Island IV – Hotpot hopping

Wir bleiben die nächsten fünf Stunden auf dieser Piste, die parallel zur F35 nach Norden ins Hochland führt, aber weniger befahren ist. Vier Autos kommen uns in der Zeit entgegen. Stellenweise ist es wieder sehr steinig, so dass wir nur zehn Kilometer in der Stunde schaffen. Trotzdem sind es am Ende knapp 90 und wir sind beim Camping Kerlingafjöll angekommen. Nach dem Abendessen wandern wir noch einen Kilometer den Fluss hinauf zu einem Hotpot, der weniger bekannt ist. Uns kommen ein paar Wanderer entgegen, aber im Pool sind wir zum Teil wieder ganz allein. So lassen wir mit einem Bier im Hotpot den Abend ausklingen und sind erst nach Sonnenuntergang wieder zurück.

Es gibt hier eine Wanderroute, die wir jedoch nicht hin und zurück laufen wollen, daher fahren wir mit nur einem Auto auf den Berg und holen es später mit dem anderen wieder ab. Die Wanderung führt uns wieder an vielen heißen Quellen vorbei, manchmal kann man vor lauter Dampf kaum etwas sehen. Das führt auch dazu, dass wir unseren Abzweig verpassen und erst noch bergauf durch ein Schneefeld laufen bevor wir merken, dass es hier für uns nicht weiter geht.

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Das scheint schon vielen passiert zu sein, es führen viele Spuren hier auf den Berg. Also wieder zurück nach unten und den nächsten steilen und schlammigen Pfad hinauf. Nach drei Stunden sind wir wieder am Camp.

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Das nächste geothermische Gebiet, Hveravellir, ist nur vierzig Kilometer entfernt. Die Piste dorthin ist die F35, die meistbefahrene Hochlandquerung und in schlechtem Zustand. Es wechseln sich Schlaglöcher mit Wellblech ab. Plötzlich fehlen Andrea und Christopher. Bei ihrem MAN hat sich eine Druckluftverbindung gelöst, was zur Folge hat, dass man die Bremse nicht mehr lösen kann. Der LKW kann dann auch nicht abgeschleppt werden. Aber Christopher hat das Problem trotz des Regens und kalten Windes schnell gelöst.

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Es ist mittlerweile 17 Uhr. Wir bleiben hier beim Camp Hveravellir, aber die beiden wollen noch etwas weiter zu einer unbewirtschafteten Hütte am Ende einer abgelegenen Piste. Also verabreden wir uns für übermorgen weiter im Norden.

Auch in Hveravellir gibt es viele blubbernde Löcher und heißer Dampf tritt an vielen Stellen aus. Der heiße Pool ist jedoch auch hier total voll, wobei man sich fragt, woher die ganzen Menschen kommen, denn so viele Autos parken hier gar nicht.

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Da es auch abends nicht wesentlich leerer wird, verzichten wir diesen Abend auf den Pool, zumal draußen nur vier Grad sind und ein eisiger Wind weht. Der Zustand der F35 wird langsam besser, so dass wir mit 50-60 km/h über die Piste bügeln können. Wir testen gerade, wie es sich mit nur 2,5 Bar Luftdruck fährt und für die Wellblechpiste ist es ziemlich gut so. Der Weg für am Blöndulón See vorbei, der wirklich zum Kiten einlädt.

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Leider ist es im Gegensatz zu gestern kaum windig und das bisschen ist auch noch ablandig. Von der anderen Seite kommt man nicht ran, schade. Im benachbarten See kann man sehr schön beobachten, wie das milchige Gletscherwasser vorbeifließt, ohne sich mit dem Wasser des Sees zu vermischen. Es gibt eine klare farbliche Grenze im Wasser.

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Über gut die fahrbare F756 verlassen wir das Hochland durch ein malerisches grünes Tal.

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Wir steuern den Wasserfall Reykjafoss an, neben dem direkt der nächste warme Pool, der Fosslaug, auf uns wartet. Unser Timing ist auch super, da die letzten Gäste gerade gehen. Wir sind wieder allein und das bei bestem Wetter.

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Der Reykjafoss mit Regenbogen

Am Camping Bakkaflöt treffen wir unsere Reisegefährten wieder. Der Platz liegt sehr gemütlich direkt am Fluss Svartá im Grünen und hat zum ersten Mal warmes Wasser zum Abwaschen. Der Rest sieht leider aus, als wäre die Saison gerade vorbei und geputzt wird erst nächstes Jahr wieder.

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Von anderen Reisenden wurde uns der Hotpot von Laugafell empfohlen, also machen wir noch einen Abstecher nach Süden, über die F752 ins Hochland. Die Hälfte der 85 Kilometer kommen wir gut auf Asphalt und Schotterstraße voran. Kurz vor dem Ende des Tals wurde dieser schöne, alte Mercedes sich und der Natur überlassen.

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Dann wird es einspurig und auf steilen Serpentinen, bei denen wir die Mittelsperre einschalten müssen, geht es auf Schotter bis auf 620 Meter nach oben. Der Rest ist holprig, aber mit knapp 20 km/h machbar.

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Europas größte Wüste

Wieder kommen wir an einsamen Seen vorbei, und wieder ist kein Wind. Wir sollen hier wohl nicht aufs Wasser kommen.

Ab und zu müssen wir Gatter öffnen und hinter uns wieder verschließen, damit die Schafe das Gebiet nicht verlassen.

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Kurz vor Laugafell machen wir noch einen Umweg über einen Track namens Gráni. Ich zweifle erst, ob man hier lang fahren darf, denn es gibt nur schwache, alte Spuren. Dazu kommen große Steine und tiefe Löcher, die mit einem kleinen Auto sehr anspruchsvoll sein müssen.

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Angekommen in Laugafell werden wir an der Hütte von einem Deutschen begrüßt, der in der Sommersaison hier arbeitet. Das Gelände ist überschaubar, wir können vom Auto zum 30 Meter entfernten Pool gucken, der viel größer ist als die letzten Pools, in denen wir waren.

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Kaum zu sehen: der Pool links neben der Hütte

Als gerade niemand im Wasser ist, gehen wir nachmittags zum ersten Mal baden. Die Steine sind voller Algen und sehr rutschig. An der tiefsten Stelle kann man gerade noch stehen.

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Als ich noch ein paar Bilder machen will, folge ich den gelben Markierungen und finde zufällig die Quelle von Laugafell (die weiter unten aber auch ausgeschildert ist).

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Hier ist die Quelle von Laugafell

Im Laufe des Nachmittags reisen mehr Gäste an. Auch Mitglieder des niederländischen Landrover-Clubs breiten sich neben uns aus. Abends zwängen sich dann sechs bis acht Personen in den Oldtimer neben uns.

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Wir setzen uns noch einmal mit einem Glas Wein in den Pool und genießen die Umgebung.

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