Resümee Marokko

k-_DSC8736

Wir waren nun knapp 2,5 Monate in Marokko, davon einen Monat nur In Dakhla. Die Zeit verging wie im Flug und fühlte sich an wie zwei Wochen.

Das Land hat uns sehr gut gefallen, es gibt alles von Schnee bis Wüste, von Großstadt bis Einsamkeit. Bis auf Alkohol oder westliche Importgüter ist alles günstiger als in Europa und wenn man bei der Wahl der Speisen etwas flexibel ist, kann man sich überall günstig selbst verpflegen.
Fast alles, was einmal gebaut wurde, scheint nie ganz fertig geworden zu sein und anschließend auch nie gut gepflegt worden zu sein. Vieles macht einen sehr herunter gekommenen Eindruck.
Die Menschen sind sehr bemüht und hilfsbereit, auch wenn es mit der Verständigung oft schwierig war, weil ich gar nicht und Josi nur etwas französisch spricht.
Wir hatten nie Sicherheitsbedenken, sei es allein in der Wüste oder nachts an einer Ausfallstraße in Marrakesch. Uns wurde ein paar Mal Haschisch angeboten, aber nie aufdringlich oder bösartig, auch wenn wir abgelehnt haben.
Zwei Mal hatten wir das Gefühl, übers Ohr gehauen zu werden, und zweimal haben wir es vorher bemerkt, es ging aber nie um große Summen dabei:
– ein Campingplatz sollte erst 5€ kosten, bei Abreise waren es dann aber 10€ was in keinem Verhältnis zum Platz im Vergleich zu anderen Plätzen stand.
– beim Kauf des Fährticktes für die Rückfahrt wollte einer der Verkäufer plötzlich extra bezahlt werden, weil er für uns die Zollformalitäten regeln wollte. Er hat dann 5€ bekommen, wollte aber das Doppelte und ist dann ohne überhaupt etwas zu tun mit dem Geld einfach abgehauen.
– Einen Versuch eines Campingplatzbetreibers haben wir bemerkt, weil er es einfach übertrieben hat. Er wollte uns für den zehnfachen Preis, den andere verlangen, den Weg zum Erg Chegaga zeigen.
– ein Taxifahrer hat ebenfalls versucht, das Doppelte zu verlangen, aber wir kannten den üblichen Preis und haben nicht mehr gezahlt.

Ideal zum Kiten sind Dakhla und Essaouira, beides Ziele, die von KiteWorldWide angeboten werden. Natürlich gibt es noch andere mögliche Spots, aber diese beiden sind wirklich herausragend.

k-_DSC9835

Marcos Highlights:
– die Wüstenregionen Erg Chegaga und Erg Chebbi und das Fahren im weichen Sand
– die Zeit in Dakhla mit Übernachtung an der weißen Düne und Foilkiten am Speedspot
– der abenteuerliche Tizi-n-Test- Pass im Nebel nach einigen Erdrutschen

k-_DSC8865

Josis Highlights:
– der Delfin, den sie beim Kiten in Dakhla gesehen hat
– die Souks in Marrakesch, die ein Labyrinth aus tausend kleinen Gassen waren
– die Fahrt über den ausgetrockneten See beim Erg Chegaga, als sie selbst am Steuer saß

k-_DSC9287 (2)

Es gibt noch so viele andere Orte oder Situationen, die uns beeindruckt haben, aber die hier haben es ganz nach oben geschafft. Natürlich gibt es auch einige Orte, die wir nun einmal gesehen haben, aber nicht erneut besuchen würden.

Was uns nicht gefallen hat: Man kann kaum irgendwo anhalten oder herumlaufen, ohne von irgendjemanden angesprochen zu werden, der einem etwas verkaufen will, oder ein Geschenk haben will, sei es Kleidung, Werkzeug oder einfach Geld. Besonders Kinder sind in dieser Hinsicht nicht schüchtern. Auf Dauer kann das schon sehr anstrengend sein.

Hier noch einige Zahlen für die Statistik: Seit unserer Abreise Anfang März aus Deutschland haben wir folgende Ausgaben gehabt:

Fähre: 930,- € (760 € Genua bis Tanger, 170 € Tanger-Algerciras)

Maut: 66,- € (24 € in der Schweiz, 25 € in Italien, 17 € in Marokko)

Diesel: 1141,- € (144 € für 150 Liter in Deutschland, 997 € für 1545 Liter in Marokko)

Sonstige Ausgaben (Essen, Camping, …): 1394,- €

Summe: 3701,- €

Dazu muss man sagen, dass wir im April dank unseres Sponsors KiteWorldWide sogut wie keine Ausgaben hatten.

Wir haben mit 1695 Litern Diesel 8437 Kilometer zurückgelegt, was einem Durchschnitt von 20 Litern/100 Kilometer entspricht. Ich musste kein Öl nachfüllen. Außer zwei Sicherungen im Aufbau und einer kaputten Tasse gab es keinerlei Schäden oder Verluste. Der Dieselpreis in Marokko und der Westsahara lag zwischen 0,45 € und 0,78 €, im Durchschnitt bei 0,65 €.

k-_DSC8746

Wir kommen wieder! Inshallah…

Bslamah Maroc

Als wir Marrakesch verlassen, ist die Sicht etwas besser. Zur Linken kann man am Horizont die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas sehen. Aber zunächst müssen wir uns noch durch den Stadtverkehr drängeln. Anders kann man das nicht bezeichnen. Besonders chaotisch ist das Linksabbiegen. Das geschieht hier nicht wie bei uns, vor dem Gegenverkehr, sondern man fährt erst an den Linksabbiegern der Gegenspur vorbei und muss dann dahinter links abbiegen. Weil aber immer alle dicht auffahren, kann man das gar nicht. Alle blockieren sich gegenseitig und hupen, man wird noch mehrfach rechts überholt und die Einheimischen drängeln sich irgendwie durch.

Der Weg zur Küste geht immer geradeaus auf guter, später sogar vierspuriger Straße. Zunächst gibt es kaum Vegetation, aber je näher man der Küste kommt, desto grüner und hügeliger wird es. Wir haben noch ein paar Tage Zeit, bis wir von KiteWorldWide ein Riad in Essaouira haben, daher fahren wir zuerst in das südlich gelegene Dorf Sidi Kaouki. Am Ortseingang wird man direkt von den Schildern der Surfstationen begrüßt.

k-_DSC0604k-_DSC0602k-_DSC0599k-_DSC0595k-_DSC0714k-IMG_6805

Außer einer Hand voll Restaurants, einem Kiosk, zwei Campingplätzen und einigen Unterkünften hat der Ort nicht viel zu bieten. Abgesehen von Wellen und viel böigem Wind. Wir haben selten so heftige Bedingungen erlebt wie hier in der Nähe des Ortes am Ufer. Weiter draußen und weiter in Lee geht es. Trotzdem bleiben wir vier Nächte und gehen hier mit 7 bis 9qm Kiten. Egal wie groß der Kite, manchmal wird man aus dem Wasser gehoben oder im Sprung einfach fallen gelassen weil der Wind kurz weg ist. Im Süden der Bucht gibt es eine Flussmündung. Dort ist es am angenehmsten.Trotzdem muss man in der ganzen Bucht aufpassen: immer wieder tauchen kurz unter der Wasseroberfläche Fischernetze auf, sogar weiter draußen.

k-_DSC0624k-_DSC0643k-_DSC0653

Wir versuchen, noch eine Bucht weiter südlich als Wasser zu kommen, aber der Weg dorthin wurde gesperrt, um das Wildcampen zu verhindern. Leider können wir sie Sperre auch nicht umgehen, weil die Büsche zu dicht stehen oder es einfach zu viel Geröll gibt. Noch eine Bucht weiter finden wir einen sehr steinigen Weg, den wir zumindest bis zur Hälfte fahren können, bevor auch hier die Bäume zu dicht stehen. Wir lassen das Auto stehen und werden mit einer großen einsamen Bucht belohnt. Hier könnte man auch kiten und vom Felsplateau coole Bilder machen, aber dazu müssten wir das ganze Zeug erstmal hierher schleppen und so gibt es nur ein paar Bilder ohne Kites.

k-_DSC0618

k-_DSC0707
Steinig ist der Weg zum Strand

k-_DSC0703

Während unseres Aufenthalts in Sidi Kaouki, welches zu Recht auch Windy Kaouki genannt wird, erhalte ich von meinem Kumpel Martin eine SMS: Hey ich bin in Sidi Kaouki, bist du zufällig in der Nähe? 😉 Wie klein die Welt schon wieder ist.

Weiter geht es nach Essaouira. Die Stadt hat alles zu bieten, was man sich vorstellen kann. Es gibt hier einen großen Supermarkt von der französischen Kette Carrefour, in dem man alles kaufen kann, was das europäische Herz begehrt. Die Medina ist wirklich schön und man wird nicht so extrem angesprochen. Nur am Strand hat man wenig Ruhe vor den Verkäufern, die einem Kameltouren, Sonnenbrillen oder andere Souvenirs verkaufen möchten.

k-IMG_6835k-IMG_6837k-IMG_6838

Wir sind mit Sara von der Surfstation Explora verabredet.  Erneut werden wir super nett von allen empfangen. Die Station arbeitet mit KiteWorldWide zusammen und ist extrem gut organisiert. Alles hat seinen Platz, alles ist beschriftet und es gibt einen Übersichtsplan, damit jeder weiß, wer wann von wem geschult wird oder welche Aktivität ansteht. Man kann sogar duschen und seine Sachen ausspülen. Auch hier testen wir erstmal den Spot und gehen mit 8 und 9qm kiten. Es ist auch hier böig und auch hier wird es gleichmäßiger, je weiter man sich von den Häusern entfernt. Es läuft eine sehr gleichmäßige Welle in die Bucht, bisher die beste, die wir gesehen haben. Man kann Downwinder in die nächste Bucht oder sogar bis Sidi Kaouki machen.

Nach unserer Session werden wir von Miranda abgeholt, unsere Ansprechpartnerin von KiteWorldWide, die uns in der gesamten Zeit sehr gut betreut. Wir lassen den Truck auf dem bewachten Parkplatz an der Surfstation stehen und laufen mit kleinem Gepäck eine Viertelstunde, bis wir durch eines der Stadttore, das Bab Marrakesch, die Medina erreichen.

k-IMG_6814

k-IMG_6819k-IMG_6818k-IMG_6832k-IMG_6833

Miranda bringt uns zum Riad Zelaka, unserer Unterkunft für die nächsten drei Tage. Das Riad ist wunderschön und man kann von unten bis zum Dach gucken. Unten steht ein großer Tisch in der Mitte, an dem alle Gäste zusammen frühstücken können. Sechs Zimmer verteilen sich auf die beiden Etagen darüber und ganz oben gibt es eine lauschige Dachterrasse, auf der eine Katze wohnt. Jedes Zimmer trägt den Namen eines Kitespots.

k-IMG_6823k-IMG_6825k-_DSC0717

Wir kiten auch hier jeden Tag. Essaouira gefällt uns so gut, dass wir noch eine Nacht auf dem Campingplatz hinten dran hängen. Hier lernen wir noch ein Pärchen aus der Schweiz kennen, die sich ebenfalls morgen mit ihrem VW T4 auf den Rückweg machen wollen.

Als wir nach Norden weiterfahren, sehen wir im grün bewaldeten Hinterland sehr viele extrem schöne Anwesen, mal kleiner, mal größer, und stellen fest, dass uns hier ein Häuschen als Alterswohnsitz sehr gut gefallen könnte. Weiter geht es in Richtung Safi, vorbei an Moulay-Bouzerktoun und weiteren schönen Stränden und Buchten.

k-_DSC0824k-_DSC0828 (2)k-_DSC0831 (2)k-_DSC0833 (2)

Die Strecke bietet fabelhafte Aussichten auf das Meer. In Safi machen wir auf dem heruntergekommenen, städtischen Campingplatz nur Halt zum Übernachten. Kurz darauf treffen zufällig auch die Schweizer ein. Auf dem Platz wohnen einige Pfaue, die uns mit ihrem Gekrähe die halbe Nacht wach halten (aber schön sind sie trotzdem).

k-IMG_6846k-_DSC0841 (2)

Auf dem weiteren Weg schauen wir uns noch ein paar Strände an, die jedoch meist verlassen und heruntergekommen sind.

k-_DSC0853k-_DSC0855

Wir landen schließlich in Oualidia, einem kleinen Fischerdorf mit einer traumhaften Lagune. Die Schweizer sind schon da ;-). Es gibt mitten im Ort einen großen Parkplatz ohne Ver- oder Entsorgung, auf dem man übernachten kann. Hier stehen auch schon fünf andere Mobile.

k-_DSC0862k-_DSC0897

Es kommen Fischer ans Wohnmobil und bieten den Fang des Tages an, oder man lässt sich eine fertige Tajine aus Auto liefern. Wir gehen nachmittags erst einmal Stand Up Paddeln. Die Flut füllt langsam die Lagune. Durch eine Öffnung in den Felsen branden die Atlantikwellen sehr geordnet in die Lagune und verteilen sich in einem sauberen Halbkreis darin.

k-_DSC0886k-_DSC0870k-_DSC0895k-_DSC0893k-_DSC0888

Ich versuche zum ersten Mal, mit dem SUP Wellen zu reiten und es funktioniert! Mega! Aber das Wasser ist doch ganz schön kalt 😉 Man kann hier auch kiten, aber der Wind reicht nicht.

vlcsnap-error674vlcsnap-error832

Zum ersten Mal gibt es abends Mücken, so dass wir uns ins Auto flüchten und die Schweizer davon überzeugen, statt nach Portugal doch noch einmal nach Dakhla hinunter zu fahren, denn sie haben noch einen Monat Zeit. So trennen sich am nächsten Tag unsere Wege. Mittlerweile ist die Landschaft viel grüner geworden. Wir legen auf einer guten Autobahn 400 km zurück, lassen Casablanca und Rabat links liegen und fahren zur nächsten Lagune bei Moulay-Bousselham. Ebenfalls ein Fischerdorf, aber weniger touristisch. Ein Campingplatz liegt unterhalb der Stadt, direkt an der Lagune.

k-_DSC0907

k-_DSC0925k-_DSC0923k-_DSC0948k-_DSC0961 ak-_DSC0955

Die Stadt liegt auf einem kleinen Berg, gegenüber ein Hügel mit Sanddünen, dazwischen schlängelt sich eine Art Flussmündung, durch die je nach Gezeiten das Wasser eine große Lagune im Hinterland füllt oder entleert. Als es von der Strömung passt, sehe ich mir auch diese Flussmündung mit dem SUP an.

k-_DSC0939

Ich paddle gegen die Strömung bis zur Mündung, wo erneut richtig hohe Wellen brechen und lasse mich dann zurücktreiben.

k-_DSC0951

Später ist die Strömung so stark, da hätte ich nicht mehr gegen an paddeln können. Kurz vor dem Campingplatz liegen die ganzen Fischerboote, durch die ich mich hindurch mogle und dann beim Camping wieder aussteige. So viele Fische wie hier habe ich vom Board aus noch nie gesehen. Leider auch eine tote Schildkröte und viel Plastikmüll. Ein Anwohner hat auch einfach seinen Müllsack die Klippen hinunter geworfen. Da war ich etwas sprachlos. Insgesamt ist es hier aber sehr schön und wir würden hier wie auch in Oualidia erneut einen Zwischenstopp einlegen.

k-_DSC0966

Nach zwei Nächten auf diesem Platz, starten wir etwas wehmütig, zur letzten Etappe in diesem Land, sogar auf diesem Kontinent. Erst langsam wird uns bewusst, dass sich unsere Zeit in Marokko dem Ende nähert. Wir fahren die letzten 150 Kilometer nach Tanger, wo es noch einmal sehr aufregend wird. In einem Kreisverkehr mitten in der Stadt hängen sich plötzlich drei Jungendliche hinten an unseren Heckträger. Ich versuche, sie durch starkes Bremsen und Schlangenlinien loszuwerden, aber das funktioniert nicht. Also halten wir an und ich laufe nach hinten und schreie die Jungs an, die sofort flüchten. Sobald ich jedoch im Auto sitze, hängen die drei schon wieder hinten dran. Erst als wir nach einem Kilometer an einem weiteren Kreisverkehr einen Polizisten auf die drei aufmerksam machen, lassen sie sich vertreiben. Dafür springt während der Fahrt direkt der nächste hinten drauf. Als wir bemerken, dass auch an Bussen und anderen großen Fahrzeugen hinten immer Jungs dran hängen, beruhigen wir uns etwas. Als uns ein Busfahrer dann zu verstehen gibt, dass man daran leider nichts ändern kann, warten wir einfach, bis der ungebetene Gast von alleine abspringt. Das scheint hier sowas wie das marokkanische S-Bahn-Surfen zu sein. Wir verlassen die Stadt durch ein sehr teuer erscheinendes Stadtviertel am Meer und fahren eine letzte Bergstraße von der aus wir schon die Straße von Gibraltar und in der Ferne sogar Tarifa sehen können.

k-_DSC0971

Noch ein letztes Mal machen wir günstig den Dieseltank voll und kommen am Hafen von Tanger Med an. Wir werden am Ticketschalter sofort abgefangen und man verkauft uns super schnell  Ticket zum besten Preis, my friend. For you only 170 Euro. Da das der Preis ist, den ich als günstigsten Preis auch im Internet gefunden habe, machen wir das Spiel mit. Zwar will einer der Schlepper noch einmal Geld für seine Hilfe haben, aber wir haben die letzen Dirham bereits ausgegeben und so zieht er sauer davon. Wir kommen sehr schnell durch den Zoll. Das Auto wird einmal gescannt und ein Drogenhund läuft eine Runde um uns herum, sonst aber keine Durchsuchung. Alles geht sehr schnell. Wir haben eigentlich ein Ticket für die Fähre um 21:30 Uhr, aber wir schaffen es als letztes Auto zufällig noch auf die 18:30 Uhr-Fähre und verlassen das Land schneller als gedacht.

Fünf T bis Marrakesch

Wie so oft stimmt die Wettervorhersage nicht und es regnet viel weniger als erwartet, zumindest am Aglou Plage. Schade, ich habe gedacht, dass das Auto von selbst sauber wird :-). Besonders die Duschen hier haben uns gut gefallen, weil es ausreichend Wasser gibt und sogar die Tempereatur gleichmäßig einstellbar ist, vorausgesetzt man weiß die Dusche zu bedienen. Es gibt nämlich nur ein rundes schwarzes Rädchen und als ich zum ersten Mal duschen will, funktioniert das zunächst nicht. Egal ob ich nach links oder rechts drehe, es kommt kein Wasser. Da niemand an der Rezeption ist, schaue ich ob das Wasser in der Damendusche funktioniert. Siehe da, dort gibt es eine Beschriftung: Links warm, rechts kalt und PUSH! Zurück in die Herrendusche und den Knopf gedrückt. Läuft 😉

Das Örtchen ist klein aber ganz nett, nur der Weg zum Strand ist zu Fuß etwas weit. Man kann günstig in vielen Restaurants essen. Wir bleiben also nur zwei Nächte und fahren bei bedecktem Himmel wieder in die Berge. In Tiznit halten wir zwar nicht an, aber auf den ersten Blick scheint es eine schöne, etwas größere Stadt zu sein, in der viel los ist und man wahrscheinlich alles kaufen kann, was man braucht. Die ganze Stadt ist mit einer schönen Stadtmauer im Lehmbaustil umgeben und macht einen guten, sauberen Eindruck.

Wir sind auf dem Weg nach Tafraoute, um uns dort die berühmten„Blauen Steine“ anzusehen, die ein Künstler irgendwann mal mit einigen Tonnen Farbe blau gestrichen hat. Der Weg dorthin führt durch den Anti Atlas über eine gute Teerstraße mit vielen Serpentinen. Die Straße ist bei Gegenverkehr noch gerade breit genug und es gibt keine extremen Steigungen, so dass jedes Wohnmobil hier einigermaßen entspannt fahren kann. Nur die letzten dreißig Kilometer sind einspurig und man muss entsprechend ausweichen. Die Landschaft gefällt mir immer besser, je näher wir Tafraoute kommen. Unser Reiseführer behauptet sogar, es sei die schönste des ganzen Landes; auf jeden Fall ist sie einen Besuch wert. Die Berge werden immer höher und die Felsformationen immer beeindruckender, auch wenn wir aufgrund der starken Bewölkung nicht sehr weit gucken können und die Gipfel unter Wolken versteckt sind. Auch die Farben der Felsen sind sehr abwechslungsreich.

k-_DSC0408k-_DSC0405

Der Ort selbst hat drei Campingplätze und genügend Infrastruktur, um länger dort zu bleiben. Es gibt sogar eine Tankstelle und einen kleine Souk. Wir fahren noch acht Kilometer weiter auf nagelneuer einspuriger Straße und biegen auf eine ganz neu erscheinende Piste rechts ab. Diese führt direkt zu den blauen Steinen und ist ebenfalls wohnmobiltauglich. Nur die letzten Meter sind dann nichts mehr für lange Überhänge, was uns aber nicht stört. Im ganzen Gebiet um diese Steine kann man offroad herumfahren und auch wild übernachten.

k-_DSC0413k-_DSC0414k-_DSC0469k-_DSC0471k-_DSC0478k-_DSC0483k-_DSC0488k-_DSC0489k-_DSC0499

k-_DSC0504
Ich habe noch einen blauen Stein dazu gelegt 😉

k-_DSC0491

Die Gegend hier wäre auch ohne blaue Farbe wieder sehr beeindruckend. Für die 170 Kilometer haben wir heute fünf Stunden gebraucht und suchen uns nun einen Schlafplatz auf einem Plateau etwas weiter oben.

k-_DSC0425

Kurz darauf lernen wir noch ein Pärchen aus Tschechien kennen, Milan und Dominique, die mit ihrem VW LT35 (Allrad von Iglhaut) schon länger als wir unterwegs sind und auch von unterwegs arbeiten können.

k-_DSC0480

Wir verbringen zusammen einen lustigen (sehr langen) Abend am Lagerfeuer und kommen in den Genuss von selbst gebrannten Sliwowitz made by Milans Papa. Beides hilft gegen die nächtlichen 8 Grad auf 1000 Metern Höhe.

k-_DSC0438k-_DSC0443k-_DSC0441

Als die Wolken am nächsten Tag etwas auflockern, starten wir unsere nächste Etappe: Weiter durch den Antiatlas bis Taroudannt. Wieder führt uns eine gute Straße auf vielen geschwungenen Kurven und Serpentinen die Berge hoch und runter. Erneut eine sehr abwechslungsreiche Strecke, die ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Wir sehen zum ersten Mal Ziegen, die zum Fressen auf Bäume klettern, sogar auf die ganz dünnen Äste. Nur das Fotografieren hat nicht so gut geklappt, weil sofort der Hirte angelaufen kam.

k-_DSC0431k-_DSC0513k-_DSC0517k-_DSC0519k-_DSC0521k-_DSC0522k-_DSC0528

Schließlich lassen wir den Anti Atlas hinter uns. Es eröffnet sich uns ein ein sehr weites Tal und wir können in der Ferne zwischen den Wolken schon die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas sehen. Wieder sehr beeindruckend. In Taroudannt übernachten wir auf einer Orangenplantage und sind wie fast immer die einzigen Gäste.

k-_DSC0540

Man sieht, dass es hier schon mehr geregnet hat. Den Besitzer freut’s- er erzählt uns, dass es in den letzten zwei Jahren gerade mal an sechs Tagen geregnet hat. Überall steht noch Wasser, aber die Sonne ist immer häufiger zu sehen. Daher beschließen wir, am nächsten Tag ein weiteres Highlight in Angriff zu nehmen: Wir fahren über eine schmale Bergstraße, die aber durchgehend geteert sein soll, nach Marrakesch. Der Bergpass auf 2100 Metern Höhe heißt Tizi-n-Test und ich habe in Foren und Reiseführern einiges darüber gelesen. Die Straße soll eng sein, an den Seiten ausgefranst, es gibt eine Stelle mit Überhang, die für hohe Autos schwierig sein soll, aber der Ausblick sei wunderschön. Leider sind heute erneut viele Wolken am Himmel. Zu Beginn ist der Pass einspurig und schlecht, dann nagelneu zweispurig, dann wird jedoch mit zunehmender Höhe auch die Straße wieder schlechter. Die Regenfälle der letzten Tage haben der Straße derart zugesetzt, dass sie noch vor einigen Tagen unpassierbar war. Die Reparaturen dauern immer noch an. Zudem sind wir schon in der Wolkendecke, mitten im Nebel. Ich habe die Fahrt mit der GoPro gefilmt und hier ein paar Bilder herausgeschnitten. Wir konnten dabei mit dem bloßen Auge nicht so weit in den Nebel hinein sehen, wie die Kamera. Unsere Sichtweite war noch geringer als es auf den Bildern wirkt. Aber seht selbst:

Zunächst ist hier eine Gerölllawine durch die Häuser gegangen und hat etwas Straße mitgenommen.

k-vlc (2)k-vlc (3)k-vlc (4)

Dann gibt es immer wieder Geröllabgänge, die die Straße unter sich begraben haben. Dazu kommen Regen, Matsch und Nebel auf der einspurigen Strecke.

Wir fahren ungefähr eine Stunde in den Wolken auf diesem Matschweg. Eine Teerstraße ist nicht mehr zu erkennen. An den Seiten geht es steil nach oben und unten. Nach Josis Gesichtsausdruck zu urteilen, ist es auf ihrer Seite steiler als auf meiner. Sie hat mal die Kamera aus dem Fenster gehalten, so erkennt man zumindest ein wenig, wie es aussah.

k-vlc (5)k-vlc (6)k-vlc (10)k-vlc (11)k-vlc (13)k-vlc (14)k-vlc (16)k-vlc (19)k-vlc (20)

Die Stelle mit dem Überhang wollte ich eigentlich fotografieren, aber genau da kommt uns ein Bagger entgegen und es ist eh fast unmöglich, auszusteigen. Freundlicherweise fährt der Bagger zurück und sucht sich eine Ausweichstelle, so dass wir passieren können.

k-vlc (21)k-vlc (22)k-vlc (23)

Auf dem Pass angekommen, erfrieren wir fast beim Aussteigen und wir trinken erstmal einen Tee. Was für eine abenteuerliche letzte Stunde! Natürlich hinterlassen wir noch einen Aufkleber von KiteWorldWide und Stranddeko am Fenster des Cafés.

k-_DSC0552k-_DSC0551k-_DSC0556

Zwei Mietwagen sind uns in der Zeit entgegen gekommen. Ich glaube, die Touristen haben sich den Weg auch anders vorgestellt. Vor allem, weil der Spuk zwei Kilometer hinter dem Pass schon vorbei ist. Hier scheint die Sonne als sei nichts gewesen und wenn man aus dieser Richtung kommt, ahnt man nicht, was noch vor einem liegt.

k-vlc (24)k-_DSC0565k-_DSC0575k-_DSC0568k-_DSC0571k-_DSC0577

Das Wasser im Fluss auf der anderen Seite der Berge ist grau und spült noch immer die Reste des Regens weg. Daher können wir nicht den von den Tschechen empfohlenen Übernachtungsplatz anfahren, sondern nehmen den Campingplatz Ourika Camp vor den Toren Marrakeschs. Von hier aus können das nächste Abenteuer starten: die berühmte Medina in der Großstadt! Auch der Verkehr hat im Flachland wieder zugenommen und man sieht die üblichen Transporter mit den „normalen“ Gütern auf der Straße.

k-_DSC0543k-_DSC0579

Da der Luftdruck hier in der Ebene höher ist als in den Bergen, hat es uns sogar die Wasserflasche zusammengedrückt.

k-_DSC0537

Am nächsten Nachmittag fahren wir die zehn Kilometer für je 50 Cent mit dem Bus in die Stadt. Weil es nirgends Straßennamen gibt, laufen wir zunächst in die falsche Richtung. Dann endlich landen wir auf dem großen Platz Djemaa el-Fna mitten in der Stadt. Hier tummeln sich Künstler, Gaukler, Uhrenverkäufer, Bettler und alle, die in Marrakesch noch irgendwie an Geld kommen oder etwas loswerden wollen. Wir trinken erst einmal was auf der Terrasse des Café Glacier. Von oben verschaffen wir uns einen Überblick über den Platz und machen uns dann auf den Weg in die Souks, die kurz hinter dem Café beginnen. Die Souks bestehen aus vielen schmalen Gassen der Altstadt, die jedoch alle überdacht sind. Man hat das Gefühl, man befindet sich in einem Gebäude oder besser Labyrinth. Dicht an dicht drängeln sich die Geschäfte und auch die Menschen. Sogar Mopedfahrer drängeln sich fast ohne Rücksicht durch das Getümmel, so dass man teilweise in die Läden ausweichen muss, damit es passt. Die Verkäufer sind überraschend zurückhaltend. Klar werden wir angesprochen, aber niemand läuft hinterher oder zieht einen in seinen Laden. Insgesamt relativ entspannt alles. Wir haben uns auch gar nicht viel mehr vorgenommen, nur noch zwei Sehenswürdigkeiten ansehen, die jedoch beide geschlossen sind, weil Freitag ist. Wir laufen durch die Hitze zurück zum großen Platz und suchen uns zum Abendessen ein Restaurant mit tollem Ausblick auf das Geschehen unter uns. Fazit: Entweder heute war ausnahmsweise ein ruhiger Tag in Marrakesch oder es ist alles gar nicht so schlimm, wie es in den Reiseführern steht.

k-WP_20160513_020(1)k-WP_20160513_016k-WP_20160513_022

1000 Kilometer in zwei Tagen

Knapp einen Monat sind wir jetzt im KiteWorldWide Villa Camp in Dakhla und sind jeden Tag auf dem Wasser. Ich kann inzwischen auch ganz gut mit dem Hydrofoil umgehen und Josi verbessert ihre Sprungtechnik.

k-vlcsnap-error744k-_DSC0174k-vlcsnap-error917k-vlcsnap-error087k-vlcsnap-error094k-IMG_2911k-IMG_2972

Aber irgendwann müssen auch wir Abschied nehmen, was uns nicht leicht fällt. Wir haben hier viele nette Menschen und vielleicht auch neue Freunde kennen gelernt. Einige von Ihnen werden wir hoffentlich bald in Deutschland oder Dänemark wiedersehen. Die lustigen Abende mit den beiden Kitelehrern Naji und Larbi vermissen wir jetzt schon 😉

k-IMG_4458

Obwohl wir erst kurz vor Mittag los kommen, schaffen wir an diesem Tag 570 Kilometer und finden pünktlich zum Sonnenuntergang einen Schlafplatz zwischen Laayoune und Tarfaya. Wir haben wieder die Straße am Meer entlang genommen. Hier gibt es ein sehr schönes Dünengebiet, das zu Sonnenuntergang noch einmal schöner aussieht, als wir es vom Hinweg in Erinnerung haben. An einer großen Düne verlassen wir die Straße und fahren vorsichtig auf steinigem Untergrund in das Gebiet hinein, bis wir hinter der großen Düne stehen. Man hört das Meer rauschen und kann es vom Gipfel der Düne aus auch sehen.

k-IMG_6770

k-_DSC0263

Am nächsten Tag machen wir den Tank noch an einer der letzten subventionierten Tankstellen voll. Ich soll 355 Dirham zahlen, gebe dem Tankwart 405 Dirham und bekomme 150 (also 100 zu viel) zurück. Ob so die Subvention funktionieren soll?

Wir passieren ein großes Salzabbaugebiet umgeben von Dünen und erneut sieht die Landschaft heute schöner aus als auf dem Hinweg.

k-_DSC0273k-_DSC0281

Hinter Tan-Tan am Dra-Tal machen wir einen Abstecher zum Fort Tafnidilt. Ähnlich wie beim Fort Bou-Jerif gibt es eine alte Fort-Ruine auf einem Berg und kurz dahinter ein sehr gut gepflegtes Hotel mit Pool und Stellflächen für 4×4, denn normale Womos erreichen diese Unterkunft dank Sand und Steinpiste erst gar nicht. Wir überlegen, hier zu übernachten, aber es ist heiß und kein Wasser im Pool! Übrigens haben wir in den letzten zwei Monaten noch nie einen vollen Pool gesehen….

k-_DSC0289k-_DSC0293

Also peilen wir den Supermarkt in Guelmim an, in dem wir uns zwei Stunden später mit Lebensmitteln eindecken.

k-IMG_6773k-IMG_6772

Dann geht es zur nächsten Oase auf einen kleinen, familiären Campingplatz, auf dem wir endlich mal wieder mit Tee empfangen werden. Wir haben heute wieder 400 Kilometer geschafft, sind müde und freuen uns auf Bolognese mit echtem Hackfleisch, aber eine Einladung vom Hausherrn zum Tee kann man ja nicht ausschlagen. Als er uns dann eine Stunde später auch noch zum Fisch essen einladen möchte, müssen wir dankend ablehnen. Dazu sind wir wirklich zu müde. Unter anderen Umständen wäre das bestimmt eine schöne Erfahrung gewesen.

Wir wollen noch einmal zum Plage Blanche fahren, der bei vielen Offroadern beliebt ist. Es gibt eine sehr lange Route, die schon bei Fort Tafnidilt beginnt, aber auf zwei Tage steinige Piste im zweiten Gang haben wir keine Lust. Am Ende der langen Route hat man die Wahl oben auf dem Plateau entlang zu fahren, oder 30 Kilometer direkt am Strand. Wir fangen direkt beim Strand an. Um dorthin zu gelangen, muss man zunächst ein Flußdelta überwinden. Zwei Kiometer vor der Mündung gibt es eine Furt mit einem steilen, kurzen Anstieg. Dann noch ein paar tiefe, steile Löcher überwinden, die durch Erosion entstanden sind, und eine sandige Piste, die gerade breit genug für den LKW ist. Wir sind am Strand. Es gibt ärmliche Fischerhütten und es findet gerade ein Motorrad-Event statt. 50 Enduros, zwei Jeeps für Medical Assistance, ein Iveco 4×4 und ein MAN 4×4 sind dabei. Wir fahren noch ein paar Meter weiter, bis der Sand weicher wird und lassen wieder Luft aus den Reifen. Wir wagen den Versuch, am Strand entlang zu fahren. Für ein paar Minuten geht das ganz gut. Irgendwann wird mir das jedoch zu heikel. Der tiefe Sand wird immer mehr und der Wagen kann die Drehzahl nicht immer halten, weil es zu viel Kraft kostet, die Räder im dritten untersetzten Gang durch den Sand zu bewegen. Und runterschalten geht auch nicht, dann würden wir sofort stehen bleiben. Also einen großen Bogen fahren und zurück. Hinzu kommt, dass gerade Flut ist und wir nicht wissen, ob sie noch höher steigt. Irgendwann werde ich mir diesen Strand noch einmal vornehmen, dann aber mit mindestens zwei Fahrzeugen, bei Ebbe und mit mehr Mut.

k-_DSC0299k-_DSC0301k-vlcsnap-error456k-_DSC0327k-_DSC0317k-_DSC0308k-vlcsnap-error684k-vlcsnap-error954

Die nächsten zwei Nächte verbringen wir in Sidi Ifni. Die Stadt ist durch spanischen Einfluss geprägt und gefällt uns sehr gut. Man merkt, dass ab hier der Tourismus so richtig beginnt. Es gibt unzählige Restaurants und wir essen zum ersten Mal wieder eine Pizza! Mmmmmmh!

Im Winter muss es hier sehr voll sein, denn es gibt drei große Campingplätze nebeneinander. Jetzt stehen wir fast allein. Auch unter Surfern ist der Ort bekannt. Es gibt mehrere Surfshops und man sieht täglich Wellenreiter auf dem Wasser. Aber auch die Wellensaison ist fast vorbei. Mitten in der Nacht ist der ganze Strand voller Angler. Tagsüber sieht man niemanden.

k-IMG_6774k-_DSC0357k-_DSC0350k-_DSC0349k-_DSC0345k-_DSC0342k-_DSC0336k-_DSC0329

Ich nutze die Zeit und schmiere zum ersten Mal alle Gelenke der Antriebswellen und die Lager an der Vorderachse mit der Fettpresse ab. Klappt ganz gut. Ich hätte nicht gedacht, dass eine ganze Tube Fett dabei drauf geht. Durch die Vibrationen der vielen Kilometer haben sich einige Schrauben in einem Schrank gelockert, im Stauraum sogar selbst herausgedreht. Aber es sind immer noch mehr als genug Schrauben fest, sodass wir uns auch hier keine Sorgen machen.

k-IMG_6780

Einige Kilometer nördlich von Sidi Ifni gibt es drei Felsbögen am Strand, unter denen man hindurch laufen kann. Die Zufahrt geht so steil und ausgewaschen nach unten, dass man hier mit einem normalen Wohnmobil kaum eine Chance hat und wir erst glauben, den falschen Weg genommen zu haben. Nach einer Kurve ist dann aber alles voll mit weiteren Autos und es haben sich unzählige kleine Restaurants angesiedelt. Wir haben vergessen, dass Sonntag ist und wir nicht die einzigen sind, die sich diese Sehenswürdigkeit anschauen wollen.

k-_DSC0360k-_DSC0364k-_DSC0370k-_DSC0365k-_DSC0372k-_DSC0371k-_DSC0373k-_DSC0382k-_DSC0390

Abends erreichen wir Aglou Plage. Hier wollen wir den Regen aussitzen, der für die nächsten zwei Tage angesagt ist.

k-_DSC0395

Tropisches Klima

Während unseres Aufenthaltes bei KiteWorldWide in Dakhla ist die Unterkunft immer voll ausgebucht. Für zwei Nächte haben wir kein Zimmer. Da wir in dieser Zeit sowieso im Truck übernachten müssen, nutzen wir die Zeit und machen noch einen Ausflug nach Süden. Auf dem Weg dorthin können wir einen unserer Kitespots, die Weiße Düne, einmal aus einer anderen Perspektive sehen.

k-_DSC0106

k-_DSC0058k-_DSC0060k-_DSC0062

Dann überqueren wir den Nördlichen Wendekreis. Ab hier befinden wir uns offiziell in den Tropen. Wir können das Schild natürlich nicht einfach links liegen lassen und so hat es jetzt noch zwei Aufkleber mehr. Findet Ihr die Sticker von KiteWorldWide und Stranddeko? 😉

k-_DSC0103k-_DSC0102

Es gibt noch ein paar Stellplätze am Meer, die wir uns ansehen wollen. Der erste hat den idyllischen Namen Puerto Rico. Von einem alten, kleinen Turm hat man einen tollen Überblick über die Bucht.

k-_DSC0065k-_DSC0069k-_DSC0072

Wir sind die einzigen hier, aber da es noch früh am Tag ist, fahren wir weiter. Den nächsten Platz finden wir nur aufgrund der GPS-Koordinaten. Es gibt keinen „Weg“, nur ein paar Autospuren, und man kann mittlerweile nicht mehr bis ans Wasser fahren, weil das letzte Stück gesperrt ist. Wir gehen also den letzten Kilometer zu Fuß und finden erneut einen menschenleeren Strand vor. Leider liegt unglaublich viel Müll herum. Sonst wäre es hier richtig schön.

k-_DSC0084k-_DSC0086

Weiter geht es nach Süden. Die Straße ist gut und wir sehen kaum andere Autos. Nur gelegentlich begegnen uns LKWs auf dem Weg nach Mauretanien oder zurück. Die Landschaft sieht fast immer gleich aus: Karge Steppe mit knöchelhohen Sträuchern. Nach einer Weile wird es sandiger und Warnschilder weisen auf Sandverwehungen hin.

k-_DSC0090k-_DSC0093k-_DSC0094

Die Straße verläuft jetzt nicht mehr ganz so nah an der Küste und vor uns liegt nicht mehr viel Sehenswertes. Da uns die Plätze heute auch nicht als Übernachtungsplätze gefallen haben, brechen wir unseren Ausflug ab und fahren zurück zu unserem Lieblingsplatz: Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Weiße Düne 🙂

k-_DSC0113

Hier bleiben wir zwei Nächte und sind wie immer abends allein. Am ersten Abend haben mit einem Reifen auf einer Sandverwehung geparkt, damit das Auto gerade steht. Nach einer halben Stunde gibt es plötzlich einen Ruck. Was war das? Haben wir einen Platten? Ich gehe das mal checken. Kein platter Reifen. Aber lustigerweise hat der Reifen den Wind so verwirbelt, dass der Sand unter dem Reifen langsam abgetragen wurde und das Auto dann irgendwann abgesackt ist. Im Laufe des Abends wiederholt sich das so lange, bis wir irgendwann auf festem Untergrund stehen und die kleine Sandverwehung komplett verschwunden ist.

k-_DSC0169

Tagsüber steht Kiten auf dem Programm. Natürlich auch während unserer Zeit im Camp von KiteWorldWide. Joo, eine Dänin, die wir hier kennenlernen, schießt täglich hunderte von Kitebildern und natürlich auch einige von uns. Hier eine kleine Auswahl 😉

k-_DSC0118k-_DSC0156 (2)k-_U2T8093k-_U2T8224k-_U2T8312k-IMG_1861k-IMG_1957k-IMG_2102k-IMG_2193k-IMG_2212k-IMG_2234k-IMG_2295k-IMG_2330k-IMG_2331

Ich habe eine WOO dabei, ein kleines Gerät, welches die Sprunghöhe beim Kiten misst. Wenn man Internet hat, kann man die Aufzeichnung hochladen und wenn man es unter die Top 15 schafft, bekommt man abends eine Mail. Man kann sich dann landesweit, je Kontinent und sogar global mit anderen Kitern vergleichen. In Afrika scheinen noch nicht viele Kiter das Ding zu nutzen, jedenfalls schaffe ich es täglich auf einen der ersten drei Plätze, einmal sogar auf Platz 14 weltweit, obwohl mein Sprung nicht besonders hoch war. Einmal lande ich mit nur 7,4 Metern und meinem viel zu kleinen Kite (7er Vegas, obwohl andere 10 und größer fahren) trotzdem auf Platz 1.

k-IMG_6718k-IMG_6719k-IMG_6720

Kitesurfen in Dakhla

Die Tage in Dakhla vergehen wie im Flug. Wir sind im Urlaubsmodus. Zunächst wurden wir standesgemäß mit Tee bei unserem Sponsor KiteWorldWide empfangen 😉

k-_DSC9673 (2)

Schon am ersten Tag haben wir Muskelkater vom Kiten. Kein Wunder, denn wir saßen ja einen Monat lang nur im Auto und haben keinen Sport gemacht. Es tut gut, mal eine Pause vom Fahren einzulegen und eine feste Anlaufstelle bei KiteWorldWide zu haben. Für uns sehr ungewohnt ist, dass es hier drei üppige Mahlzeiten am Tag gibt. Verglichen mit dem letzten Monat ist das wohl der größte Luxus auf unserer Reise. Wir müssen uns um nichts kümmern. Da die Unterkunft fast ausgebucht ist, haben wir nicht durchgehend das gleiche Zimmer, sondern müssen ein wenig wandern und überbrücken. Zunächst wohnen wir eine paar Tage in einem Riad Room. Davon gibt es sechs um einen kleinen Innenhof herum. Sehr gemütlich mit toller Beleuchtung.

k-IMG_6645k-IMG_6646

Später wohnen wir eine Zeit lang in einer Mini Villa: Ein freistehendes Bett mitten im Raum mit einer großen Fensterfront zur Lagune ausgerichtet. Hier kann man auch mal einen Tag nur den Ausblick genießen und nicht aufs Wasser gehen. Der Rest der Villa besteht eigentlich aus Badezimmer. Ein Raum für die Toilette, einer für die Dusche und viel Platz für zwei Waschbecken. Das beste ist aber der nicht einsehbare Bereich dahinter: Hier verbirgt sich eine Außendusche und eine außen liegende Badewanne. Das ist wirklich Luxus in einer Region, in der eigentlich Wassermangel herrscht.

k-IMG_6688k-IMG_6684

 

Die Nächte, in denen wir keinen festen Schlafplatz haben, verbringen wir natürlich in unserem Auto. Unter anderem haben wir bei der Duna Blanca, der weißen Düne von Dakhla, übernachtet. Nicht weit von dem Abschnitt, an dem wir auch oft Kiten waren, befinden sich mehrere kleine Plateaus, die einen sehr schönen Ausblick über die ganze Lagune bieten. Vor allem der Sonnenuntergang über der Lagune, mit Dakhla im Hintergrund, ist besonders schön. Der ganze Horizont leuchtet orange. Spät abends nimmt auch der Wind ab, so dass es wieder unglaublich leise wird. Wir sind wieder ganz allein.

k-_DSC9835k-_DSC9840k-IMG_6662k-IMG_6663

k-_U2T8370k-_U2T8369

Am nächsten Morgen fliegt ein Schwarm Flamingos vorbei und wir können einige kleine Geckos beim Sonnen beobachten. Dann haben wir auf einmal das Gefühl, dass sich der Strand bewegt. Der Blick durch das Teleobjektiv verrät: Es sind hunderte von Krabben, die dort bei Ebbe herumkrabbeln. Wir laufen schnell hinunter, um ein paar Bilder zu schießen. Das Geräusch der vielen kleinen Beine auf dem Sand klingt wie in einem Horrorflim! Abgefahren!

k-IMG_6665k-_DSC9856k-_DSC9863k-_DSC9871k-_DSC9883

Bei Flut ist die Weiße Düne unser Lieblings-Spot zum Kiten in Dakhla. Kurz vor unserer Ankunft war der Sohn des Königs ebenfalls zum Kiten bei der Düne. Das erklärt auch das Militär und die beiden Mega-Mobile, die uns bei der Anreise entgegen gekommen sind. Seinetwegen wurde auch der ursprüngliche, schmale Track durch die Wüste zur Düne durch eine breite Piste ersetzt, die es jetzt auch weniger geländetauglichen Autos ermöglicht, dorthin zu gelangen. Die Düne, wir schätzen sie auf eine Höhe von zehn Metern und eine Breite von 100 Metern, liegt sichelförmig im türkisfarbenen Wasser. Wer sich traut, kann mit dem Kite von ganz oben hinunter springen und landet auf spiegelglattem Wasser.

k-_DSC9685k-_DSC9696k-_DSC9701k-_DSC9726k-_DSC9739k-_DSC9806k-_DSC9821

Das wäre bestimmt auch was für unseren Kumpel Steven. 😉 Es ist meist leer dort. Lediglich einmal am Tag kommt eine Gruppe von zwanzig bis vierzig, ich nenne sie mal: Idioten, eines anderen Kitecamps herunter gekitet und benimmt sich wie … der Name Idioten schon sagt… Einmal habe ich mir das Spektakel angesehen und mag es kaum beschreiben. Zwanzig Leute sitzen auf dem Rand der Düne. Zehn weitere sind mutig genug, sich nacheinander von oben herunterfallen zu lassen (als Springen kann man das nicht bezeichnen). Nicht einer dieser zehn hat eine akzeptable Landung hinbekommen. Einer verliert das Board von oben, noch bevor er überhaupt abspringt. Zwei landen nicht im Wasser sondern noch im Sand der Düne. Alle anderen verlieren beim Flug die Kontrolle und verlieren das Board oder wässern den Kite, denn hinter der Düne ist Windschatten und es gibt Verwirbelungen, die alles Material nicht von der Düne weg, sondern in den Dünentrichter treiben. Das anzusehen, war schon sehr skurril. Da zudem auch noch die zwanzig Kiter, die auf dem Rand der Düne sitzen, beim Zusehen ihre Kites in die Mitte der Düne lenken, bleibt kaum Platz, um für den Absprung richtig auszuholen. Am besten war dann die Situation, als ich oben darauf warte, dass der Havarist verschwindet, der vor mir mit seinem Kite im Wasser die Landezone blockiert. Plötzlich schreit mich von hinten ein Typ mit weißem Helm, Gopro, Sonnenbrille und einem Kite, der in der Ovomaltine-Werbung vorkommt, auf einer mir unbekannten Sprache an. Ich nehme an, er wollte mich zum Springen auffordern. Diese Szene wiederholt sich exakt genauso ein zweites Mal, nur dass ich mittlerweile weiß, dass der Typ einer der Kandidaten ist, die nicht das Wasser, sondern den Sand treffen. Diesmal schreie ich zurück, dass er seine Fresse halten soll beachte ihn nicht weiter. Nachdem ich zu unserer Gruppe zurück gekreuzt bin, halte ich für mich fest: Sämtliche Kiter aus diesem Haufen da hinten sind Spacken. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Immerhin habe ich ein paar Videos vom Sprung bekommen und war ohne Düne und trotz weniger als 10 Meter Sprunghöhe an dem Tag auf Platz eins in ganz Afrika. 😉

k-IMG_6660

Unterdessen muss Josi feststellen, dass es nicht genügt, nur eine kleine Menge Sand auf den North Neo zu legen. Der starke Wind schafft es, den Kite in einer Böe anzuheben und über den Strand fliegen zu lassen. Josi realisiert sofort, dass es ihr Kite ist und läuft im Gegensatz zu anderen umherstehenden Kitern hinterher. Leider merkt sie dabei nicht, dass sie einen Fuß in eine Leine bekommen hat. Als der wegfliegende Kite die Leine stramm zieht, schneidet diese einen sauberen Schnitt um Josis gesamten linken Knöchel, bevor Josi sich befreien kann. So ein Mist! Der Schnitt brennt höllisch, nachdem das Adrenalin nachlässt. Wir malen uns aus, was noch alles hätte passieren können, die Achillessehne ist ja nicht weit weg, aber zum Glück war es „nur“ dieser Schnitt. Der Kite ist irgendwann von selbst auf dem Strand liegen geblieben.

k-Foto 10.04.16, 21 45 08

Immer wenn tagsüber Flut ist, kiten wir bei der Düne. Manchmal sind wir zu faul, extra dorthin zu fahren und kiten vor der Haustür. Ich mache große Lernerfolge auf dem Foil. Am ersten Tag schlucke ich beim Stürzen so viel Salzwasser, dass ich deswegen irgendwann aufhöre. Am nächsten habe ich Muskelkater im Hals vom Stürzen, aber dann geht die Lernkurve steil nach oben. Ich kann im Schwebezustand über die ganze Breite der Lagune fahren und bekomme schon eine halbe geschwebte Halse hin. Das macht Laune 😉 Momentan ist wenig Wind. Während die meisten Kiter mit 12-14qm unterwegs sind, schaffe ich es, mit 8qm und dem Foilboard zu fahren.

k-_DSC9678k-_DSC0040ak-_DSC9969ak-IMG_6694

Irgendwann zwischendurch habe ich Geburtstag, was aber außer Josi niemand weiß. Ich habe es schon ganz vergessen, als Beim Abendessen plötzlich das Licht aus geht, und mir eine von Josi organisierte Geburtstagstorte vom Küchenteam überreicht wird. Schoko versteht sich 😉 Sehr süß gemacht: Sie haben sogar versucht, KiteWorldWide zu schreiben….

k-IMG_6667

Wir machen noch einen Ausflug zur Atlantikseite, zu einem der Wavespots auf der anderen Seite. Eine schöne leere Bucht, leider mit dem üblichen Müllproblem. Der Sand ist so locker, dass wir uns trotz Untersetzung und Differentialsperre kurz festfahren und wieder die Luft aus den Reifen lassen müssen. Zum ersten Mal etwas schaufeln, aber dann geht’s problemlos weiter. Fotos haben wir diesmal nicht gemacht. Heute ist es windstill und dadurch ziemlich heiß. Trotzdem aber eine gute Gelegenheit, einen Blog zu schreiben. Wir haben schon die Hälfte unserer Zeit in Marokko und hier im Camp erreicht. Hier noch ein paar Bilder vom Kiten.

k-Foto 10.04.16, 15 09 06k-IMG_8886k-IMG_7869k-IMG_9043k-IMG_9105k-IMG_9271k-IMG_8697

Lang ist der Weg nach Dakhla

Bevor wir Tarfaya verlassen, treffen wir Günther mit seinem Mercedes G-Modell wieder. Wir haben ihn vor einer Woche in Zagora kennengelernt. Man sieht sich immer zweimal im Leben, war sein Kommentar dazu. Auf dem Campingplatz Villa Bens haben wir den Tipp bekommen, statt auf der N1 auf einer Nebenstrecke nach Süden zu fahren, die nach hundert Kilometern wieder auf die N1 trifft, aber am Meer entlang läuft. Wir ersparen uns dadurch ungefähr 8 Checkpoints der Polizei, die sich um die N1 um Laayoune entlangziehen. Zudem geht die Strecke vorbei an schönen Sanddünen, welche auch gern mal über die Straße wandern und vorbei an einem scheinbar berühmten Schiffswrack der Reederei Armas. Das Schiff ist ein Überbleibsel der einzigen ehemaligen Fährverbindung zwischen Marokko und den Kanarischen Inseln.

k-_DSC9480k-_DSC9484

Kurz vor Laayoune liegt noch ein Wrack und dann regnet es doch tatsächlich schon wieder! Was ist denn hier los? Aber der Schauer hört schnell wieder auf. Bis zu unserem Ziel (Dakhla) sind es noch 540 Kilometer. Unterwegs gibt es nicht mehr allzu viel Infrastruktur und auch wenig Stellplätze oder ähnliches. Daher übernachten wir direkt hinter Laayoune am Strand von Foum El Qued und teilen die restliche Strecke auf zwei Tage auf. Unser Parkplatz am Strand befindet sich neben einem Gouverneurspalast, der gut bewacht ist. So sind auch wir gut bewacht. Und wer kommt da um die Ecke? It´s Günther again ;-). Wir treffen ihn zum dritten Mal.

Am nächsten Morgen kommen wir früh los. Mittlerweile sind wir schon in der Westsahara, die zwar zu Marokko gehört, aber deren politischer Status immer noch nicht endgültig geklärt ist. Wir stellen uns darauf ein, viele Kontrollpunkte zu passieren, wo man unsere Personalien und andere Daten haben will. Als Vorbereitung darauf haben wir bereits in Deutschland ein paar Zettel vorbereitet, auf denen alle wichtigen Daten zu uns und dem Auto vermerkt sind. Diese Datenblätter sind hier allgemein als „Fiche“ bekannt. Die ersten mussten wir letzte Nacht beim Strandparkplatz in Foum El Qued abgeben. Wider Erwarten, sind es gar nicht so viele Kontrollstellen, nur zwei bis drei am Tag, und wir werden fast immer einfach so durchgewunken. Nur noch zweimal müssen wir die Fiche abgeben.

Hier in der Westsahara ist der Sprit subventioniert. Für umgerechnet 49 Cent je Liter machen wir den Tank wieder voll, aber warum ist der Diesel hier blau? Die Straße nach Süden verläuft immer nah an der Küste, aber es ist fast überall Steilküste. Erst kurz vor Boujdour haben wir die Möglichkeit, einen Abzweig hinunter zum Meer zu nehmen. Von dem Plateau aus haben wir einen wunderbaren Ausblick über einen weitläufigen Strand, an dem sich schöne Dünen gebildet haben. Auch hier liegen zwei kleine Schiffswracks in Ufernähe und leider jede Menge Plastikmüll.

k-_DSC9489k-_DSC9500k-_DSC9503

Es ist immer noch sehr frisch und bewölkt, sonst hätten die Wracks sicher eine coole Kulisse beim Kiten abgegeben. Außerdem wollen wir weiterfahren und noch einen Schlafplatz suchen, denn hier steht man vor den Dünen und kilometerweit für jeden sichtbar. Also entschließen wir uns, noch einmal 170 Kilometer zu fahren und bei der nächsten schönen Stellmöglichkeit zu übernachten: Beim Qued Kraa. Die Landschaft ist mittlerweile sehr eintönig. Links und rechts nur platte Ebene mit kleinen Steinen, und etwas Sand. Der Straßenzustand ist aber größtenteils viel besser als in vielen anderen Landesteilen. Wir fahren auf nagelneuem Teer, ein Teil davon noch in Bau, aber trotzdem entspannt zu fahren. Erst die letzten 200 Kilometer vor Dakhla wird es wieder anstrengend, weil die Straßenränder so weit abgebrochen sind, dass keine zwei LKW mehr nebeneinander auf den Teerbelag passen und man ständig ausweichen muss, ohne in ein tiefes Loch zu fahren.

Ein paar Kilometer vor dem Qued Kraa führt die Straße vom Hochplateau, auf dem wir seit heute Morgen unterwegs sind, etwas hinunter. Regen und Erosion haben Teile des Hochplateaus weggespült und überall kleine „Tafelberge“ stehen lassen. Die Straße führt nun kreuz und quer um diese Miniberge herum. Eine nette Abwechslung. Wir überholen einen Radwanderer und fragen uns, wie verrückt man sein muss, hier mit dem Fahrrad her zu fahren. Der letzte Ort ist ewig weit weg und der nächste ebenso. Unglaublich, aber Respekt! Wir biegen auf eine kleine Straße ab, um unseren Schlafplatz zu erreichen. Auch hier hat die Erosion eine einmalige Landschaft aus dem Fels-/Sandboden heraus gewaschen. Der Weg endet kurz vor dem Strand auf einem recht ebenen Sandplatz. Drei Wohnmobile stehen hier schon. Am Strand sind viele Fischer unterwegs, die Ihren Fang zum Verladeplatz bringen. Einer bietet uns, ohne aufdringlich zu sein, Fisch an, aber wir müssen aufgrund des starken Windes drinnen kochen und wollen nicht den Fischgeruch in der Bude haben. Der Wind scheint auch der Grund zu sein, warum sich niemand aus den drei anderen Wohnmobilen draußen blicken lässt. Uns stört das nicht weiter. Wir hissen die KiteWorldWide-Flagge und ich nutze den Wind für die nächste Kitesession in einer traumhaften Bucht mit schöner Brandung ganz für mich allein.

k-_DSC9587k-_DSC9510k-_DSC9523k-_DSC9538k-_DSC9568k-_DSC9588k-_DSC9591

Nach einer windigen Nacht brechen wir zum vorerst letzten Mal auf in Richtung Süden. Noch 134 Kilometer bis Dakhla. Der Sand wird immer heller, je näher wir unserem Ziel kommen. Hier noch ein paar Impressionen aus unserer „Perspektive“:

k-_DSC9596k-_DSC9601k-vlcsnap-error853k-vlcsnap-error616

Auf halber Strecke kommen wir an einer großen Fischersiedlung vorbei. Hierher kommen die Menschen aus allen Teilen des Landes nur zum Fischen und verschwinden dann irgendwann wieder. Man hat eine tolle Aussicht auf die Steilküste im Süden, aber auch eine Aussicht auf das Dorf, für die wir keine Worte finden. Seht selbst.

k-_DSC9606k-_DSC9611

Eine Kolonne Landrover vom Militär kommt uns entgegen, genauso wie ein Konvoi aus Polizei, mehreren schwarzen SUV besetzt mit Männern in feinen Anzügen und Headset im Ohr sowie zwei riesige amerikanische Ford-Pickup mit extrem langen und breiten Wohnmobil-Aufliegern. Wie wir später erfahren, war der Sohn des Königs in Dakhla, und der kitet!!! Vor einigen Tagen hatte uns schon ein Motorradfahrer erzählt, dass mitten im Nichts nahe der Weißen Düne überall Soldaten verteilt umher standen. Vielleicht war der Sohn des Königs ja dort kiten!?

Nach einem Kreisel eröffnet sich vor uns eine blendend weiße Fläche. Unglaublich schön ist die Aussicht! Ich glaube, wir sind da!

k-_DSC9614k-_DSC9616

Wir durchfahren die Fläche mit diesem herrlich weißem Sand zu beiden Seiten. Man kann kaum die Straße sehen, weil der Sand so heftig darüber weht. Noch über einen Hügel und tatsächlich: Wir blicken auf die türkisfarbene Lagune von Dakhla. Am liebsten möchte man hier anhalten und nur gucken. Für diesen Anblick haben sich auch die letzten 500 Kilometer Einöde gelohnt.

k-vlcsnap-error238k-vlcsnap-error910

Ein wenig erschreckend ist es aber auch: Plötzlich wimmelt es von Menschen. Auf den ersten Blick schätzen wir über 50 Kites am Himmel. Um die Lagune sind in den letzten Jahren viele neue Unterkünfte entstanden. Alles Kiter.

An der Unterkunft von KiteWorldWide, unserem neuen zu Hause für die nächsten zwei bis drei Wochen, fahren wir zunächst vorbei, da an der Straße kein Schild steht und aus unserem Blickwinkel auch die Mini Villen nicht zu sehen waren. Dafür passieren wir jedoch noch einen letzten Checkpoint und schauen uns noch den legendären Stellplatz Trouk bei KM 25 an. Der kostenlose Platz liegt etwas im Windschatten hinter einem Berg und soll ein beliebtes Winterziel vieler Surfer und Kiter sein. Ein schweizer Overlander in einem sandfarbenen Steyr steht dort zwischen zwanzig anderen Mobilen. Zurück zu unserer neuen Unterkunft. Wir finden dann doch schnell den richtigen „Adresse“. Alle anderen sind jedoch zum Kiten zur Duna Blanca gefahren, also nutzen auch wir die Zeit für eine Session direkt vor der Haustür. Mit 7 und 8 toben wir uns in der Lagune aus. Die vielen anderen Kiter sind alle zum Mittagessen verschwunden, so dass wir fast allein auf dem Wasser sind.

k-_DSC9622

Ab jetzt fängt der Urlaub im Urlaub an.

Bis ans Meer

Die Straße von Icht nach Guelmim lässt sich schnell und entspannt fahren. Nur die letzten 30 Kilometer sind ziemlich eng und uns kommen viele LKW entgegen. In Guelmim können wir in einem ganz neuen Marjane Supermarkt unsere Vorräte wieder aufstocken. Dann geht’s weiter Richtung Plage Blanche. Auch hier ist sehr wenig Verkehr. Nach einer knappen Stunde verlassen wir die Straße und biegen auf eine Piste ab, die uns nach 9 Kilometern zum Fort Bou Jerif führen soll. Für die 9 Km brauchen wir nochmal eine Stunde, denn es ist wieder sehr holprig und steinig. Bei einigen Steigungen auf der Schotterpiste zweifle ich daran, dass hier ein normales Wohnmobil den Weg zum Fort überhaupt hoch kommt. Aber wir werden eines Besseren belehrt. Am Fort steht ein teilintegriertes Womo. Auch dass diese Auberge (Camp Bou Jerif) so gut in Schuss ist und so modern aussieht, hätte hier in der Einsamkeit niemand vermutet.

k-_DSC9415

Wir halten jedoch nicht an, sondern fahren weiter. Hinter dem nächsten Hügel liegt das eigentliche Fort, die Ruinen des ehemaligen französischen Fort Noun, vor dem landschaftlich schön gelegenen Qued.

k-_DSC9420k-_DSC9426k-_DSC9427

Auch daran fahren wir vorbei, denn wir wollen den Plage Blanche über eine Offroad-Piste erreichen, die hier weiter geht. Bereits nach zwanzig Minuten wird die Piste aber wieder richtig schlecht. Es geht bergauf, der Weg ist stark geneigt und die untere Spur ist zusätzlich vom Regen extrem tief ausgewaschen. Zudem liegen größere Steine umher. Wenn sich der Aufbau bei der Huckelei jetzt aufschaukelt, kippt die Kiste um. Und das war erst der Anfang dieser Piste, die wir noch ein bis zwei Tage fahren müssten. Wir haben keine Lust mehr auf diese Gurkerei und drehen um. Direkt unterhalb der Fort-Ruinen finden wir am Flussbett einen super Stellplatz zwischen den Palmen. Das Auto ist so gut versteckt, dass uns die einzigen beiden Fahrzeuge, die während unseres Aufenthalts dort, noch den Fluss durchqueren, gar nicht bemerken. Am Fluss wimmelt es von Fröschen und kleinen Fischen, sogar eine Schildkröte sehen wir.

k-_DSC9434k-_DSC9429k-_DSC9440

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir die 9 Km Piste wieder zurück und nehmen die Straße zum Plage Blanche. Endlich am Meer! Aber zu wenig Wind zum Kiten. Über Nacht sind auch noch Wolken aufgezogen und es ist ziemlich kühl. Wir sind scheinbar die einzigen Menschen am Strand, aber es sieht nicht sehr einladend aus. Man könnte meinen, wir sind in Dänemark :-p.

k-_DSC9443

Da für die nächsten zwei Tage Regen angesagt ist, beschließen wir, den Strand auf unserem Rückweg nochmal anzusteuern. Heute fahren wir weiter nach Süden. Kurz hinter Tan-Tan erreichen wir El Ouatia, eine kleine Stadt am Meer. Wir beschließen, eine Nacht zu bleiben, aber auch hier reicht der Wind nicht zum Kiten und das Revier ist nicht besonders reizvoll.

Am nächsten Tag wollen wir nur 30 Kilometer fahren, am Ende werden es über 130. Wir hatten uns eine schöne Flussmündung ausgesucht, mit hohen Sanddünen, Flamingos und einem kostenlosen Stellplatz direkt an der Mündung.

k-_DSC9450k-_DSC9453

Mittlerweile ist das Land jedoch privatisiert und der Wachmann dort hätte uns nur zu Fuß für eine Besichtigung durchgelassen. Also auf zum nächsten Qued. Auch das sieht auf den ersten Blick super aus. Drei Womos stehen dort schon. Wind könnte auch reichen. Sogar Kamele laufen frei herum. Der Haken: Wir stehen auf einem Felsplateau und es gibt keinen Weg runter zur Flussmündung, und deshalb auch keine Möglichkeit, zum Kiten ans Wasser zu kommen. Also wieder weiter, das Meer immer auf der rechten Seite, jedoch nirgends zugänglich, da es hier überall nur Steilküste gibt.

k-_DSC9455k-_DSC9466

Das nächste Ziel ist die Khnifiss-Lagune. Die Sanddünen, welche die Lagune umgeben, sehen wir schon aus zwanzig Kilometern Entfernung. Auch auf der Straße gibt es mittlerweile Sandverwehungen. Man parkt an der Lagune auf einem Plateau und hat einen Ausblick über die ganze Lagune. Es ist wunderschön hier. Und windig. Aber die Lagune gehört zu einem Nationalpark. Obwohl hier Fischer mit Motorbooten Touristen herumfahren und obwohl alles voller Plastikmüll liegt, dürfen wir weder übernachten noch Kiten gehen. Naturschutz muss man in Marokko nicht verstehen.

k-_DSC9476

Zum vierten Mal heute machen wir uns auf den Weg. Wir kommen an einem großen umzäunten Loch im Boden vorbei. Hier hat sich der Atlantik von unten eine Höhle gegraben, die nun von oben besichtigt werden kann. Josi tarnt sich als einer der Pfeiler auf dem Bild 😉

k-_DSC9471

Im nächsten Ort tanken wir zum ersten Mal subventionierten Sahara-Diesel für 49 Cent pro Liter. Es wird sandiger neben der Straße, Kamele laufen wieder frei herum. Kurz von Tarfaya läuft die Straße wieder direkt am Meer entlang, und wir nehmen den ersten schönen Platz, den wir finden.

k-vlcsnap-error895k-vlcsnap-error087k-vlcsnap-error645

Wir haben Meerblick! Niemand ist am Strand, außer jeder Menge Platikmüll. Fuerteventura liegt nur 110 Kilometer westlich von uns. Am nächsten Tag schnappen wir uns die großen Kites und laufen runter zum Strand. Es reicht zwar nur für den 12er, aber immerhin haben wir zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder einen Drachen in der Hand und Wasser unter dem Board.

k-WP_20160404_006k-WP_20160404_014k-WP_20160404_024

Allein in der Wüste – Erg Chegaga

Unser nächstes Ziel ist der Erg Chegaga. Von Zagora aus sind es noch 100 Kilometer bis Mhamid. Wir fahren durch ein, zwei schöne weitläufige Ebenen und müssen noch ein paar kleine Hügel überwinden. Auf den letzten 50 Kilometern wird die Straße so schmal, dass nur noch ein Fahrzeug darauf fahren kann. Zum Glück ist so wenig Verkehr, dass wir nur ganz selten ausweichen müssen.

k-_DSC9238k-_DSC9246

In Mhamid hört die Teerstraße auf. Wir wurden mehrfach und auch in Büchern gewarnt, dass uns dort besonders viele Schlepper und selbsternannte Führer abfangen würden, die uns zum Erg Chegaga führen wollen. Dementsprechend vorbereitet fahren wir in den Ort… und nichts passiert. Ausnahmsweise interessiert sich niemand für uns. Vielleicht lag es an der heißen Mittagszeit. Ungestört fahren wir eine sieben Kilometer lange Rundtour durch das alte Mhamid. Eine Telefonleitung hängt so tief, dass wir sie kurz berühren, aber sie hält stand. Unser heutiger Campingplatz ist quasi das letzte Grundstück im Ort, auf einem kleinen Hügel direkt hinter dem Ende der Teerstraße mit Blick auf eine weite Ebene im Westen. Dieser Ausblick entschädigt auch für das miserable Sanitärgebäude. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen den Logenplatz.

k-IMG_6628k-_DSC9255k-_DSC9253k-_DSC9259k-IMG_6627

k-IMG_6626
Waschbecken – das geht noch
k-IMG_6625
Toilette
k-IMG_6624
Dusche – kalt

Der Betreiber will uns seine Begleitung für unsere Wüstentour aufschwatzen und verlangt unglaubliche 350 Euro dafür! Im Ort wurde uns für schlappe 50 Euro eine komplette Jeeptour angeboten! Das bestätigt uns nur noch in unserer Entscheidung, den Weg allein zu finden. So machen wir uns am nächsten Morgen mal etwas früher auf die Socken und fahren auf eigene Faust los. Nach zwei Kilometern schlechter Piste beginnt schon der weiche Sand. Ich hatte vorher schon etwas Luft abgelassen, damit wir uns nicht festfahren. Man fährt um viele Büsche herum, kleine Hügel hoch und runter. Das Fahren macht richtig Spaß.

k-_DSC9288k-_DSC9287

Den Weg zu finden ist dank der anderen Spuren einfach. Wir navigieren offroad auch immer mit dem Ipad, auf dem ich vorher die entsprechenden Karten heruntergeladen habe und zusätzlich mit dem normalen Navi. Auf beide Geräte habe ich Tracks von anderen Offroadern geladen, aber das Ipad mit der App „GPS HD MotionX“ funktioniert wirklich am besten. Leider hört die sandige Strecke bald auf und wir schleichen wieder über eine steinige Ebene. Wir haben uns für den Weg über die Oase Sacrée entschieden, was sich später als extrem steinig, langsam und nicht mal lohnenswert heraus stellt, weil die Oase komplett mit einer braunen Lehmwand ummauert ist.Wir hätten besser direkt zu den Dünen fahren sollen, aber das weiß man ja vorher nicht.

k-_DSC9297
Ohne Wasser sollte man sich hier nicht zu lange aufhalten 

k-_DSC9302

k-_DSC9307
Ziel in Sicht am Horizont: Erg Chegaga

k-_DSC9316k-_DSC9317

Als wir nach einer Pause den Wagen wieder starten wollen, passiert das gleiche, wie vor einer Woche am Erg Chebbi: Der Wagen springt wieder nicht an. Diesmal ist mir aber aufgefallen, woran es liegt: Um den Motor abzustellen, muss man mit der linken Ferse auf einen Knopf, die Motorbremse, treten. Jedenfalls zischt es immer kurz wenn man den Fuß wieder unter nimmt, was es dieses Mal beim Abstellen nicht gemacht hat. Der Knopf ist nicht wie sonst hoch gekommen. Das ist das Problem. Ich kann ihn aber mit den Fingern wieder heraus ziehen und der Wagen läuft wie immer. Das Problem konnte ich dann langfristig lösen, indem ich den Knopf einmal mit Druckluft freigepustet habe. Da war wohl Sand dazwischen. Den gibt’s hier jetzt wieder genug, denn wir sind endlich am Erg Chegaga angekommen und fahren mit nur noch zwei Bar Reifendruck nördlich um dieses 40 Kilometer lange Dünengebiet herum und hindurch. Durch richtig weichen Sand. Ich hätte nie gedacht, dass wir sogar Dünen bergauf fahren können, aber auch das geht problemlos. Auch hier gibt es einige Biouvacs, in denen man übernachten kann. Wir lassen alle links liegen und passieren noch eine große Herde Kamele. Dann suchen wir uns einen Schlafplatz in den Dünen und finden eine gute Stelle, die wir leicht erreichen können. Endlich ganz allein in der Wüste! Seit kurz nach 16 Uhr ist kein Auto mehr zu hören gewesen. Es ist unglaublich leise, vom Sternenhimmel inklusive Sternschnuppe ganz zu schweigen. Ein wenig gruselig war es aber auch. Wir fanden diesen Tag und unseren Platz so beeindruckend, dass wir Unmengen von Bildern geknipst haben. Hier eine Auswahl der schönsten:

k-_DSC9322k-vlcsnap-error960k-vlcsnap-error950k-vlcsnap-error826k-_DSC9326k-_DSC9332k-_DSC9334k-_DSC9338k-_DSC9350k-_DSC9357k-_DSC9373

Im Dunkeln spielen wir noch etwas mit der Taschenlampe und der Langzeitbelichtung des Fotoapparates 😉

k-_DSC9273k-_DSC9268

Am nächsten Morgen genießen wir noch die letzten tiefsandigen Pisten, dann kommen wir zu dem Lac Iriki, einem ausgetrockneten See. An einigen Stellen ist der Boden so glatt, dass wir 50 fahren können. Sogar hier gibt es ein paar Cafés. Man kann kaum ungestört wieder Luft aufpumpen, ohne dass jemand vorbei kommt. Hier übernimmt Josi auch mal das Steuer fühlt sich ziemlich wohl dabei 😉

k-vlcsnap-error019k-vlcsnap-error238k-vlcsnap-error300k-vlcsnap-error376k-vlcsnap-error396k-vlcsnap-error685k-_DSC9378k-_DSC9382k-_DSC9383k-_DSC9384

Die letzten 35 Kilometer sind noch einmal eine Tortur. Es gibt Wellblech oder grobe Steine, aber die Landschaft erinnert an Namibia oder Monument Valley in den USA. Als ich für ein Foto auf einen Hügel laufe, der wie ein Teil einer Hochebene aussieht, finde ich zufällig jede Menge versteinerte Fossilien, Muscheln im Stein.

k-_DSC9390k-_DSC9398

Wir brauchen gut drei Stunden für die restliche Strecke und erreichen spät am Nachmittag Foum Z’guid, wo wir auf einem neuen Campingplatz mit frisch gepflanzten Palmen landen. Sogar ein paar Bier können wir organisieren. Nur das Fleisch lassen wir lieber beim Metzger in der Sonne liegen. Wenn der mit seinem Beil zuhaut, fliegen schon mal die (Fleisch-)fetzen durch den Laden…

k-IMG_6630
Noch zu haben – ein ganzer Kuhkopf und zwei Füße

k-_DSC9401

Weiter geht es nach Westen. Jetzt wieder auf Asphalt. Es ist sehr wenig Verkehr und wir landen in Icht, wo wir den Fahrtag auf einem französischen Platz mit gutem Essen und Wein abschließen, nachdem es sogar drei Tropfen geregnet hat.

k-_DSC9409

Weil aber durch unsere Adern nun mal Salzwasser fließt, wollen wir schnell an den Atlantik und morgen über Guelmim zum Fort Bou Jerif.

Berge und Schluchten

Nach dem Erg Chebbi können wir die beiden Schluchten, Todra und Dades, in Angriff nehmen, weil sich das Wetter im Norden gebessert hat. Also Abschied nehmen von Ahmed und seiner süßen Tochter und wieder auf die Piste gen Norden. Diesmal klappt es auch mit einem Bild in Rissani.

Auf dem Weg zur Todraschlucht wollten wir eigentlich noch einen Abstecher zur Himmelstreppe (ein pyramidenförmiges Kunstwerk mitten in der Wüste) machen, doch ein tief hängender Ast und etwa 20 bettelnde Kinder machen uns einen Strich durch die Rechnung. Zum Glück gehen sie bei uns immer noch in letzter Sekunde aus dem Weg, aber kurze Zeit später kommt eine Gruppe spanischer Geländewagen, bei denen dann auch mal auf die Motorhaube gehauen wird. Wir beobachten noch, wie einem der Spanier der Geduldsfaden reißt, er die Tür aufreißt und auf die Kinder losgeht, dann machen wir uns schnell aus dem Staub.

Kurz vor der Todraschlucht passieren wir noch den Ort Tinerhir, den man teilweise fast nicht erkennen kann, weil die Farbe der Häuser genau so aussieht wie der Berg dahinter.

k-_DSC8996k-_DSC8991

Je näher wir der Schlucht kommen, desto touristischer wird es dann auch-eine Auberge reiht sich an die nächste und die Menschen (vorrangig Spanier während der Semana Santa) werden busseweise direkt in die Schlucht gefahren. Der Fluss hat sich hier mit solcher Kraft durch den Fels gegraben, dass die Wände links und rechts mehrere hundert Meter aufragen und man aus dem Autofenster gar nicht alles sehen kann.

k-vlcsnap-error509k-vlcsnap-error376

Wir beschließen, den schönen und weniger frequentierten Parkplatz am Ende der Schlucht zu nehmen, um ein paar Fotos zu schießen.

k-_DSC9040k-_DSC9042

Anschließend fahren wir auf der gut zu fahrenden Piste die Berge hinauf bis nach Tamtattouchte, dem nächsten Dorf. Unterwegs kann man noch sehr gut die Zerstörungen des letzten Winters erkennen: Immer wieder sind Teile der Route gesperrt, weil der Fluss sie einfach weggespült hat und wir müssen durch kleine Bachläufe fahren.

k-_DSC9078k-_DSC9071k-_DSC9046

Eigentlich wollen wir in Tamtattouchte übernachten, aber auch hier machen uns aufdringliche Kinder den Plan zunichte…als wir ihnen nichts geben, bekommen wir sogar einen Schneeball ans Auto (Ja, in den Bergen liegt auch hier noch Schnee). Außerdem ist es plötzlich wieder ziemlich kalt und das sind wir nach unserem Aufenthalt in der Wüste gar nicht mehr gewohnt. Wegen des vorangegangenen schlechten Wetters entscheiden wir uns auch gegen die offroad Querung von Tamtattouchte zur Dadesschlucht – wenn der Fluss schon die Straße weggespült hat, wie mag es dann wohl auf einer unbefestigten Bergpiste aussehen??

Zurück in Tinerhir übernachten wir auf einem schönen Palmenplatz, der direkten, aber abenteuerlichen Zugang zu einer grünen Oase hat, in der auch eine verlassene Burg, eine Kasbah, steht. Die müssen wir uns natürlich angucken!!

k-_DSC9112k-_DSC9096k-_DSC9097k-_DSC9090k-_DSC9098

Am nächsten Tag fahren wir zur Dadesschlucht. Hier gibt es „nur“ ein paar enge Serpentinen, teilweise auch mit Baustelle, zu bewältigen. Die Aussicht vom Café auf dem Gipfel ist spektakulär.

Als wir zum Auto zurück gehen, bemerken wir ein paar Leute, die um den LKW herum kriechen. Es sind Holländer, die ebenfalls mit Allradfahrzeugen unterwegs sind und neugierig waren. Wir fahren noch weiter, zur eigentlichen Schlucht. Eine Engstelle mit Felsüberhang, unter dem wir aber locker hindurch passen. Sieht trotzdem cool aus.

k-vlcsnap-error252k-_DSC9158k-_DSC9156

Als wir umdrehen, werden wir auf das Kennzeichen NI angesprochen. Ein Pärchen erzählt uns, dass sie ebenfalls aus dem Landkreis Nienburg kommen. So klein ist die Welt.

k-_DSC9164

Der nächste Tag soll uns von Boumalne über eine steinige Piste des Gebirges Djebel Sarhro und den Bergpass Tizi n `Tazazert nach Nekob bringen. Es sind nur knapp 90 Kilometer, aber der Pass entpuppt sich als die nächste große Herausforderung. Die Piste ist so steinig, eher felsig, so dass wir nur im Schritttempo voran kommen. Dafür gibt es wiedermal eine überwältigende Aussicht über die Berge.

k-vlcsnap-error663k-vlcsnap-error299k-vlcsnap-error306k-_DSC9201

Auf dem Gipfel trauen wir unseren Augen nicht, als ein kleines, süßes Café vor uns auftaucht. Man kann hier oben auf einer kleinen Fläche sogar kampieren. Unglaublich.

k-_DSC9194k-_DSC9196

k-_DSC9197
Finde die Aufkleber! Auch Stranddeko und KiteWorldWide (I Kite Worldwide) kleben nun an der Tür 😉

k-_DSC9212k-_DSC9217

Wir trinken unseren täglichen Tee, hinterlassen zwei Aufkleber an der Tür und machen uns an den Abstieg, auch im Schritttempo. Der Weg wird noch schlechter als beim Aufstieg. Überall gucken Felsplatten hervor. In einer Serpentine müssen wir zurücksetzen, um wenden zu können. Wir sind mittlerweile sehr genervt und hoffen nach jeder Kurve darauf, dass die Strasse besser wird. Stattdessen erscheinen aus dem Nichts mal wieder: Kinder! Da wir nicht schneller fahren können, laufen sie ziemlich lange neben und hinter uns her und wollen Stifte, Bonbons und Geld haben. Irgendwann geben sie auf. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir ein grünes Tal, aber auch hier ist keine Entspannung in Sicht. Jetzt kommen auch noch eng stehende Bäume und Palmen hinzu. Leider gibt es nur den einen Weg. Wir haben die Wahl zwischen umdrehen (das würde uns zwei Tage kosten) oder Augen zu und durch. Jetzt zieren Unmengen von Kratzern (Sorry Olaf) beide Seiten des Autos. Zumindest haben die Astabweiser die Kanten des Aufbaus geschützt und die Solaranlage hat auch nichts abbekommen (Danke Frank) ;-). Einen kleinen Berg müssen wir noch überwinden. Oben angekommen geht die Sonne unter, aber die Piste ist mittlerweile so „gut“, dass wir mit Tempo 20 fahren können und nach einer weiteren Stunde endlich in Nekob ankommen. Insgesamt haben uns die 90 Kilometer zehn Stunden gekostet, wir haben unterwegs nur eine Handvoll Menschen getroffen, dafür aber auch ein paar Geckos und Erdhörnchen.

k-_DSC9203k-_DSC9213

Abgesehen von den Kratzern hat uns unser Explorer erneut begeistert. Eigentlich hätte er dafür noch das Bergziegen-Abzeichen bekommen müssen.

k-vlcsnap-error161

Nach der anstrengenden Bergpiste fahren wir am nächsten Morgen nur bis Zagora und das auf Asphalt. Wie entspannend. Am Ortseingang schütteln wir zwei Mopedfahrer ab und biegen direkt auf den von uns auserkorenen Platz ab. Heute ist Ruhe-/Wasch-/Klöntag, denn es sind noch viele andere Offroader hier. Da gibt es viel zu quatschen, Routen und andere Informationen auszutauschen. Lustigerweise fährt noch ein MAN auf den Platz, der uns bekannt vorkommt. Genau diesen Wagen haben wir letztes Jahr auf einem Treffen von innen besichtigen können und sehen ihn nun hier wieder. Am Nachmittag kommt plötzlich noch eine Frau vorbei, die sich uns als Edith Kohlbach, die Autorin unseres Reiseführers und Marokkoexpertin vorstellt. Hier erlebt man was…

k-_DSC9232

Am nächsten Morgen ist Ostern  und die Hasen kommen auch bis zu uns 😉

k-_DSC9234