Kreuz und quer durch Dänemarks Norden

Dieses Mal haben wir etwas mehr als eine Woche Zeit, um unser Lieblingsland zu bereisen. Da gleichzeitig Herbstferien in Hamburg und Niedersachsen sind, wollen wir aber weiter in den Norden als sonst, um den anderen Touris zu entgehen, was auch ganz gut klappt.

Zunächst fahren wir zum Limfjord und treffen uns mit Annika und Helge in Ejerslev. Hier kommt der Ostwind gut an und die Kulisse ist auch ziemlich klasse. Rechts und links vom Spot erhebt sich eine kleine Steilküste, die vom Wasser aus sehr beeindruckend aussieht. Am nächsten Tag reicht der Wind nur für das Foilboard. Also habe ich den Fjord für mich allein und mache eine kleine Tour, um die Gegend zu erkunden. Als ich das Auto nicht mehr sehen kann, aber mittlerweile an einer kleinen Insel vorbei gekreuzt bin, erreiche ich die Marina Ejerslev. Wie im Bilderbuch stehen ein paar schnuckelige Hütten in einer kleine Senke umringt von der Steilküste. Dazu noch Sonne. Mega. Ich mache mich auf den Rückweg, denn wir wollen noch 130 Kilometer bis zur Ostküste fahren. Dort ist die nächsten zwei Tage Wind angesagt. Auf dem Stellplatz der Marina Voerså wird unser neuer Grill eingeweiht. Da es schnell dunkel wird, hänge ich die Lichterkette unter die Markise. Ein Däne fährt vorbei und wünscht „Merry Christmas“.


Passend zur Jahreszeit haben wir auch neue Halloween Deko im Supermarkt gefunden.


Am nächsten Tag gehen wir hier aufs Wasser. Eigentlich ein unglaublich großer, stehtiefer Flachwasserspot, aber es ist kaum Wasser da. Wir müssen bis zur Sandbank laufen, bevor wir starten können. Nachmittags fängt es dann noch an zu regnen. Auch den ganzen nächsten Tag regnet es. Das Wasser ist wieder da, aber bei dem Wetter hat keiner Lust, raus zu gehen.


Die restliche Woche ist Westwind angesagt. Wir fahren quer durchs Land an die Westküste, nach Løkken. Als wir endlich einen Übernachtungsplatz gefunden haben, stellen wir mit Schrecken fest, dass unser großes Fenster undicht geworden ist. Das ist jetzt schon das zweite, das der Kabinenhersteller versaut hat. Noch im Dunkeln und im Regen klebe ich das Fenster notdürftig ab. Als der Regen am nächsten Tag eine Pause einlegt, mache ich das nochmal etwas ordentlicher. Das muss halten, bis wir wieder zu Hause sind.


Jetzt können wir uns endlich dem Strand widmen. Fast überall hier in der Jammerbucht darf man mit dem Auto auf dem Strand fahren. Und zwar von Ort zu Ort. Da wir einen Downwinder mit dem Kite machen wollen, fahren wir die 15 Kilometer erstmal ab um zu gucken ob wir überall durchkommen. Das erste Hindernis ist eine kleine Brücke über eine Art Bach. Sie besteht aus zwei Baumstämmen, auf die quer Bohlen gelegt wurden. Ich traue mich zuerst nicht, da ich nicht weiß, ob die Brücke das Gewicht aushält. Dann versuchen wir es einfach. Josi geht voraus, und mich einzuweisen. Die Brücke ist so schmal, dass auf jeder Seite nur ein bis zwei Zentimeter Luft sind. Das hat dann aber gut funktioniert. Der weitere Weg am Strand entlang ist einfach zu befahren. Allerdings muss man öfter mal durch ablaufendes Wasser fahren, welches eine tiefe Furche in den Strand gegraben hat. Ein Absatz ist dann doch ziemlich tief, so dass es beim Hinunterfahren so viel schaukelt, dass unsere Klamotten aus dem hinteren Schrank heraus fallen.


Als wir am nächsten Tag die Strecke erneut fahren, wird uns die Brücke fast zum Verhängnis. Der Regen beziehungsweise die dadurch entstandene Strömung im Bach hat auf der anderen Seite der Brücke einen halben Meter Sand weggespült. Als wir langsam über die Brücke fahren, bleiben die Vorderräder in diesem Loch auf der anderen Seite stecken und die Hinterräder drehen auf der nassen Holzbrücke durch. Ich schalte die Mitteldifferenzialsperre ein. Dadurch wird die Kraft unabhängig voneinander auf beide Achsen übertragen und die Vorderräder können sich so aus dem Loch befreien. Wie immer in solchen Situationen war es so aufregend, dass wir davon leider keine Fotos gemacht haben. Wir fahren am Strand bis nach Blokhus und starten von dort mit den Kites zurück nach Løkken.


Nachdem es nachts wieder geregnet hat, fahren wir am nächsten Morgen zum nördlichsten Punkt unserer Tour, um uns den Leuchtturm Rubjerg Knude anzusehen. Das besondere an diesem Leuchtturm ist, dass er langsam von einer Düne überwandert wird. Ursprünglich stand er zweihundert Meter von der Küste entfernt. Das Meer holt sich hier jedoch immer mehr Land zurück. Viel Zeit bleibt nicht mehr, bis der Turm irgendwann ins Meer stürzen wird.

Nachmittags kiten wir noch einmal die Strecke von Blokhus nach Løkken und machen uns dann auf dem Weg in Richtung Hanstholm. In dem kleinen Ort Ræhr kurz davor gibt es den Thy Mini Camping an einem Angelsee. Eine sehr liebevoll hergerichtete Anlage, in der man gut einen Zwischenstopp einlegen kann. Inklusive kostenlosem W–Lan.  
Bis zur nächsten Bucht bei Vigsø sind es nur sechs Kilometer. Hier sind wir zunächst wieder allein, erst später kommen noch ein paar andere Kiter dazu. Der Wind frischt so stark auf, dass ich unseren kleinsten Kite fliegen muss, was eigentlich nur einmal im Jahr vorkommt. Die angesagte Wellenhöhe von drei Metern passte später auch. Sehr viel Strömung war leider auch drin. Trotzdem ein toller Tag auf dem Wasser.


Wir flüchten vor dem Sturm nach Krik, in der Hoffung, dort windgeschützt auf dem Camping stehen zu können. Der hat aber leider schon geschlossen, wie so viele andere, bei denen wir vorbeigeguckt haben. Also parken wir vor dem Platz, mit der Nase gegen den Wind, damit es nachts nicht so viel schaukelt. Auch Helge und Annika parken später noch um. Trotzdem haben die Windböen so einen Lärm gemacht und am Auto gerüttelt, dass wir kaum geschlafen haben. Am nächsten Tag hört der Regen kurz auf und wir werden mit einer schönen Session auf dem Wasser belohnt. Hinter der Mole ist das Wasser spiegelglatt, so dass man dort super abspringen kann. Langsam füllt sich der Parkplatz und es wird voller auf dem Wasser.


Wir haben genug für heute und fahren zum nächsten Spot etwas weiter nach Süden. Aufgrund des Sturms ist die Fähre nach Thyborøn außer Betrieb, was einen Umweg von über einer Stunde bedeutet. Schließlich finden wir einen windgeschützten Übernachtungsplatz zwischen ein paar Bäumen und Büschen, wo wir die nächste stürmische Nacht verbringen. Windstärke 10 – 12 lässt uns aber erneut nicht ganz entspannt durchschlafen.


Am Secret Spot darf man nur bis Anfang Oktober Kiten, daher weichen wir zum Secret Spot 2 aus. Hier sorgt eine Landzunge ebenfalls für spiegelglattes Wasser. Heute ist sie so schmal dass man sogar drüber springen kann. Der strahlend blaue Himmel sorgt zusätzlich für gute Laune und wir haben erneut eine Megasession ganz allein auf dem Wasser.


Mit diesem tollen Abschluss, verabschieden wir uns aus Dänemarks Norden. Abends treffen wir noch Freunde, mit denen wir am nächsten Tag nach Vejers (Auto–)Strand fahren. Hier hat Josi mit ihrem Lieblingskite, dem 11er GTS4, noch mal richtig Spaß in den Nordseewellen, bevor wir endgültig die Heimreise nach Hamburg antreten.

Hier noch eine Karte dazu, allerdings ohne Anreise/Abreise und Secret Spots 😉

So schøn ist Møn

Wir haben eine Woche Urlaub und wollen wieder nach Dänemark. Aber nicht wie sonst nach Jütland, sondern nach Seeland. Die Fähre fährt von Rostock nach Gedser. Von hier dauert es noch eine knappe Stunde Autofahrt über die durch Brücken verbundenen Inseln Falster und Farø bis Bogø.


Dort steht unser Ferienhaus, denn diesmal ist Josis Familie mit dabei und dafür ist unser Explorer zu klein. Die Insel Bogø ist ebenfalls sehr klein und durch einem Damm mit Møn verbunden. Unser erstes Ziel ist folglich ein Besuch der berühmten Kreidefelsen. Wir parken am Wegesrand und wandern durch das Tal Jydelejet, bis sich vor uns die Küste mit den Kreidefelsen eröffnet.


Kaum habe ich die Drohne gestartet, um ein paar Bilder zu knipsen, ist auch schon der Parkranger da. Er wollte mich eigentlich darüber aufklären, dass ich hier aufgrund seltener Vögel (Brutgebiet von Wanderfalken) nicht fliegen darf. Jedoch war er erst seit kurzem im Amt und wusste nicht, dass das Flugverbot seit zwei Wochen nicht mehr gilt. Ungewohnt, aber auch gut, dass in Dänemark jetzt schon Schilder stehen, die das Fliegen mit Drohnen regulieren.


Oben auf den Klippen gibt es sehr viele Wanderwege, durch den Wald oder unten an der Steilküste entlang. Wir entscheiden uns für einen circa drei Kilometer langen Weg, der uns auch über den Aborrebjerg führt, welcher mit 143 Metern ü.NN der höchste Punkt Møns ist.


Der Wind, der sonst immer zuverlässig während unserer Arbeitszeit weht, hat scheinbar auch ne Woche Urlaub eingelegt. Wenigstens lässt er sich zwei Mal schwach blicken und es reicht für die großen Kites. Zuerst versuchen wir es in Vordingborg mit dem Foil, jedoch ist zu viel Seegras im Wasser. Der Wind reicht zum Glück auch gerade so für den 13er Kite und ein normales Board. Josi gelingen trotzdem wirklich gute Fotos von mir.


Abends kann Josi noch kurz vor Bogø in schönem Flachwasser ihre Bahnen ziehen. Der Spot ist stehtief und bekannt für sein glattes Wasser auf der ablandigen Seite und die dänischen Kiter kommen sogar extra aus dem 100 Kilometer entfernten Kopenhagen hierher. Man kann auf beiden Seiten der Straße kiten und somit jede Windrichtung abdecken.

Am nächsten Tag kommen wir beide nochmal in Gedser bei der Marina aufs Wasser. Ich versuche mit dem Foil bis zur Sandbank hinaus zu fahren, aber das ganze Gebiet ist so flach, dass ich nur bis kurz hinter die Fahrrinne komme, bevor ich mit dem Foil stecken bleibe. Also wieder zurück ins Tiefe. Zumindest ist hier weniger Seegras im Wasser.

Die restliche Woche verbringen wir mit Relaxen in der Spätsommersonne, Lesen, Drohne fliegen und Spazieren Gehen. Auf der kleinen Insel Bogø gibt es sogar eine  Mühle und die alte Fähre „Ida“, die noch komplett aus Holz besteht.

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Am Abreisetag kommt dann tatsächlich noch etwas Wind. So kommen wir beide wenigstens mit den großen Kites noch einmal aufs Wasser. Leider nur mit den normalen Boards und nicht mit dem Foil, denn das Seegras wächst sogar weiter draußen bis unter die Wasseroberfläche, sodass ich mit dem langen Schaft unter dem Board keine Chance habe.

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Unser Rückweg führt uns dann von Rødby entlang der Vogelfluglinie nach Puttgarden. Wir sind eine Stunde zu früh beim Check In der Fähre. Obwohl wir eine feste Buchung für 17 Uhr haben, können wir direkt auf die 16 Uhr-Fähre durchfahren. Als wir den Motor abstellen und austeigen, sind die Türen geschlossen und das Schiff hat schon abgelegt. Deja vu: Genauso war es auf der Rückreise von Marokko. Als letztes Auto eine Fähre früher erwischt als geplant. Von Puttgarden brauchen wir noch zwei Stunden bis nach Hause.

Exploring Fanø

Letztes Wochenende haben wir mal wieder Neuland betreten bzw. befahren, denn wir waren zum ersten Mal auf der dänischen Insel Fanø. Von Deutschland aus gesehen ist es nach Rømø und Mandø die dritte dänische Nordseeinsel. Während man die ersten beiden bequem auf dem Land bzw. Ebbevej erreichen kann, muss man von Esbjerg aus mit der Fähre fahren, um Fanø zu erreichen.
Die Fähre kann man nicht reservieren, aber sie fährt so oft, dass wir nur kurz warten müssen. Gleich die zweite hat Platz für unseren LKW, der auch mit circa 55 Euro für Hin- und Rückweg als LKW berechnet wird, weil es ab Werk kein Womo war. Die 6 Wartespuren sind allerdings so schmal, dass wir nicht ganz in die Spur passen und es sehr eng wird. Aber passt.

Bei Sonnenuntergang erreichen wir nach zehn Minuten die Insel.


Der erste Campingplatz Rødgård Camping möchte uns nicht für eine Nacht, das sei nicht rentabel genug. Na gut! Beim nächsten Feldberg Familie Camping können wir uns sofort einen Platz aussuchen, nehmen aber den offiziellen Womostellplatz auf einer Wiese vor dem Gelände. Dort steht auch nur ein anderes Womo.

Am nächsten Tag fahren wir zunächst den Strand von Norden (Fanø Bad) bis Süden (Sønderho) ab und sind … etwas … enttäuscht. Es schwärmen so viele Menschen von diesem Strand, aber uns gefällt Rømø deutlich besser. Hier ist fast der ganze Strand eine festgefahrene Piste, noch dazu vor allem bei Flut viel schmaler. In dem Bereich, in dem Kitesurfen und Buggyfahren erlaubt sind, ist auch der Sand nicht so schön wie etwas weiter im Norden. Keine Frage, es gibt natürlich viiiiiiieeeel schlimmere Strände.

Gut gefallen hat uns, dass es nicht so voll ist. Scheinbar schrecken die Fährüberfahrt und die etwas weitere Anreise die Menschenmassen ab. Wir gucken uns auch noch das schnuckelige Örtchen Sønderho an, in dem noch viele schöne, alte Häuschen stehen.

Diesmal entscheiden wir uns für den Strandcamping Feldberg. Der liegt zwar nicht am Strand und die Wege sind alle wieder mega schmal, so dass wir beim Abbiegen rangieren müssen, aber der Besitzer ist wirklich sehr nett: Leg einfach deine Campingcard hier hin und such dir einen Platz aus. Nein, ich muss die Nummer nicht wissen. Und bei der Abreise: Wie viele Nächte waren das? Hattet ihr Strom? Ne, ich kann nur Bargeld, aber Euro geht auch. Sehr entspannt…


Nach einem ebenfalls entspannten Frühstück am Strand haben wir uns dann im Osten und Norden noch ein paar alte Bunker angesehen, wobei wir auch ein paar Meter wirklich offroad fahren konnten. Da wir aber nicht wussten, ob das legal ist, sind wir nach kurzer Strecke wieder umgedreht.

Auf dem Weg zu den nördlichen Bunkern, die man bei Google Maps nur noch als Umrisse auf der Karte sehen kann, mussten wir durch den Ort Nordby fahren. Unser Navi hat uns durch den Nordre Engvej gelotst. Der Name lässt ja schon vermuten, dass es eng wird. Aber man fragt sich jedesmal: Ob das der richtige Weg ist? Wo gehts denn hier weiter? Enge Gassen und scharfe Kurven. Zum Glück alles ohne Gegenverkehr, aber die Anwohner haben sich schon gewundert, warum da ein lauter LKW durch ihren Vorgaten fährt, links halb in der Hecke, damit rechts die Markise nicht am Reetdach hängen bleibt. Na gut, wir hatten rechts noch 2-4 cm Platz. Aber mir war ordentlich warm geworden bei der Aktion. Natürlich hat so schnell auch niemand Fotos für den Blog gemacht.

Als wir am Hafen vorbeifahren, trauen wir unseren Augen nicht. Die Schlange vor der Fähre zieht sich tatsächlich durch den ganzen Ort. Wo kommen denn auf einmal diese ganzen Menschen her? Das ist ja wie auf Sylt! Merke: Nie Sonntags mit der Masse abreisen.

Auf dem Rückweg machen wir bei Ribe einen Abstecher zur Sluse (Schleuse). Es ist für uns leider wirklich ein Abstecher und kein Rundweg, denn die Brücke trägt nur 2 Tonnen. Allerdings darf man hier uneingeschränkt parken, was wir mal in Hinterkopf behalten, falls wir mal einen Übernachtungsplatz in der Nähe brauchen.

Fazit Fanø: Süße Insel, ja auch schöner Strand, Campingplatzleute alle nett (auch dort, wo wir nicht geblieben sind), sehr wenig Wohnmobile (circa 10 am ganzen Wochenende gesehen), Kiten geht natürlich auch, viele Radfahrer, uns reicht aber, einmal dort gewesen zu sein.

Sardiniens Süden

Fast eine Woche sind wir in Is Solinas, denn es ist jetzt jeden Tag Wind für 7-10er Kites. Am Ufer wurde viel Grünzeug angespült, das man beim Kiten super als Slider oder als Wendepunkt nutzen kann. 


In circa zehn Tagen müssen wir schon die Fähre nehmen, daher fahren wir nun weiter. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Porto Pino finden wir fünf Kilometer vor Chia einen schönen  Übernachtungsplatz an einer Bucht. Leider sind unsere Wohnmobile zu breit, um bis ans Ende des Weges zu fahren. Helge muss wegen der Schlaglöcher und Sträucher an der Seite sowieso schon sehr vorsichtig fahren und an der einzigen Steigung drehen die Vorderräder durch. Aber er schafft auch die letzten Meter noch bis zum einsamen „Stellplatz“. 


Mit der Drohne gelingen uns hier ein paar schöne Aufnahmen bei Sonnenuntergang und auch am nächsten Morgen.

Manchmal muss man auch die Leiter verlängern 😉 Nach dem Frühstück geht es weiter nach Chia. Vorbei an Flamingos, die es hier so häufig gibt wie bei uns Tauben.


Chia hat wieder mal unglaublich schöne Strände mit karibischen Wasserfarben. Natürlich müssen wir uns auch die mit der Drohne von oben ansehen. 


Es ist noch ziemlich früh und wir beschließen weiter zu fahren, auch wenn es hier so schön ist. Unser nächstes Ziel ist nämlich auch sehr vielversprechend: Villasimius. Aber zunächst müssen wir durch die Inselhauptstadt Cagliari und auch langsam mal tanken. Das ist jedoch umständlicher als gedacht, denn man muss erst seine Karte in einen Automaten stecken, und kann dann für maximal hundert Euro tanken. Da 300 Liter in unseren Tank passen, muss ich die Prozedur also drei Mal wiederholen, bis der Tank voll ist. Und merkwürdige Verkehrsschilder gibt es hier auch:

Als wir in Villasimius ankommen, regnet es kurz. Das erste Mal im gesamten Urlaub bisher.


Der dazugehörige Strand am Capo Carbonara ist aber wieder ein Highlight. Wir parken zwischen den Bäumen direkt am Spot und bleiben zwei Tage. Der Wind ist sehr böig, aber die Wasserfarben entschädigen das. Schöner kann es in der Karibik auch nicht sein. Obwohl es tief ist, kann man überall den sandigen Grund sehen. Nach 2 Stunden hat sich auch eine schöne kleine Welle aufgebaut. Wir nutzen den Tag und gehen kiten. 


Auch hier gibt es einen Torre zu dem man in zwanzig Minuten wandern kann. Wir genießen dort den Sonnenuntergang bei einem Sundowner-Bier. 


Am nächsten Morgen fotografieren wir die ganze Bucht bei schönem Licht noch einmal von oben.

So schön ist es in der Lüneburger Heide

Hallo liebe Mitleser! Wir waren im Winter nicht mit dem LKW unterwegs, daher gab es nicht viel zu berichten. Aber nun sind wir wieder on the road.

Im Norden war an diesem Wochenende kein Wind und zusätzlich leider Bewölkung angesagt, so dass wir keine Lust hatten, bis ans Meer zu fahren. Josi kümmert sich gerade um Finja, die Hündin ihres Kollegen, der zur Zeit im Urlaub ist. Da wir Finja eine schöne Zeit bereiten wollen, haben wir uns einen Stellplatz ausgesucht, der von uns nur eine Stunde entfernt ist und von dem aus man gut Gassi gehen kann. Unser erster Ausflug mit dem LKW ging dieses Jahr also nicht an die Küste, sondern nach Süden in die Lüneburger Heide.

Der Stellplatz liegt in Oberhaverbeck zwischen Baumreihen und ist gleichzeitig PKW-Parkplatz. Der Parkautomat hat noch Winterpause, sodass wir nichts zahlen mussten.

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Trotz des schönen Wetters war kaum etwas los. Schon nach einigen Metern ist man mitten in der Heide. Ich wusste gar nicht, wie schön es hier ist! Und das quasi direkt vor der Haustür. Es gibt jede Menge Wanderwege und ausreichend Bänke für die Pausen. Vor allem ist es unglaublich leise! Die Wanderwege sind teils sandig, teils bewachsen. Es geht Hügel hinauf und wieder hinunter. Wie gerne würde ich mit LKW hier durch fahren! Wir wandern in ca. zwei Stunden zum Wilseder Berg. Von dort aus hat man einen erstaunlich guten Blick über die weitläufige Heidelandschaft.

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Auf so einen langen Spaziergang waren wir gar nicht vorbereitet und hatten leider nichts zu trinken dabei. Wenigstens Finja konnte unterwegs aus kleinen Bächen trinken. Eine Kamera hatten wir auch nicht dabei. Die Bilder haben wir alle mit dem Handy gemacht. Der nächste Ort ist Wilsede und näher als unser Parkplatz. Dort kann man bestimmt etwas trinken. Also laufen wir diesen kleinen Umweg und kehren in der „Milchhalle“ ein. Wilsede ist sehr klein und nicht mit dem Auto erreichbar. Nur zu Fuß, mit dem Rad oder per Kutsche. Dementsprechend ruhig ist es auch hier.

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Nach weiteren zwei Stunden sind wir wieder am Parkplatz. Ungefähr zehn Kilometer sind wir gelaufen. Finja bestimmt 30. Alle drei sind erschöpft. Wenn die Heide blüht, wollen wir weiderkommen. Die Lüneburger Heide ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

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Materialupdate für die Saison 2017

Jetzt wird´s etwas technisch. Bevor die Saison jetzt so richtig los geht, haben wir noch einige To Do´s auf der Liste: Auch dieses Jahr standen einige Reparaturen und Updates am LKW an: Vier neue Stoßdämpfer wurden wurden eingebaut, da die alten nach 20 Jahren keine Wirkung mehr zeigten. So sehen die neuen aus:

 

Bei der Wiederinbetriebnahme der Elektroinstallation stellte sich heraus, dass der Shunt defekt war. Statt 12 Volt zeigte er 255 Volt an und ließ sich nicht mehr verstellen, so dass man auch nicht erkennen konnte, wie voll die Batterien sind. Nach einem kurzen Telefonat mit der Firma Philippi schickte ich den defekten Shunt ein und bekam noch in der gleichen Woche einen neuen zurück, obwohl die Garantiezeit schon vor kurzem abgelaufen ist. Klasse Service! Jetzt läuft wieder alles.

Schon letztes Jahr haben wir bemerkt, dass eine Fensterdichtung von KCT undicht ist. Auch hier wurde schnell und unkompliziert geholfen. Uns wurde kostenlos eine neue Dichtung inkl. einer DVD mit Einbauvideo zugesendet und gleichzeitig angeboten, die Reparatur ebenfalls kostenlos beim KCT-Servicepartner Kerkamm in Elmshorn durchführen zu lassen.

Das diesjährige Update-Highlight ist jedoch die neue Reifendruck-Regelanlage STIS (Semiautomatic Tire Inflation System). Die habe ich mir bei meinem Kumpel Martin abgeguckt. An einer zentralen Steuerbox, die an den vierten Druckluftkreis des LKW angeschlossen ist, kann man (im Stand) den gewünschten Druck einstellen. Von der Steuerbox aus wurde zu jedem Reifen eine Druckluftleitung bis zu einem Schlauchdepot gelegt. Die Reifenventileinsätze wurden herausgedreht und eine Schnellkupplung auf das äußere Gewinde der Ventile geschraubt. Dadurch ist ein größerer Luftdurchsatz möglich als vorher, d.h. Luft ablassen oder aufpumpen geht schneller. Jetzt kann man einfach die Spiralschläuche aus den Depots ziehen und per Schnellkupplung auf die Reifen stecken, bei denen man den Luftdruck ändern möchte. Auch das geht nun schneller, als bei jedem Reifen einzeln die Ventilkappe ab- (und später wieder auf-)zuschrauben, und mit dem Manometer neben jedem einzelnen Reifen zu warten, bis der richtige Druck anliegt. Um bei Nichtgebrauch den Druckverlust im Gesamtsystem zu vermeiden, kann man hinten an der Steuerbox ein Ventil schließen, so dass die Druckluft nur bis zum Ventil anliegt und das Regelsystem quasi drucklos ist. Zusätzlich gibts noch eine Schnellkupplung, an die man weitere Druckluftgeräte anschließen könnte.

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Und hier noch ein Thema, das eigentlich nichts mit Kitesurfen, Reisen, Offroad oder LKW zu hat, uns aber demnächst begleiten wird: Vielleicht gibt es bald auch Bilder von oben, denn wir haben uns eine Fotodrohne zugelegt: Die DJI Mavic Pro. Leider hatte die sofort beim ersten Flug einen GPS-Fehler und wir konnten nur ein einziges Foto schießen. Von oben sieht er richtig klein aus 😉 und ja, trotz Berg und Bäumen gehört das immer noch zu Hamburg…

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Laut DJI soll der Reparaturprozess 10 – 15 Werktage dauern. Es hat jedoch allein 10 Werktage gedauert, bis wir eine Empfangsbestätigung bekommen haben. Hoffentlich kommt der Vogel bald zurück. Wir brauchen ihn bald… denn in Kürze geht es los nach Sardinien!

Wir halten euch auf dem Laufenden.

Wochenend-Nomaden 

Es ist mal wieder Zeit, den Blog etwas zu füttern und ein paar Zeilen zu schreiben. Wir sind zwar nicht mehr großartig verreist, aber seit wir Ende Juni von unserer dreieinhalb-monatigen Reise durch Marokko und Südeuropa zurückgekehrt sind, haben wir mit dem Beach Explorer regelmäßig Wochenendausflüge an die Küste unternommen. Wir waren mit der Stranddeko-Truppe in Holland, mit Freunden in Dänemark, Cuxhaven, St. Peter-Ording, auf Fehmarn, am Darß und an anderen Stränden der Ostsee. Und da das AMR-Outdoortreffen bei uns in der Nähe stattfand, haben wir uns auch einen Tag lang noch viele andere schöne Offroader angesehen. Seit unserer Reise haben wir aber die große Kamera nicht mehr angefasst, so dass es nur ein paar Impressionen von der Handykamera gibt.

Mit Freunden im dänischen Sand


In St. Peter-Ording
Im Hamburger Hafen mit der Queen
Die Kugelbake in Cuxhaven

Stranddeko-Treffen am Ijsselmeer in Holland

 

Im Oktober waren wir bei der Kinopremiere von „Chapter One“ in Hamburg, die von KiteWorldWide präsentiert wurde. Wir durften exklusiv vor dem Kino parken und standen für Fragen rund um das Auto oder der Reise zur Verfügung.

Für alle Technikfreunde gibts hier noch ein paar Updates: Erstmal haben wir unser Sonnensegel entsorgt. Der Keder war zu dünn für die Schiene, man muss immer das Tuch, Stangen, Seile und Heringe irgendwo verstauen und vor allem war das Aufbauen schon zu zweit eine Herausforderung. Faltenfrei ging das nie und eine leichte Brise hat gericht, um das Ding zum Flattern zu bringen. Jetzt haben wir eine relativ leichte Markise von Fiamma, die schnell auf- und abgerollt werden kann und die vor allem bei Regen schon ihre Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Die Markise sieht niedrig aus, ist aber in 2,20 Metern Höhe.

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Um den Wagen für die norddeutsche, dunkle und feuchte Jahreszeit noch etwas aufzurüsten, haben wir zunächst die Batteriekapazität von 160 auf 320 Ah Lithium-Ionen verdoppelt. Letzten Winter war es immer etwas knapp, wenn Kühlschrank und Heizung Strom ziehen, keine Sonne scheint und die Lichtmaschine auch keinen Strom liefert, weil wir länger als eine Nacht und einen Tag irgendwo gestanden haben. img_7124

Und weil mehr Batterie auch mehr Ladung benötigt, haben wir zu den vier vorhandenen Solarmodulen noch zwei hinzugefügt und nun 600 WP Solar auf dem Dach. Bis jetzt läuft die neue Kombination super, aber es ist ja auch erst November und der kürzeste Tag war noch nicht…image5

An der restlichen Technik ist alles gleich geblieben. Direkt nach unserer Rückkehr wurde ein  Ölwechsel vorgenommen und der völlig vergammelte Trittschalter für die Motorbremse erneuert. Das war ja das einzige Teil, was uns in Marokko kurz Sorgen bereitet hat. Die Bremse hinten links wurde repariert, dort waren zwei Federn gebrochen, was ich nur bemerkt habe, weil der Reifen und die Felge im vergleich zu den drei anderen sehr viel heißer waren. Zu guter Letzt gab es noch einen sehr umfangreichen Korrosionsschutz von Timemax, der den Wagen für die nächsten Jahre gegen Rost schützen soll.

Wenn ich das so lese, war das ja doch schon wieder einiges… und ein paar Punkte auf der Liste fehlen noch 😉

Josi hat mittlerweile ihr Studium abgeschlossen und ist in die Arbeitswelt eingetaucht. Da es mir hier zu kalt wird, werde ich den LKW kurz einmotten und im November zum Kiten nach Brasilien fliegen. Wir wünschen Euch daher viel Spaß im Herbst und eine schöne Vorweihnachtszeit!

 

Wieder zu Hause – in Dänemark

Der Hof bei Marcos Eltern eignet sich super als Wohnmobil-Servicestation. Unser Beach Explorer wird zwei Tage lang von innen und außen gereinigt und bekommt die erste Unterbodenwäsche seit langem. Hinterher sieht der Hof aus wie das Tor zur Sahara, aber zum Glück regnet es ja bald wieder 😉

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Wir bekommen spontan noch einen Termin beim Reifenhändler und lassen für kleines Geld die Räder einmal von vorn nach hinten tauschen, denn vorn ist mittlerweile viel mehr Profil abgefahren als hinten.

Es ist noch mitten in der Woche, aber unsere Wohnung vermissen wir so gar nicht. Da Marco erst Montag wieder arbeiten muss, fahren wir … naja nicht nach Hause in unsere Wohnung, sondern direkt durch bis nach Dänemark. Wir sind wieder zu Hause – in unserem Dänemark, auf Römö.

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Hier treffen wir unsere Freunde Helge und Annika wieder, die sich während unserer Abwesenheit um unsere Wohnung gekümmert haben. Dafür an dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön! Wir gehen bei super Bedingungen aufs Wasser und im Vergleich zu Portugal sehen das Meer und die Wellen hier echt niedlich aus.

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Abends machen wir uns auf dem besten Stellplatz der Insel breit, grillen mal wieder und gucken in einem nagelneuen Aufenthaltsraum noch das Fußballspiel Deutschland – Italien.

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Mit diesem Wochenende in Dänemark endet unsere knapp vier Monate lange Reise. Nach 15000 Kilometern, in denen wir durch 9 Länder gefahren sind, kommen wir Sonntag Abend wieder zu Hause in Hamburg an. Merkwürdig, wieder in der Wohnung zu sein. Auf dem Bett liegt noch die Winterdecke, der Geruch der Wohnung ist ungewohnt. Auf dem Balkon wachsen mittlerweile Blumen aus den Bodenfliesen heraus.

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Liebe Mitleser und Follower, dies war vorerst unser letzter Blog, denn unsere Reise ist nun erstmal zu Ende. Vielen Dank an euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt, uns in den letzten Monaten zu begleiten. Wir haben viele positive Rückmeldungen zum Blog erhalten und hoffen deshalb, dass es euch gefallen hat. Der Blog hat uns geholfen, das Erlebte nochmals in Erinnerung zu rufen und nicht sofort unter den ständig neuen Erlebnissen zu vergraben.

Bedanken wollen wir uns vor allem bei KiteWorldWide und deren Partnern, die wir unterwegs kennengelernt haben. Ohne die Unterstützung an den Surfspots in Dakhla, Essaouira und Tarifa wäre die Reise nur halb so schön gewesen.

Die nächste Reise mit dem Beach Explorer werden wir natürlich für euch (und uns) wieder bloggen.

Zurück in die Zukunft

Gestern Abend kamen plötzlich ungewöhnliche Geräusche vom Dach. Als ich nachsehe, sind jede Menge Maikäfer unterwegs, von denen einige auf dem Dach gelandet sind. Allerdings sind die so ungeschickt, dass keiner ordentlich landen kann und einige nun auf dem Rücken auf dem feuchten Dach liegen und herumzappeln.

Der letzte Morgen in Portugal startet sehr nebelig. Das hatten wir öfter hier an der Küste und wissen, dass die Sonne bald durchkommen wird. Wir schaffen es heute, relativ früh (kurz nach zehn Uhr morgens) loszufahren. Gleichzeitig ist der Nebel verschwunden und es wird richtig warm. Wir sind auf der sehr guten Autobahn auf dem Weg zur spanischen Grenze. Es sind ungefähr zweihundert Kilometer durch eine schön grüne, bergige Landschaft. Die Straße schlängelt sich hoch und runter bis auf eine Höhe von 900 Metern, wobei es nie mehr als 6% Steigung oder Gefälle gibt. Wir sind also mit 50 – 105 Kmh unterwegs und es ist sehr wenig Verkehr. Die Landschaft erinnert an den Harz oder das Alpenvorland.

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Schließlich erreichen wir Spanien, was man nur daran merkt, dass die Autobahn kurz aufhört, und man kurz danach auf einer anderen Autobahn weiterfährt. Ach ja, da war noch etwas: Die Zeitumstellung. Hier ist es eine Stunde später als in Portugal.

Wir durchqueren halb Spanien über Salamanca und Burgos in Richtung Südfrankreich. Die Autobahn ist erneut sehr gut, sehr leer und mautfrei. Soweit das Auge reicht erstrecken sich Felder über weite, ebene Flächen und wir fahren den ganzen Tag in einer Höhe von ungefähr 800 Metern über dem Meeresspiegel. Wir wussten gar nicht, dass das Land so hoch liegt. Es gibt auch kaum größere Städte, alles wirkt sehr landwirtschaftlich geprägt. Heute ist gefühlt der heißeste Tag unserer ganzen Reise und wir wundern uns, dass hier überhaupt etwas wächst. Allerdings wird fast überall bewässert. Kurz nach 21 Uhr sehen wir auf einem Display, welches abwechselnd die Zeit und die Temperatur anzeigt, dass es immer noch 34 Grad sind. Wir nähern uns San Sebastian, wollen aber erst morgen die Grenze zu Frankreich überqueren, also übernachten wir nach 800 Kilometern auf einem Stellplatz in Tolosa. Es ist immer noch so warm, dass wir kaum Hunger haben und über Nacht alle Fenster maximal öffnen. Wir schlafen auch zum ersten Mal ohne Decke. Irgendwann nachts wird es dann etwas angenehmer, was aber am nächsten Morgen schon wieder vorbei ist. Wir verlassen unsere Reiseflughöhe durch ein Gebirge, das nun den Alpen ähnelt. Es geht schnell hinunter, ich stehe nur noch auf der Motorbremse. Kurz vor der Grenze tanken wir noch einmal voll. Diesel kostet heute sagenhafte 93,9 Cent pro Liter, bis jetzt der beste Preis in Europa. In Spanien fahren wir noch zwei Stunden auf einer ebenfalls sehr guten, aber teuren Autobahn bis zur Dune du Pyla bei Arcachon.

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Unsere Freunde Frohmut und Bo sind öfter in Frankreich unterwegs und haben uns den Campingplatz Panorama du Pyla empfohlenen. In der Hitze haben wir keine Lust, auf die Suche nach einem kostenlosen Platz zu gehen, also folgen wir der Empfehlung und wirklich: Man hat von hier eine unglaubliche Aussicht auf die große Düne direkt nebenan und auf das Meer mit seinen vielen Sandbänken. Für das Einparken zwischen den Bäumen ist wieder mal Genauigkeit gefragt.

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Im Fahrerhaus sind es mittlerweile 42 Grad Celsius, draußen im Schatten 38. Wir wollen ins Wasser, müssen aber feststellen, dass es bei Windstille in der Hitze nicht möglich ist, den Weg die Düne hinunter und später wieder hinauf zu schaffen, ohne zu verdursten oder einen Hitzeschlag zu bekommen. Also gehen wir zum Pool, wo wir uns den restlichen Tag aufhalten, und immer wieder abkühlen. Nach einem letzten Bilderbuchsonnenuntergang am Atlantik quatschen wir noch mit unseren französischen Nachbarn, bis uns der Platzwart um zwei auf die Nachtruhe aufmerksam macht 😉

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Am nächsten Tag gibt es leichte Thermik und die Gleitschirmflieger nutzen den Aufwind an der Düne. Ich schreibe auf die Merkliste: Googlen wo man sowas bei uns machen kann und einen Kurs machen.

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Nachmittags machen wir uns auf den Heimweg. Wir starten spät, weil wir in die kühle Nacht hinein fahren wollen. Der Plan geht auf. Die Autobahn ist sehr gut, leer und zum Großteil ohne Maut. Stau gibt es nur am Anfang um Bordeaux herum. Solange es hell ist, ist die Landschaft wieder schön hügelig und sehenswert. In Frankreich gibt es Unmengen von kostenlosen Stellplätzen und so finden wir kurz vor zwei in irgendeinem Dorf mitten im Land einen ruhigen Platz für die Nacht. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Alles sieht noch aus wie vor 50 Jahren. Nach einem weiteren Fahrtag landen wir schließlich wieder in Deutschland. Wir sind wieder da! Nach knapp vier Monaten ein merkwürdiges Gefühl. Man kann wieder alles lesen und verstehen. In dem kleinen Ort Waldkirch bei Freiburg stellen wir uns erneut auf einen kostenlosen Stellplatz. Wir laufen etwas umher und vertreten uns die Füße. Den Platz und die Umgebung hier können wir sehr empfehlen.

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Bevor wir am nächsten Tag weiterfahren, wandern wir noch zum Kastell, das wir vom Stellplatz aus am Vorabend gesehen haben.

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Wir fahren durch Hessen und Niedersachsen, um Marcos Eltern in Nienburg wiederzusehen. Da noch Zeit ist, genehmigen wir uns noch einen Abstecher zum Steinhuder Meer. Es sind 12 Knoten Wind angesagt. Erwartungsgemäß ist der kleine Strand voller Kites und das Wasser voller Menschen, die ihren Drachen in die Luft halten. So habe ich den Spot in Erinnerung. Aber immer wieder schön hier und immer trifft man alte Freunde wieder (Gruß an André).

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Die Wiedersehensfreude ist groß, als wir abends bei Marcos Eltern auf den Hof fahren.

Portugals berühmte Wellen

Der süd-westlichste Zipfel Portugals mit seinen vielen Buchten gefällt uns wirklich sehr gut. Man kann fast überall über Nacht stehen und braucht eigentlich keinen Stellplatz oder Campingplatz. Entsorgen oder Wasser tanken kann man an vielen Supermärkten, teilweise sogar kostenlos. Also mache ich hier noch einmal den Wassertank voll, denn ich habe herausgefunden, dass unserer Stromkonzept (160 Ah 12 Volt Lithium-Ionen Batterie in Kombination mit Solaranlage, Ladewandler und Wechselrichter) ausreichend ist, um warmes Wasser zum Duschen zu erhitzen und wir keinen Diesel dafür verbrauchen müssen. Etwas spät die Erkenntnis, aber in Marokko hätte ich eh nicht so oft viel Wasser tanken wollen.

Wir fahren weiter nach Norden, immer an der Küste entlang, wobei wir uns noch eine Menge Lagunen ansehen. Leider ist das Kiten dort zwar erlaubt, aber mit vielen Einschränkungen, die es dann wieder unattraktiv machen. Die Locals kiten dort trotzdem, aber wir halten uns diesmal an die Regeln. Wir schauen uns kurz die Strände von Villa Nova des Milfontes, Sines und die Lagoa de Santo André an. Alles sehr einladend, aber kaum Wind.

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Noch weiter nördlich erstreckt sich eine kilometerlange Halbinsel nach Norden. Diese entpuppt sich als ein großes Luxusresort, auf dem es für Wohnmobile kaum Parkmöglichkeiten gibt. Dafür jede Menge Tiefgaragen für PKW und alles ist extrem sauber und ordentlich. Überall ist der Rasen gemäht und natürlich gibt es Golfplätze. An der Spitze soll es einen Kitespot geben. Wir fahren soweit wir kommen und landen in einer Sackgasse ohne Parkmöglichkeit für uns. Geradeaus auf den Strand dürfen wir wahrscheinlich nicht fahren 😉

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Da die Fähre nach Setúbal über 32 Euro kosten soll, umfahren wir die Bucht mit dem Naturschutzgebiet, was uns über einhundert Kilometer und etwas mehr Zeit kostet. Unser Tagesziel ist das Kloster am Cabo Epichel, in deren Sichtweite auch ein Leuchtturm auf den Klippen steht. Hier können wir erneut kostenlos parken und übernachten. In der untergehende Sonne schießen wir noch ein paar Bilder von der Umgebung. Hier ist es deutlich kälter als im Süden und wir verziehen uns schnell ins warme Auto.

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Der nächste Tag führt uns zur Lagoa de Albufeira, eine wunderschöne Lagune, in der bei Ebbe viele Sandbänke trocken liegen. Der Wind würde für einen großen Kite reichen, aber kiten darf man eigentlich erst dort, wo die Lagune einem See gleicht. Wir schauen den drei Anfängern etwas zu und fahren weiter.

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Die nächsten Spots liegen alle direkt an der Küste und haben große Wellen, die bei wenig Wind keinen Spaß machen. Also fahren wir weiter und überqueren den Tejo auf der großen Brücke bei Lissabon.

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Wir haben die Stadt und die Surfstrände von Cascais und Carcavelos letztes Jahr während eines langen Wochenendes bereits erkundet und fahren daher eher zufällig über eine sehr kurvige interessante Bergstraße direkt bis Guincho. Hier ist alles touristisch und die Strände sind gar nicht so groß, wie wir gedacht haben.

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Wir haben aber keine Lust mehr, noch weiter zu fahren und bleiben einfach auf dem nächsten Campingplatz, denn hier gibt es Wifi, einen Pool und abends das Fußballspiel Deutschland gegen Polen. Nagut, das Spiel hätte man sich schenken können 😉

Erneut ist ein weltberühmter Wellenreitspot unser Ziel: Die Halbinsel Peniche. Hier scheint jeder ein cooler Surfer zu sein. Die ganze Infrastruktur ist hier auf das Wellenreiten ausgelegt. Es gibt Shops, Schulen und jede Menge Unterkünfte. Der südliche Strand heißt Supertubos. Der Name ist selbstredend. Im Café direkt am Spot gibt es einen Burger, der auch Supertubos heißt und zumindest der Burger hat an diesem Tag den Namen verdient!

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Der nördliche Strand heißt Baleal. Hier gibt es einen großen Parkplatz, auf dem wir parken und übernachten wollen. Wir treffen die Tschechen wieder, die wir in Marokko kennengelernt haben! Zusammen fahren wir in die Stadt zum Pizza essen bei Mr. Pizza. Seltsamer Laden. Wir haben ein Wasser auf der Rechnung reklamiert, weil wir es nicht bekommen haben, es aber bezahlen sollten. Nachdem die Bedienung die Rechnung korrigiert hat, waren es auf einmal vier Euro mehr statt 1,80 weniger… warum weiß niemand.

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Zurück am Parkplatz sitzen wir noch etwas zusammen im Auto. Der Parkplatz mit den angrenzenden Bars hat sich mittlerweile zu einer lauten Partymeile verwandelt, so dass wir eine unruhige Nacht haben. Am nächsten Morgen klopft dann auch noch die Polizei und ermahnt uns, dass wir hier nicht quer parken dürfen und das Auto ordentlich in die Parklücke stellen sollen. Das war unser einziger Kontakt mit den Ordnungshütern bisher und gegen das Übernachten gab es auch keine Einwände.

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Heute ist Wind. Wir fragen an einer Surfschule, wo wir kiten dürfen und buchen auch gleich einen Wellenreitkurs für den Nachmittag. Dann laufen wir mit unseren Kitesachen bis zur letzten Bar, wo schon ein Kiter auf dem Wasser ist. Ein merkwürdiges Gefühl ist es schon, als Kiter durch die ganzen Wellenreiter zu laufen, immer mit dem Gedanken, gleich verprügelt zu werden oder die Leinen durchschnitten zu bekommen. Wir gehen mit 9 und 10 aufs Wasser und haben beide eine super Session. Hier sind mit Abstand auch die größten Wellen, die wir bisher auf unserer Reise erlebt haben.

Um vier beginnt dann dann unser Wellenreitkurs. Wir sind nur zu dritt und unser Lehrer Nunu macht seinen Job gut. Wir stellen jedoch beide fest, dass das nicht unser Sport werden wird. Ständig muss man gegen die Brandung ankämpfen. Strömung zieht einen zur Seite. Alle paar Sekunden bricht die nächste Welle. Total stressig. Dann erwischt man eine und gleitet ein paar Meter. Das macht in Kombination mit dem Kite auf jeden Fall mehr Spaß und ist auch deutlich weniger anstrengend. Wir verstehen den Hype ums Wellenreiten nicht.

Abends verlassen wir das Getummel und fahren zu einem einsamen Strandparkplatz am Praia do Pico. Dazu müssen wir durch das Nobelviertel Praia D´El Rey fahren. Hier stehen richtig edle Villen in den Berghängen, es gibt erneut Golfplätze und ein Marriott Hotel. Wir mit der Schere abgeschnitten endet der Asphalt und ein Feldweg führt zu unserem kleinen Parkplatz an einem menschenleeren Strand.

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Am Morgen peilen wir die nächste Lagune an: die Lagoa do Òbidos. Wir kommen von Süden und haben einen tollen Ausblick auf die freiliegenden Sandbänke. Gegenüber sehen wir die größte Ansammlung von Wohnmobilen, die wir bisher gesehen haben.

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Leider darf man auch hier im Sommer nicht kiten und so umfahren wir die Lagune um an der Nordseite bei der lokalen Surfschule einzusteigen. Der Wind ist sehr böig, vergleichbar mit einem See. Es gibt kaum andere Kiter, aber ein paar Windsurfer und Katamarane nutzen die Flut und den Wind für sich. Nach einer kurzen Session mit dem 10er und 12er für die Statistik packen wir ein und fahren weiter.

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Wir kommen an der großen Badebucht bei Sao Martino do Porto vorbei, wo wir über Nacht parken könnten, aber die Straße ist uns zu nah und zu laut. Daher fahren wir weiter und finden einen grandiosen Übernachtungsplatz am südlichen Ende des Strandes bei Nazaré. Die Zufahrt führt über eine extrem steile Schotterpiste bis fast hinunter zum Strand und endet auf einem kleinen Plateau. Ich fahre mit Motorbremse im ersten Gang mit Untersetzung, weil es so steil bergab geht. Hierhin kommt kein normales Wohnmobil, geschweige denn bergauf zurück. Nur ein paar Muschelsucher sind da. Ich parke auf ein paar Steinen, damit der LKW gerade steht und es gibt einen Sonnenuntergangswein mit Blick auf den langen Südstrand von Nazaré. Herrlich.

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Nazaré ist unter Wellenreitern mittlerweile weltberühmt. Garrett McNamara hält hier den Weltrekord für die höchste je gesurfte Welle. Im Internet finden sich viele Fotos und Videos davon. Wir besichtigen den Ort und den Leuchtturm, von dem aus diese Bilder entstanden sind, und erfahren, warum genau hier die Wellen so hoch werden.

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Willkommen zu den größten Wellen der Welt

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Wenn das Meer so ruhig ist, kann man sich kaum vorstellen, wie eine über zwanzig Meter hohe Welle aussehen soll. Wir müssen wohl im Winter noch einmal herkommen, wenn der Swell groß ist. Generell hat uns das Land so gut gefallen, dass wir hier nicht zum letzten Mal waren.

Nach zwei Wochen bricht heute unser letzter Abend in Portugal an, den wir auf einem Platz kurz vor Aveiros verbringen. Die Sonne verabschiedet uns mit einem Bilderbuchuntergang. Nur eine Düne trennt uns vom Strand. 2700 Kilometer trennen uns von zu Hause.

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