. Da wir uns aber nach dem täglichen Kiten kaum noch bewegen können, wählen wir immer die kürzeste Strecke. An unserem letzten Abend gibt es noch ein Lagerfeuer am Strand. img_7961img_7954

Die zehn Tage hier sind ebenfalls viel zu schnell vergangen. Nach drei Wochen muss ich zum ersten Mal wieder Socken und Schuhe anziehen. Allein das Barfußlaufen ist ein Grund, wiederzukommen.

Wochenend-Nomaden 

Es ist mal wieder Zeit, den Blog etwas zu füttern und ein paar Zeilen zu schreiben. Wir sind zwar nicht mehr großartig verreist, aber seit wir Ende Juni von unserer dreieinhalb-monatigen Reise durch Marokko und Südeuropa zurückgekehrt sind, haben wir mit dem Beach Explorer regelmäßig Wochenendausflüge an die Küste unternommen. Wir waren mit der Stranddeko-Truppe in Holland, mit Freunden in Dänemark, Cuxhaven, St. Peter-Ording, auf Fehmarn, am Darß und an anderen Stränden der Ostsee. Und da das AMR-Outdoortreffen bei uns in der Nähe stattfand, haben wir uns auch einen Tag lang noch viele andere schöne Offroader angesehen. Seit unserer Reise haben wir aber die große Kamera nicht mehr angefasst, so dass es nur ein paar Impressionen von der Handykamera gibt.

Mit Freunden im dänischen Sand


In St. Peter-Ording
Im Hamburger Hafen mit der Queen
Die Kugelbake in Cuxhaven

Stranddeko-Treffen am Ijsselmeer in Holland

 

Im Oktober waren wir bei der Kinopremiere von „Chapter One“ in Hamburg, die von KiteWorldWide präsentiert wurde. Wir durften exklusiv vor dem Kino parken und standen für Fragen rund um das Auto oder der Reise zur Verfügung.

Für alle Technikfreunde gibts hier noch ein paar Updates: Erstmal haben wir unser Sonnensegel entsorgt. Der Keder war zu dünn für die Schiene, man muss immer das Tuch, Stangen, Seile und Heringe irgendwo verstauen und vor allem war das Aufbauen schon zu zweit eine Herausforderung. Faltenfrei ging das nie und eine leichte Brise hat gericht, um das Ding zum Flattern zu bringen. Jetzt haben wir eine relativ leichte Markise von Fiamma, die schnell auf- und abgerollt werden kann und die vor allem bei Regen schon ihre Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Die Markise sieht niedrig aus, ist aber in 2,20 Metern Höhe.

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Um den Wagen für die norddeutsche, dunkle und feuchte Jahreszeit noch etwas aufzurüsten, haben wir zunächst die Batteriekapazität von 160 auf 320 Ah Lithium-Ionen verdoppelt. Letzten Winter war es immer etwas knapp, wenn Kühlschrank und Heizung Strom ziehen, keine Sonne scheint und die Lichtmaschine auch keinen Strom liefert, weil wir länger als eine Nacht und einen Tag irgendwo gestanden haben. img_7124

Und weil mehr Batterie auch mehr Ladung benötigt, haben wir zu den vier vorhandenen Solarmodulen noch zwei hinzugefügt und nun 600 WP Solar auf dem Dach. Bis jetzt läuft die neue Kombination super, aber es ist ja auch erst November und der kürzeste Tag war noch nicht…image5

An der restlichen Technik ist alles gleich geblieben. Direkt nach unserer Rückkehr wurde ein  Ölwechsel vorgenommen und der völlig vergammelte Trittschalter für die Motorbremse erneuert. Das war ja das einzige Teil, was uns in Marokko kurz Sorgen bereitet hat. Die Bremse hinten links wurde repariert, dort waren zwei Federn gebrochen, was ich nur bemerkt habe, weil der Reifen und die Felge im vergleich zu den drei anderen sehr viel heißer waren. Zu guter Letzt gab es noch einen sehr umfangreichen Korrosionsschutz von Timemax, der den Wagen für die nächsten Jahre gegen Rost schützen soll.

Wenn ich das so lese, war das ja doch schon wieder einiges… und ein paar Punkte auf der Liste fehlen noch 😉

Josi hat mittlerweile ihr Studium abgeschlossen und ist in die Arbeitswelt eingetaucht. Da es mir hier zu kalt wird, werde ich den LKW kurz einmotten und im November zum Kiten nach Brasilien fliegen. Wir wünschen Euch daher viel Spaß im Herbst und eine schöne Vorweihnachtszeit!

 

Wieder zu Hause – in Dänemark

Der Hof bei Marcos Eltern eignet sich super als Wohnmobil-Servicestation. Unser Beach Explorer wird zwei Tage lang von innen und außen gereinigt und bekommt die erste Unterbodenwäsche seit langem. Hinterher sieht der Hof aus wie das Tor zur Sahara, aber zum Glück regnet es ja bald wieder 😉

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Wir bekommen spontan noch einen Termin beim Reifenhändler und lassen für kleines Geld die Räder einmal von vorn nach hinten tauschen, denn vorn ist mittlerweile viel mehr Profil abgefahren als hinten.

Es ist noch mitten in der Woche, aber unsere Wohnung vermissen wir so gar nicht. Da Marco erst Montag wieder arbeiten muss, fahren wir … naja nicht nach Hause in unsere Wohnung, sondern direkt durch bis nach Dänemark. Wir sind wieder zu Hause – in unserem Dänemark, auf Römö.

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Hier treffen wir unsere Freunde Helge und Annika wieder, die sich während unserer Abwesenheit um unsere Wohnung gekümmert haben. Dafür an dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön! Wir gehen bei super Bedingungen aufs Wasser und im Vergleich zu Portugal sehen das Meer und die Wellen hier echt niedlich aus.

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Abends machen wir uns auf dem besten Stellplatz der Insel breit, grillen mal wieder und gucken in einem nagelneuen Aufenthaltsraum noch das Fußballspiel Deutschland – Italien.

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Mit diesem Wochenende in Dänemark endet unsere knapp vier Monate lange Reise. Nach 15000 Kilometern, in denen wir durch 9 Länder gefahren sind, kommen wir Sonntag Abend wieder zu Hause in Hamburg an. Merkwürdig, wieder in der Wohnung zu sein. Auf dem Bett liegt noch die Winterdecke, der Geruch der Wohnung ist ungewohnt. Auf dem Balkon wachsen mittlerweile Blumen aus den Bodenfliesen heraus.

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Liebe Mitleser und Follower, dies war vorerst unser letzter Blog, denn unsere Reise ist nun erstmal zu Ende. Vielen Dank an euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, uns in den letzten Monaten zu begleiten. Wir haben viele positive Rückmeldungen zum Blog erhalten und hoffen deshalb, dass es euch gefallen hat. Der Blog hat uns geholfen, das Erlebte nochmals in Erinnerung zu rufen und nicht sofort unter den ständig neuen Erlebnissen zu vergraben.

Bedanken wollen wir uns vor allem bei KiteWorldWide und deren Partnern, die wir unterwegs kennengelernt haben. Ohne die Unterstützung an den Surfspots in Dakhla, Essaouira und Tarifa wäre die Reise nur halb so schön gewesen.

Die nächste Reise mit dem Beach Explorer werden wir natürlich für euch (und uns) wieder bloggen.

Zurück in die Zukunft

Gestern Abend kamen plötzlich ungewöhnliche Geräusche vom Dach. Als ich nachsehe, sind jede Menge Maikäfer unterwegs, von denen einige auf dem Dach gelandet sind. Allerdings sind die so ungeschickt, dass keiner ordentlich landen kann und einige nun auf dem Rücken auf dem feuchten Dach liegen und herumzappeln.

Der letzte Morgen in Portugal startet sehr nebelig. Das hatten wir öfter hier an der Küste und wissen, dass die Sonne bald durchkommen wird. Wir schaffen es heute, relativ früh (kurz nach zehn Uhr morgens) loszufahren. Gleichzeitig ist der Nebel verschwunden und es wird richtig warm. Wir sind auf der sehr guten Autobahn auf dem Weg zur spanischen Grenze. Es sind ungefähr zweihundert Kilometer durch eine schön grüne, bergige Landschaft. Die Straße schlängelt sich hoch und runter bis auf eine Höhe von 900 Metern, wobei es nie mehr als 6% Steigung oder Gefälle gibt. Wir sind also mit 50 – 105 Kmh unterwegs und es ist sehr wenig Verkehr. Die Landschaft erinnert an den Harz oder das Alpenvorland.

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Schließlich erreichen wir Spanien, was man nur daran merkt, dass die Autobahn kurz aufhört, und man kurz danach auf einer anderen Autobahn weiterfährt. Ach ja, da war noch etwas: Die Zeitumstellung. Hier ist es eine Stunde später als in Portugal.

Wir durchqueren halb Spanien über Salamanca und Burgos in Richtung Südfrankreich. Die Autobahn ist erneut sehr gut, sehr leer und mautfrei. Soweit das Auge reicht erstrecken sich Felder über weite, ebene Flächen und wir fahren den ganzen Tag in einer Höhe von ungefähr 800 Metern über dem Meeresspiegel. Wir wussten gar nicht, dass das Land so hoch liegt. Es gibt auch kaum größere Städte, alles wirkt sehr landwirtschaftlich geprägt. Heute ist gefühlt der heißeste Tag unserer ganzen Reise und wir wundern uns, dass hier überhaupt etwas wächst. Allerdings wird fast überall bewässert. Kurz nach 21 Uhr sehen wir auf einem Display, welches abwechselnd die Zeit und die Temperatur anzeigt, dass es immer noch 34 Grad sind. Wir nähern uns San Sebastian, wollen aber erst morgen die Grenze zu Frankreich überqueren, also übernachten wir nach 800 Kilometern auf einem Stellplatz in Tolosa. Es ist immer noch so warm, dass wir kaum Hunger haben und über Nacht alle Fenster maximal öffnen. Wir schlafen auch zum ersten Mal ohne Decke. Irgendwann nachts wird es dann etwas angenehmer, was aber am nächsten Morgen schon wieder vorbei ist. Wir verlassen unsere Reiseflughöhe durch ein Gebirge, das nun den Alpen ähnelt. Es geht schnell hinunter, ich stehe nur noch auf der Motorbremse. Kurz vor der Grenze tanken wir noch einmal voll. Diesel kostet heute sagenhafte 93,9 Cent pro Liter, bis jetzt der beste Preis in Europa. In Spanien fahren wir noch zwei Stunden auf einer ebenfalls sehr guten, aber teuren Autobahn bis zur Dune du Pyla bei Arcachon.

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Unsere Freunde Frohmut und Bo sind öfter in Frankreich unterwegs und haben uns den Campingplatz Panorama du Pyla empfohlenen. In der Hitze haben wir keine Lust, auf die Suche nach einem kostenlosen Platz zu gehen, also folgen wir der Empfehlung und wirklich: Man hat von hier eine unglaubliche Aussicht auf die große Düne direkt nebenan und auf das Meer mit seinen vielen Sandbänken. Für das Einparken zwischen den Bäumen ist wieder mal Genauigkeit gefragt.

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Im Fahrerhaus sind es mittlerweile 42 Grad Celsius, draußen im Schatten 38. Wir wollen ins Wasser, müssen aber feststellen, dass es bei Windstille in der Hitze nicht möglich ist, den Weg die Düne hinunter und später wieder hinauf zu schaffen, ohne zu verdursten oder einen Hitzeschlag zu bekommen. Also gehen wir zum Pool, wo wir uns den restlichen Tag aufhalten, und immer wieder abkühlen. Nach einem letzten Bilderbuchsonnenuntergang am Atlantik quatschen wir noch mit unseren französischen Nachbarn, bis uns der Platzwart um zwei auf die Nachtruhe aufmerksam macht 😉

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Am nächsten Tag gibt es leichte Thermik und die Gleitschirmflieger nutzen den Aufwind an der Düne. Ich schreibe auf die Merkliste: Googlen wo man sowas bei uns machen kann und einen Kurs machen.

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Nachmittags machen wir uns auf den Heimweg. Wir starten spät, weil wir in die kühle Nacht hinein fahren wollen. Der Plan geht auf. Die Autobahn ist sehr gut, leer und zum Großteil ohne Maut. Stau gibt es nur am Anfang um Bordeaux herum. Solange es hell ist, ist die Landschaft wieder schön hügelig und sehenswert. In Frankreich gibt es Unmengen von kostenlosen Stellplätzen und so finden wir kurz vor zwei in irgendeinem Dorf mitten im Land einen ruhigen Platz für die Nacht. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Alles sieht noch aus wie vor 50 Jahren. Nach einem weiteren Fahrtag landen wir schließlich wieder in Deutschland. Wir sind wieder da! Nach knapp vier Monaten ein merkwürdiges Gefühl. Man kann wieder alles lesen und verstehen. In dem kleinen Ort Waldkirch bei Freiburg stellen wir uns erneut auf einen kostenlosen Stellplatz. Wir laufen etwas umher und vertreten uns die Füße. Den Platz und die Umgebung hier können wir sehr empfehlen.

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Bevor wir am nächsten Tag weiterfahren, wandern wir noch zum Kastell, das wir vom Stellplatz aus am Vorabend gesehen haben.

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Wir fahren durch Hessen und Niedersachsen, um Marcos Eltern in Nienburg wiederzusehen. Da noch Zeit ist, genehmigen wir uns noch einen Abstecher zum Steinhuder Meer. Es sind 12 Knoten Wind angesagt. Erwartungsgemäß ist der kleine Strand voller Kites und das Wasser voller Menschen, die ihren Drachen in die Luft halten. So habe ich den Spot in Erinnerung. Aber immer wieder schön hier und immer trifft man alte Freunde wieder (Gruß an André).

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Die Wiedersehensfreude ist groß, als wir abends bei Marcos Eltern auf den Hof fahren.

Portugals berühmte Wellen

Der süd-westlichste Zipfel Portugals mit seinen vielen Buchten gefällt uns wirklich sehr gut. Man kann fast überall über Nacht stehen und braucht eigentlich keinen Stellplatz oder Campingplatz. Entsorgen oder Wasser tanken kann man an vielen Supermärkten, teilweise sogar kostenlos. Also mache ich hier noch einmal den Wassertank voll, denn ich habe herausgefunden, dass unserer Stromkonzept (160 Ah 12 Volt Lithium-Ionen Batterie in Kombination mit Solaranlage, Ladewandler und Wechselrichter) ausreichend ist, um warmes Wasser zum Duschen zu erhitzen und wir keinen Diesel dafür verbrauchen müssen. Etwas spät die Erkenntnis, aber in Marokko hätte ich eh nicht so oft viel Wasser tanken wollen.

Wir fahren weiter nach Norden, immer an der Küste entlang, wobei wir uns noch eine Menge Lagunen ansehen. Leider ist das Kiten dort zwar erlaubt, aber mit vielen Einschränkungen, die es dann wieder unattraktiv machen. Die Locals kiten dort trotzdem, aber wir halten uns diesmal an die Regeln. Wir schauen uns kurz die Strände von Villa Nova des Milfontes, Sines und die Lagoa de Santo André an. Alles sehr einladend, aber kaum Wind.

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Noch weiter nördlich erstreckt sich eine kilometerlange Halbinsel nach Norden. Diese entpuppt sich als ein großes Luxusresort, auf dem es für Wohnmobile kaum Parkmöglichkeiten gibt. Dafür jede Menge Tiefgaragen für PKW und alles ist extrem sauber und ordentlich. Überall ist der Rasen gemäht und natürlich gibt es Golfplätze. An der Spitze soll es einen Kitespot geben. Wir fahren soweit wir kommen und landen in einer Sackgasse ohne Parkmöglichkeit für uns. Geradeaus auf den Strand dürfen wir wahrscheinlich nicht fahren 😉

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Da die Fähre nach Setúbal über 32 Euro kosten soll, umfahren wir die Bucht mit dem Naturschutzgebiet, was uns über einhundert Kilometer und etwas mehr Zeit kostet. Unser Tagesziel ist das Kloster am Cabo Epichel, in deren Sichtweite auch ein Leuchtturm auf den Klippen steht. Hier können wir erneut kostenlos parken und übernachten. In der untergehende Sonne schießen wir noch ein paar Bilder von der Umgebung. Hier ist es deutlich kälter als im Süden und wir verziehen uns schnell ins warme Auto.

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Der nächste Tag führt uns zur Lagoa de Albufeira, eine wunderschöne Lagune, in der bei Ebbe viele Sandbänke trocken liegen. Der Wind würde für einen großen Kite reichen, aber kiten darf man eigentlich erst dort, wo die Lagune einem See gleicht. Wir schauen den drei Anfängern etwas zu und fahren weiter.

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Die nächsten Spots liegen alle direkt an der Küste und haben große Wellen, die bei wenig Wind keinen Spaß machen. Also fahren wir weiter und überqueren den Tejo auf der großen Brücke bei Lissabon.

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Wir haben die Stadt und die Surfstrände von Cascais und Carcavelos letztes Jahr während eines langen Wochenendes bereits erkundet und fahren daher eher zufällig über eine sehr kurvige interessante Bergstraße direkt bis Guincho. Hier ist alles touristisch und die Strände sind gar nicht so groß, wie wir gedacht haben.

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Wir haben aber keine Lust mehr, noch weiter zu fahren und bleiben einfach auf dem nächsten Campingplatz, denn hier gibt es Wifi, einen Pool und abends das Fußballspiel Deutschland gegen Polen. Nagut, das Spiel hätte man sich schenken können 😉

Erneut ist ein weltberühmter Wellenreitspot unser Ziel: Die Halbinsel Peniche. Hier scheint jeder ein cooler Surfer zu sein. Die ganze Infrastruktur ist hier auf das Wellenreiten ausgelegt. Es gibt Shops, Schulen und jede Menge Unterkünfte. Der südliche Strand heißt Supertubos. Der Name ist selbstredend. Im Café direkt am Spot gibt es einen Burger, der auch Supertubos heißt und zumindest der Burger hat an diesem Tag den Namen verdient!

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Der nördliche Strand heißt Baleal. Hier gibt es einen großen Parkplatz, auf dem wir parken und übernachten wollen. Wir treffen die Tschechen wieder, die wir in Marokko kennengelernt haben! Zusammen fahren wir in die Stadt zum Pizza essen bei Mr. Pizza. Seltsamer Laden. Wir haben ein Wasser auf der Rechnung reklamiert, weil wir es nicht bekommen haben, es aber bezahlen sollten. Nachdem die Bedienung die Rechnung korrigiert hat, waren es auf einmal vier Euro mehr statt 1,80 weniger… warum weiß niemand.

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Zurück am Parkplatz sitzen wir noch etwas zusammen im Auto. Der Parkplatz mit den angrenzenden Bars hat sich mittlerweile zu einer lauten Partymeile verwandelt, so dass wir eine unruhige Nacht haben. Am nächsten Morgen klopft dann auch noch die Polizei und ermahnt uns, dass wir hier nicht quer parken dürfen und das Auto ordentlich in die Parklücke stellen sollen. Das war unser einziger Kontakt mit den Ordnungshütern bisher und gegen das Übernachten gab es auch keine Einwände.

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Heute ist Wind. Wir fragen an einer Surfschule, wo wir kiten dürfen und buchen auch gleich einen Wellenreitkurs für den Nachmittag. Dann laufen wir mit unseren Kitesachen bis zur letzten Bar, wo schon ein Kiter auf dem Wasser ist. Ein merkwürdiges Gefühl ist es schon, als Kiter durch die ganzen Wellenreiter zu laufen, immer mit dem Gedanken, gleich verprügelt zu werden oder die Leinen durchschnitten zu bekommen. Wir gehen mit 9 und 10 aufs Wasser und haben beide eine super Session. Hier sind mit Abstand auch die größten Wellen, die wir bisher auf unserer Reise erlebt haben.

Um vier beginnt dann dann unser Wellenreitkurs. Wir sind nur zu dritt und unser Lehrer Nunu macht seinen Job gut. Wir stellen jedoch beide fest, dass das nicht unser Sport werden wird. Ständig muss man gegen die Brandung ankämpfen. Strömung zieht einen zur Seite. Alle paar Sekunden bricht die nächste Welle. Total stressig. Dann erwischt man eine und gleitet ein paar Meter. Das macht in Kombination mit dem Kite auf jeden Fall mehr Spaß und ist auch deutlich weniger anstrengend. Wir verstehen den Hype ums Wellenreiten nicht.

Abends verlassen wir das Getummel und fahren zu einem einsamen Strandparkplatz am Praia do Pico. Dazu müssen wir durch das Nobelviertel Praia D´El Rey fahren. Hier stehen richtig edle Villen in den Berghängen, es gibt erneut Golfplätze und ein Marriott Hotel. Wir mit der Schere abgeschnitten endet der Asphalt und ein Feldweg führt zu unserem kleinen Parkplatz an einem menschenleeren Strand.

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Am Morgen peilen wir die nächste Lagune an: die Lagoa do Òbidos. Wir kommen von Süden und haben einen tollen Ausblick auf die freiliegenden Sandbänke. Gegenüber sehen wir die größte Ansammlung von Wohnmobilen, die wir bisher gesehen haben.

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Leider darf man auch hier im Sommer nicht kiten und so umfahren wir die Lagune um an der Nordseite bei der lokalen Surfschule einzusteigen. Der Wind ist sehr böig, vergleichbar mit einem See. Es gibt kaum andere Kiter, aber ein paar Windsurfer und Katamarane nutzen die Flut und den Wind für sich. Nach einer kurzen Session mit dem 10er und 12er für die Statistik packen wir ein und fahren weiter.

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Wir kommen an der großen Badebucht bei Sao Martino do Porto vorbei, wo wir über Nacht parken könnten, aber die Straße ist uns zu nah und zu laut. Daher fahren wir weiter und finden einen grandiosen Übernachtungsplatz am südlichen Ende des Strandes bei Nazaré. Die Zufahrt führt über eine extrem steile Schotterpiste bis fast hinunter zum Strand und endet auf einem kleinen Plateau. Ich fahre mit Motorbremse im ersten Gang mit Untersetzung, weil es so steil bergab geht. Hierhin kommt kein normales Wohnmobil, geschweige denn bergauf zurück. Nur ein paar Muschelsucher sind da. Ich parke auf ein paar Steinen, damit der LKW gerade steht und es gibt einen Sonnenuntergangswein mit Blick auf den langen Südstrand von Nazaré. Herrlich.

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Nazaré ist unter Wellenreitern mittlerweile weltberühmt. Garrett McNamara hält hier den Weltrekord für die höchste je gesurfte Welle. Im Internet finden sich viele Fotos und Videos davon. Wir besichtigen den Ort und den Leuchtturm, von dem aus diese Bilder entstanden sind, und erfahren, warum genau hier die Wellen so hoch werden.

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Willkommen zu den größten Wellen der Welt

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Wenn das Meer so ruhig ist, kann man sich kaum vorstellen, wie eine über zwanzig Meter hohe Welle aussehen soll. Wir müssen wohl im Winter noch einmal herkommen, wenn der Swell groß ist. Generell hat uns das Land so gut gefallen, dass wir hier nicht zum letzten Mal waren.

Nach zwei Wochen bricht heute unser letzter Abend in Portugal an, den wir auf einem Platz kurz vor Aveiros verbringen. Die Sonne verabschiedet uns mit einem Bilderbuchuntergang. Nur eine Düne trennt uns vom Strand. 2700 Kilometer trennen uns von zu Hause.

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Drei Wiedersehen an der Algarve

Endlich wieder Wifi! Da wir fast nur noch wild stehen, haben wir lange kein Internet mehr gehabt, um den Blog zu posten. Aber jetzt!

Als wir Tarifa verlassen, halten wir bei Punta Paloma. Dort ist die berühmte große Düne, die man von Tarifa und sogar von Marokko aus sehen kann. Von hier hat man einen sehr schönen Überblick über die Strände im Süden. Die Düne ist immer in Bewegung und hätte schon lange die dahinter liegende Straße unter sich begraben, wenn sie nicht ständig frei gebaggert werden würde. Aus dem entsprechenden Blickwinkel fotografiert, wirkt Josi sehr klein auf dem Autodach 😉

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Wir fahren eine knappe Stunde weiter nach Norden und schauen uns Los Canos de Meca an. Diese kleine Bucht ist für große Wellen bekannt und dient als Ausweichspot, wenn in Tarifa der Levante zu stark weht. Heute ist allerdings kaum Wind. Auch hier hat der Sand eine Straße unter sich begraben, die zwar auch noch freigeräumt wird, aber mittlerweile für Autos gesperrt ist. Leider wird das nirgends vorher angekündigt und so müssen wir auf engem Raum an der Düne wenden und umkehren. Zum Leuchtturm am Faro Trafalgar muss man nun zu Fuß gehen. Wir machen eine kurze Pause in einem Café in dem wir ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass wir hier keine Drogen konsumieren dürfen.

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Da es noch früh ist, beschließen wir, auf dem Weg nach Norden auch nach Cadiz zu fahren und durch die Stadt zu laufen. Cadiz liegt auf einer langgezogenen Halbinsel. Gleich am Ortseingang hängt ein Schild, das die Durchfahrt für LKW verbietet, was uns aber nicht aufhält. So fahren wir ein paar Kilometer auf einer sehr schmalen vierspurigen Straße bis kurz vor die Altstadt und versuchen, einen Parkplatz zu finden. In der Nähe des Hafens finden wir zwar eine große Parklücke, aber von hier ist es noch zu weit, um bei den Temperaturen in die Altstadt zu laufen. Also planen wir, einfach der Ringstraße um die Altstadt zu folgen, und dort zu parken. Nach zweihundert Metern wird unser Plan zunichte gemacht: Eine Brücke ist nicht hoch genug und so müssen wir umdrehen. Mittlerweile habe ich auch keine Lust mehr, in der engen Stadt einen Parkplatz zu suchen, auch wenn die Altstadt bestimmt sehr schön ist. Also suchen wir uns in einer App für Stellplätze einen kostenlosen Platz in Sanlucar de Barrameda. Die Stadt liegt an einer sehr breiten Flussmündung und empfängt uns mit lila blühenden Bäumen, die den Straßenrand säumen. Der Platz befindet sich direkt hinter der Strandpromenade und man kann hier sogar kiten. Wir überlegen nicht lange und bauen 9 und 10 auf. Wir kreuzen einmal über die gesamte Flussmündung bis zur gegenüberliegenden Seite. Der Wind ist aber leider viel schwächer als wir erwartet haben, so dass es heute nicht so viel Spaß macht. Wir fahren wieder zurück, halten uns noch etwas in Ufernähe auf und bauen dann wieder ab. Zwei andere Kiter sind mit Wellenreitern raus gegangen und sehr weit in Richtung Meer gekreuzt. Dort soll es ein Riff geben, an dem gute Wellen entstehen. Wir versuchen morgen mal, mit dem Auto auf die andere Seite zu gelangen.

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Als wir die Promenade entlang laufen, sehen wir in einiger Entfernung ein paar Mobile am Wasser stehen. Das sieht viel besser aus, als dieser staubige Platz an der Promenade, also parken wir um und finden einen Platz zwischen den anderen französischen Wohnmobilen. Am nächsten Morgen kommt sogar ein Bäcker mit dem Auto vorbei und verkauft Brot, ein Paraglider mit Motor startet direkt am Strand vor den Mobilen.

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Wir wollen rüber auf die andere Seite des Flusses. Dort soll in 20 Kilometern Luftlinie einen Stellplatz und auch einen Kitespot geben. Das Navi errechnet jedoch 200 Kilometer Fahrstrecke. Das kann ja nicht sein. Ich schaue mir das im Internet an und tatsächlich. Es gibt keine Möglichkeit, das Flussdelta auf einem kürzeren Weg zu überqueren, als den Umweg über Sevilla. Das ganze Gebiet nördlich des Flusses ist ein riesiges Naturschutzgebiet, Parque Nacional de Donana. Na gut, wir müssen sowieso dort entlang. Nach vier Stunden sind wir wieder in der Nähe der Küste und müssen zunächst durch ein großes Ferienhausgebiet, Matalascanas. Als wir nach einigen engen Straßen auf dem Parkplatz ankommen, ist dieser bereits so voll, dass keine Fahrzeuge mehr eingelassen werden. Ein sandiger Weg führt weiter ins Naturschutzgebiet, aber die Durchfahrt ist verboten. So können wir nur umkehren und einen anderen Platz zum übernachten suchen. Auf dem weiteren Weg nach Norden sehen wir plötzlich ein „Camping“-Schild und folgen der Beschilderung über eine Schotterpiste. Der Platz existiert nicht mehr. Wir folgen der Piste noch weiter, in der Hoffnung, doch noch einen Platz zu finden. Es geht auf einer Steilküste dicht am Wasser entlang. Der Weg ist auf beiden Seiten so eng mit PKW zugeparkt, dass wir auf jeder Seite nur ein paar Zentimeter Luft haben. Alles Badegäste, die sich unten am Strand tummeln.

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Ein Auto ist jedoch so besch… abgestellt, dass wir hier nicht weiter kommen. Es ist zu eng. Zu unserem Glück parkt jedoch niemand direkt hinter diesem Kleinwagen, so dass wir das Auto rechts durch die grasbewachsenen Dünen umfahren und nach einigen Metern durch die nächste Lücke wieder auf die Piste fahren können. An einer etwas breiteren Stelle parken wir den Truck und warten darauf, dass die Badegäste irgendwann den Heimweg antreten und der Kleinwagen die Straße für uns wieder freigibt. Gegen frühen Abend sind dann auch die meisten Autos verschwunden, bis auf diesen Kleinwagen.

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Der kleine weiße hinten links blockiert den Weg

Ich habe mittlerweile keine Lust mehr zu warten und will versuchen, den Wagen auf dem gleichen Weg zu umfahren wie auf dem Hinweg. Es geht bergauf und der Untergrund ist sandig. Trotz drei Versuchen mit Untersetzung und Differentialsperre kommen wir nicht den Hügel hinauf. Jetzt hilft nur noch Luft ablassen oder warten, bis der Besitzer kommt und sein Auto wegfährt. Wir entscheiden uns fürs Warten und parken demonstrativ direkt vor seinem Auto. Keine zwei Minuten später kommt auch schon die Fahrerin mit ihrem Freund. Keiner von beiden sieht zu uns herüber als sie das Auto wegfährt und hinter uns wendet. Endlich können wir weiter! Nachdem wir auch auf dem nächsten Parkplatz nicht übernachten dürfen, finden wir nach einigen Kilometern wir den Campingplatz Donana. Hier bleiben wir eine Nacht.

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Es gibt einen Pool! Zu früh gefreut, der hat schon geschlossen und macht morgen erst um zwölf wieder auf. Ratet, bis wann wir den Platz verlassen haben müssen… Wir haben es in den drei Monaten immer noch nicht geschafft, in irgendeinen Pool zu steigen, aber das kommt noch. Bestimmt.

Vorbei an Huelva sind wir schnell an der Grenze zu Portugal. In drei schnellen Schritten registrieren wir uns für das portugiesische Mautsystem und können sofort weiterfahren. Wir sind an der Algarve! In Manta Rota finden wir einen sehr großen Stellplatz direkt hinter den Dünen. Für 4,50 Euro gibt es sogar Wifi inklusive. Wir sind allerdings etwas erschrocken, wie voll es hier ist. Fast der ganze Platz ist voller Wohnmobile. Eines davon erkennen wir wieder: Ein Hymer stand schon in Oualidia in Marokko hinter uns. Und noch etwas erinnert uns an Marokko: Es kommen ständig Leute vorbei, die uns etwas verkaufen wollen: Brot, Obst, Muscheln.

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Es ist einer der heißesten Tage und es weht ein leichtes Lüftchen schräg auflandig ohne Wellen, aber der 12er Kite müsste fliegen. Vielleicht kann ich wieder das Hydrofoil fahren. Tatsächlich fliegt der 12er besser als gedacht und ich habe eine richtig gute Session mit dem Foil bei Sonne und kaum Welle. Und ich bin der einzige Kiter weit und breit. Hier gefällt es uns;-)

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Kein Wind? Joggen!

Am nächsten Tag ist jedoch gar kein Wind, sodass wir in Richtung Lagos weiterfahren. Zunächst übernachten wir an einem Kitespot bei der Flussmündung Ria de Alvor. Hier gibt es je nach Tide eine sehr große Lagune mit vielen Sandbänken. Fast wie in Brasilien, soagr der Wind ist so stark, dass wir den 7er Kite fahren können. Allerdings auch extrem böig und eine Austernfarm in der Nähe

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Der nächste Tag wird der Tag des Wiedersehens. Ein Mopedfahrer fährt vorbei, der uns auffällt, weil er einen Kite auf dem Rücken und ein Board dabei hat. Das finden wir extrem cool und plötzlich klopft es am Auto. Der Mopedfahrer war Dave, den ich letztes Jahr bei der Ausbildung zum iko-Kiteinstructor kennengelernt habe. Er arbeitet jetzt hier als Kitelehrer.

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Kurze Zeit später noch ein Bekannter: Benny hat hier eine Kiteschule. Ihn habe ich vor ein paar Jahren in Brasilien kennengelernt. Er und Dave arbeiten zusammen. Die Welt ist klein. Aber aller guten Dinge sind drei und so kommt pünktlich zum Abendessen auch noch Martin in Lagos an. Martin, einer unserer Freunde aus Hamburg, hat sich zur gleichen Zeit wie wir ein Expeditionsmobil gebaut, und befindet sich damit gerade auf dem Weg nach Südafrika. Benny hat uns einen Tisch in einem sehr beliebten Restaurant in Lagos reserviert, wo wir sehr leckere Gambas essen. Am nächsten Tag stößt noch ein Pärchen aus England mit ihrem MAN zu uns und wir unterhalten uns noch etwas über die Autos.

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Beach Explorer meets Turtle Expeditions

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Die nächsten Tage verbringen wir mit Martin und erkunden die Gegend hier an der Südwestspitze Europas.

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Schließlich landen wir am Freitagabend auf einer Pizzaparty in einer Hippiekommune in den Bergen. Der Weg dorthin ist erneut eine Schotterpiste. Kurz vor der Location parken schon die ersten Busse und Wohnmobile am Rand der Piste. Wir stellen uns direkt dahinter und sehen zu, dass wir von unseren auffälligen Trucks weg kommen, bevor wir von den bereits betrunkenen Leuten angequatscht werden.

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Jeden Freitag gibt es hier für 10 Euro Pizza all you can eat inklusive zwei Getränke. So einen Ort habe ich noch nie gesehen. Alles ist selbstgebaut und in den Bergen stehen verstreut alte Wohnwagen und fahruntüchtige alte Wohnmobile herum, in denen die Menschen hier wohnen. Keine Ahnung, wie die Autos auf die Berge gekommen sind.

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Wir sind früh auf der Party und fallen sehr auf, weil wir statt Batikhemden normale Klamotten tragen und keine Rastalocken haben. Ein sehr unwirklicher Ort. Je später der Abend, desto stärker das Aroma von Hanf in der Luft.

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Die Party geht bis zum frühen Morgen und die letzten Gäste verlassen das Gelände, als wir schon ausgeschlafen losfahren. Es ist sehr grün und bergig und gefällt uns sehr gut. So abwechslungsreich hätten wir es hier nicht vermutet. Überall gehen Schotterwege von der Hauptstraße ab. Hier gibt es noch viele Wege zu entdecken, die man mit den Offroadtrucks fahren könnte.

Zwischen den Bergen zum Meer hin gibt unzählige kleine Sandstrände. Einige davon auch nur über Piste zu erreichen. Am Strand von Bodeira bei Carrepeteira übernachten wir ein paar Mal kostenlos.

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Von hier geht eine schöne Piste oben an der Küste entlang bis zum Strand Amado. Dort gibt es auch einen großen Parkplatz, auf dem wir übernachten.

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Auch zwischendurch gibt es unzählige Möglichkeiten abseits der Piste die Nacht zu verbringen.

Am Strand nahe Salema umfahren wir den eigentlichen Parkplatz und parken direkt am Strand. Ein Bullifahrer macht es uns nach, die anderen trauen sich eher nicht, den Asphalt zu verlassen. Heute ist es wieder extrem windig, allerdings ablandig, wodurch das Wasser schön glatt ist, für uns Weicheier jedoch zu kalt zum Baden.

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Wir sehen uns auch die Festung von Sagres an und essen jeder eine letzte Bratwurst vor Amerika. Jeder bekommt dafür sogar ein Zertifikat mit Datumsstempel.

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Nördlich von Sagres fahren wir noch ein paar Strände an, die wir zwar nicht offroad, aber über steile, ausgewaschene und enge Pisten erreichen. Martin fährt vor und ich filme mit der GoPro. Wir nehmen zwar ein paar Äste mit, meistern die Pisten aber sonst problemlos.

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An einem kleinen einsamen Strand will Martin es wissen und gucken, wie weit er es im Sand schafft. Gute zehn Meter waren es wohl, bevor er sich festgefahren hat 😉

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Aber auch bei 12,5 Tonnen hilft das Luftablassen, um den Truck wieder aus dem Sand zu bekommen. Dieses „passive Reifenfüllsystem“, mit dem man alle Räder gleichzeitig befüllen kann, habe ich auch auf meine Wunschliste geschrieben.

Wir verbringen noch ein paar schöne, entspannte Tage am Strand bevor wir uns von Martin verabschieden und sich unsere Wege leider wieder trennen. Martin, wir wünschen dir alles Gute für deine weitere Reise! Bleib gesund und pass auf dich auf! Wer Martin auf seiner Reise begleiten möchte, findet den Link hier.

Tarifa

Nach einer relativ kurzen Fahrt mit der Fähre kommen wir in Algeciras, Spanien, Europa an. Die Abfertigung beim Zoll geht so schnell, als würden wir durch einen Drive in fahren. Wir müssen nicht einmal aussteigen und werden nicht durchsucht. Kaum jemand wird durchsucht, erst recht nicht gründlich. Ein Zöllner fragt uns mit einer lauten, krächzenden Stimme: „Caravana?“ – „Siiiiiii“ lautet die Antwort. Erinnert uns an den Film „Die Minions“ und die Frage: Banana?

Schneller als wir es realisieren können, sind wir in Spanien. Irgendwie ein seltsames Gefühl, so als ob alles schon vorbei wäre.

Da morgen kein Wind angesagt ist, fahren wir nicht nach Tarifa, sondern machen noch einen Abstecher nach Norden. Morgen ist ein idealer Tag, um sich Gibraltar anzusehen. Also fahren wir zwanzig Minuten bis La Linea. Dort gibt es einen günstigen Stellplatz am Meer neben einem Fußballstadion und bis Gibraltar muss man nur zwanzig Minuten laufen. Weil es schon 23 Uhr ist, essen wir bei McDonalds. Wie auf einem anderen Planeten…

Am nächsten Morgen machen wir uns zu Fuß auf den Weg nach Gibraltar, das zu England gehört. Natürlich muss man auch hier durch den Zoll und seinen Pass vorzeigen. Mit dem Linienbus fahren wir ins Zentrum und laufen durch die Innenstadt, bis wir an der Seilbahn ankommen, mit der man bis nach oben auf den Felsen fahren kann. Vorher heißt es jedoch anstellen. Wir stehen über eine halbe Stunde in der Warteschlange, obwohl die gar nicht so lang ist, und müssen dann tatsächlich 33,- Euro zahlen, um in zwei Minuten auf den Berg gefahren zu werden. Der Preis ist einfach ungeheuerlich, ein Grund, warum wir zu Fuß wieder herunter laufen, nachdem wir oben ein paar Fotos geschossen und uns die Affen angesehen haben.k-_DSC1020k-_DSC0987k-_DSC0999k-_DSC0994k-_DSC1007k-_DSC0976k-_DSC0978

Nach einem leckeren Baguette als Mittagessen verlassen wir dieses Stückchen England wieder. Der Zöllner löst gerade Kreuzworträtsel, so dass wir diesmal keinen Pass vorzeigen müssen. Zurück am Parkplatz steht ein anderer Offroader aus Köln neben uns, von der Besatzung jedoch keine Spur. Wir finden auch niemanden, bei dem wir den Parkplatz bezahlen können und fahren schließlich einfach so los. Das Ziel ist Tarifa, die südlichste Stadt Europas.

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Bei Wind- und Kitesurfern seit Jahren bekannt für die guten Surfbedingungen. Hier treffen Mittelmeer und Atlantik aufeinander und man kann Marokko noch am Horizont sehen.

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Da ich vor zwölf Jahren das letzte Mal hier war, weiß ich noch, wo wir mit dem Truck parken können, denn die Straßen in der Altstadt sind fast so eng wie in einer marokkanischen Medina. Von unserem Parkplatz brauchen wir eine Viertelstunde bis zur Innenstadt. Wir laufen die Hauptstraße entlang, wo sich ein Surfshop neben den anderen reiht.

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Einiges hat sich in den letzten Jahren geändert, aber vieles ist auch gleich geblieben. Also trinken wir erst einmal einen Wein im La Tribu, einer Surferbar, die es schon immer hier gibt. Anschließend einen Cocktail im Taco Way, wo wir mit zwei Gästen von KiteWorldWide verabredet sind. Die Unterkunft, das KiteWorldWide Town House, ist direkt hinter der nächsten Ecke. Die Lage ist einmalig und von der zweistöckigen Dachterrasse kann bis zum Hafen und sogar bis Marokko schauen, auf der andern Seite die Dächer von Tarifa.

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Hier gefällt es uns so gut, dass wir spontan entscheiden, eine Woche einzuziehen. Ursprünglich wollten wir hier nur kurz Hallo sagen, weil wir den Wagen hier nicht parken können, aber die Viertelstunde Fußmarsch nehmen wir gern in Kauf.

In den nächsten drei Tagen weht der Poniente, ein auflandiger Wind, leider nicht sehr stark. Wir gehen zwar auch mit großen Kites aufs Wasser, aber nutzen diesmal die Gelegenheit, an der Whalewatchingtour teilzunehmen. Bei der Schweizer Stiftung Firmm fühlen wir uns gut aufgehoben. Zunächst gibt es einen Vortrag über die Straße von Gibraltar und Hintergrundwissen über die Wale, die man hier sehen kann. Dann starten wir zu einer zweistündigen Tour mit dem Boot und sehen tatsächlich Wale! Zuerst zwei große Finnwale, dann mehrere Gruppen von Pilotwalen und zwei Tümmler (Delfine). Die Pilotwale und Delfine kommen sogar bis ans Boot und schwimmen neben dem Bug mit. Ich konnte mir am Bug den besten Platz sichern und einige gute Bilder machen.

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Kaum zu glauben, dass da zwischen den ganzen großen Schiffen Wale umher schwimmen und wir ein paar Kilometer weiter, sogar in Sichtweite, kiten gehen. Erneut ein sehr beeindruckendes Erlebnis.

Wenn der Wind von Poniente auf Levante, einen starken ablandigen Wind, wechselt, gibt es meistens einen Tag gar keinen Wind. Beim gemeinsamen Frühstück im KiteWorldWide Town House beschließen wir, zusammen mit den anderen Gästen in die nächste Bucht nach Bolonia zu fahren. Zunächst sind wir neugierig auf die Ruinen der römischen Stadt Baelo Claudia, die man als Europäer dort kostenlos besichtigen kann.

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Nach einem kulturellen Rundgang unter der spanischen Sonne brauchen wir schnell ein paar kühle Getränke. Die finden wir am Ende der Bucht in der Bar La Cabana, die ich auch noch aus der Vergangenheit kenne.

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Die Bucht hat einen traumhaft schönen Strand, die Wasserfarben sind wie in der Karibik und es gibt freilaufende Rinder und Pferde. Wir verbringen den restlichen Tag am Strand und als wir ins Town House zurückkommen, ist der Kühlschrank bereits gefüllt, denn heute Abend gibt es ein Barbecue von KiteWorldWide.

Gabriele, der alles organisiert hat, schmeißt den Grill an und es wird mal wieder richtig lecker. Es gibt Cerveza und Vino und wir sitzen noch lange auf der Dachterrasse und quatschen.

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Am nächsten Morgen ist er endlich da: Levante, der starke, ablandige Wind, der heute leider doch nicht so stark ist, wie sonst. Gabriel bringt uns zu einer Stelle am Strand, wo es nicht so voll und der Wind nicht so böig ist. Weil der Wind ablandig ist, entstehen kaum Wellen und man kann entspannt über das glatte Wasser kiten. Zwei Boote sind im Wasser, die für Sicherheit sorgen, falls es jemand mal nicht zurück an Land schaffen sollte. Josi und ich haben den bisher schönsten Kite-Tag in Tarifa, auch wenn wir nicht immer genug Druck im Kite hatten.

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Fast überall werden wir auf das Auto angesprochen, vor allem am Strand, dort wo die meisten Kiter unterwegs sind. Heute morgen haben ein paar Leute vor dem Truck Selfies gemacht. Die Gruppe kam aus allen Ecken der Welt: Holland, Argentinien und Australien und der Argentinier kannte das Auto sogar aus dem Blog von KiteWorldWide! Alle paar Minuten hält jemand mit seinem Wagen an und macht schnell ein Handyfoto. Bald sind wir berühmt 😉

Zum Steak essen kann ich übrigens das Vaca Loca sehr empfehlen. Steak und Pommes habe ich selten so gut gegessen wie dort. Tapas schmecken im El Feo sehr gut, Pizza im La Tabla oder auch im La Tribu. Abgesehen davon gibt es in Tarifa so viele Restaurants, dass man fast überall gut essen kann.

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Auch hier vergeht die Zeit wie im Flug und wir treten die Weiterreise an. Erneut haben wir viele nette Menschen kennengelernt und wären am liebsten noch länger hier geblieben.