Materialupdate für die Saison 2017

Jetzt wird´s etwas technisch. Bevor die Saison jetzt so richtig los geht, haben wir noch einige To Do´s auf der Liste: Auch dieses Jahr standen einige Reparaturen und Updates am LKW an: Vier neue Stoßdämpfer wurden wurden eingebaut, da die alten nach 20 Jahren keine Wirkung mehr zeigten. So sehen die neuen aus:

 

Bei der Wiederinbetriebnahme der Elektroinstallation stellte sich heraus, dass der Shunt defekt war. Statt 12 Volt zeigte er 255 Volt an und ließ sich nicht mehr verstellen, so dass man auch nicht erkennen konnte, wie voll die Batterien sind. Nach einem kurzen Telefonat mit der Firma Philippi schickte ich den defekten Shunt ein und bekam noch in der gleichen Woche einen neuen zurück, obwohl die Garantiezeit schon vor kurzem abgelaufen ist. Klasse Service! Jetzt läuft wieder alles.

Schon letztes Jahr haben wir bemerkt, dass eine Fensterdichtung von KCT undicht ist. Auch hier wurde schnell und unkompliziert geholfen. Uns wurde kostenlos eine neue Dichtung inkl. einer DVD mit Einbauvideo zugesendet und gleichzeitig angeboten, die Reparatur ebenfalls kostenlos beim KCT-Servicepartner Kerkamm in Elmshorn durchführen zu lassen.

Das diesjährige Update-Highlight ist jedoch die neue Reifendruck-Regelanlage STIS (Semiautomatic Tire Inflation System). Die habe ich mir bei meinem Kumpel Martin abgeguckt. An einer zentralen Steuerbox, die an den vierten Druckluftkreis des LKW angeschlossen ist, kann man (im Stand) den gewünschten Druck einstellen. Von der Steuerbox aus wurde zu jedem Reifen eine Druckluftleitung bis zu einem Schlauchdepot gelegt. Die Reifenventileinsätze wurden herausgedreht und eine Schnellkupplung auf das äußere Gewinde der Ventile geschraubt. Dadurch ist ein größerer Luftdurchsatz möglich als vorher, d.h. Luft ablassen oder aufpumpen geht schneller. Jetzt kann man einfach die Spiralschläuche aus den Depots ziehen und per Schnellkupplung auf die Reifen stecken, bei denen man den Luftdruck ändern möchte. Auch das geht nun schneller, als bei jedem Reifen einzeln die Ventilkappe ab- (und später wieder auf-)zuschrauben, und mit dem Manometer neben jedem einzelnen Reifen zu warten, bis der richtige Druck anliegt. Um bei Nichtgebrauch den Druckverlust im Gesamtsystem zu vermeiden, kann man hinten an der Steuerbox ein Ventil schließen, so dass die Druckluft nur bis zum Ventil anliegt und das Regelsystem quasi drucklos ist. Zusätzlich gibts noch eine Schnellkupplung, an die man weitere Druckluftgeräte anschließen könnte.

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Und hier noch ein Thema, das eigentlich nichts mit Kitesurfen, Reisen, Offroad oder LKW zu hat, uns aber demnächst begleiten wird: Vielleicht gibt es bald auch Bilder von oben, denn wir haben uns eine Fotodrohne zugelegt: Die DJI Mavic Pro. Leider hatte die sofort beim ersten Flug einen GPS-Fehler und wir konnten nur ein einziges Foto schießen. Von oben sieht er richtig klein aus 😉 und ja, trotz Berg und Bäumen gehört das immer noch zu Hamburg…

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Laut DJI soll der Reparaturprozess 10 – 15 Werktage dauern. Es hat jedoch allein 10 Werktage gedauert, bis wir eine Empfangsbestätigung bekommen haben. Hoffentlich kommt der Vogel bald zurück. Wir brauchen ihn bald… denn in Kürze geht es los nach Sardinien!

Wir halten euch auf dem Laufenden.

Wieder in der (Service-)Wüste

Im November bin ich mit zwei Freunden, jedoch ohne Josi und ohne Beach Explorer zum Kitesurfen nach Brasilien geflogen. Allerdings war das zunächst gar nicht so einfach wie es klingt. Ich widme diesem Flugerlebnis daher einen Extrablog:

Der Hinflug

Am Tag vor dem Abflug höre ich auf dem Weg zur Arbeit wie immer Radio. In den Nachrichten wird bekannt gegeben, dass die Lufthansa ihren 13ten Streik in diesem Jahr (der nur bis heute dauern sollte) um einen Tag verlängert. Neeeeeiiiiiiiin! Das betrifft mich!

Gleich morgens rufe ich die Hotline an. Dort kann man mir noch nicht genau sagen, ob mein Flug auch betroffen ist. Ich soll um 10 Uhr erneut anrufen. Mein Telefonat um 10 Uhr (mit 20 minütiger Wartezeit) ergibt das gleiche wie zuvor. Ich soll um 14 Uhr noch einmal anrufen. Der Mitarbeiter am Telefon gibt mir noch den Hinweis, dass ich mir die APP „Check my trip“ herunterladen soll, dort meinen Flug angeben kann und immer auf dem Laufenden gehalten werde. Humbug: In der APP wird heute noch angezeigt, dass der Flug stattfindet/stattgefunden hat.

Na toll. Im Laufe des Tages versuche ich mehrfach, die Hotline oder andere Lufthansa-Telefonnummern zu erreichen. Mal wird nach langer Wartezeit automatisch aufgelegt, mal erscheint eine Ansage, dass ich später wieder anrufen oder die Internetseite nutzen soll. Da ich eigentlich alles über Condor gebucht habe, versuche ich es auch dort, allerdings ohne Erfolg, da der Zubringer bis Frankfurt durch Lufthansa erfolgt.

Da ich ja nun irgendwie bis zum nächsten Morgen nach Frankfurt kommen muss, buche ich mir kurzerhand selbst eine Bahnfahrkarte und Josi bringt mich schon am Vorabend zum Bahnhof. Wenn ich um 7 Uhr in Frankfurt ankommen will, bleibt mir erstmal keine bessere Alternative als die Nacht in einem fast leeren IC zu verbringen. Immer ein Auge auf das Surfgepäck, welches im Vorraum steht, da es zu groß für die Gepäckfächer ist.


Etwas übermüdet, aber ohne Umsteigen und ohne Verspätung (Danke Bahn!) komme ich am Frankfurter Flughafen an. Zum ersten Mal habe ich Business Class gebucht und freue mich, dass vor mir keine Schlange am Business Schalter ist. Leider dauert die Freude nicht allzu lang. Die nette Dame erklärt mir, dass das Flugzeug leider in Afrika einen Triebwerkschaden hatte und nun ein Ersatzflieger von Hifly (nie gehört) beschafft wurde. Dort gibt es leider keine Business Class. Grrrrrrr… na der Urlaub fängt ja gut an. Wenigstens erhalte ich ein Formular, mit dem ich mir den Mehrpreis zurück erstatten lassen kann. Und einen Gutschein für die Business Lounge (die noch zu hat, na geil) und einen Gutschein fürs Boardshopping. Ich soll was kaufen, was ich nicht brauche und es dann im Urlaub mit mir herum schleppen? Ich setze den Gutschein auf dem Rückflug ein… Wenigstens holt ein Mitarbeiter meine Boardbag direkt am Schalter ab und ich muss sie nicht selbst zum Sperrgepäck schleppen. Und in der downgegradeten Klasse gibt es trotzdem viel Platz, um sich ein paar Stunden Schlaf zu gönnen.



Der Flug klappt anschließend problemlos (ohne Entertainment, da nicht alle Fernseher funktionieren und die Super-8 Kasseten nur englisch sind). Wir kommen pünktlich an und das Gepäck ist auch vollständig. Hier mal ein Bild von der Entertainmentzentrale aus den 80er Jahren:


Im Urlaub treffen wir Freunde, die zwei Wochen vor uns den Rückflug antreten. Sie sind vom 14ten(?) Streik der Lufthansa betroffen. Ihre Angehörigen regeln die Umbuchungen für sie von Deutschland aus. Einer von ihnen hat mehr als 500(!) Mal bei der Hotline angerufen, bis er durchgekommen ist. Wahnsinn. Mittlerweile gibt es Facebookartikel, die die Lufthansa als Bodenhansa bezeichnen.

Der Rückflug:

Wir starten mit ca. 40 Minuten Verspätung, die wir jedoch komplett aufholen können. Sehr gut. Mein 50-minütiger Anschlussflug von Frankfurt nach Hamburg startet ebenfalls mit 40 Minuten Verspätung, weil die Crew noch nicht vollzählig ist! Ich habe Hunger. Josi und ich sind zum Frühstück verabredet, aber bis 11 Uhr schaffen wir es jetzt nicht mehr. Wir haben uns dann eine Alternative gesucht. Ein erneutes Danke an die Bodenhansa.

Die Rückabwicklung:

Auf dem Downgradeformular stand zum Glück drauf, wie man die Rückerstattung beantragt. Das habe ich bereits online in die Wege geleitet. Für die Rückerstattung des ausgefallenen Fluges habe ich nach zwanzig Minuten in der Bodenhansa-Warteschleife die Auskunft, dass ich das bei Condor reklamieren muss, da ich alles über Condor gebucht habe. Nach weiteren zehn Minuten in der kostenpflichtigen Condor-Warteschleife bekam ich die Auskuft, dass ich das auf der gleichen Seite reklamieren soll, auf der ich bereits das Downgrade reklamiert habe. Zu den zwei Reklamationen habe ich jetzt nur eine Eingangsbestätigung erhalten. Eine fehlt noch… mal sehen, wie das endet und ob sich da überhaupt etwas tut in dieser Wüste. Sandwüsten sind mir lieber…

Der Passierschein A39

Der Tag der Abfahrt ist gekommen. Freitag Abend verlassen wir Hamburg und legen noch einen Zwischenstopp bei Marcos Eltern in Nienburg ein. Auch Tommy, Steffi und Moritz (Freunde aus Hannover) kommen am Samstag noch zur Verabschiedung vorbei. Noch einmal den Magen mit Schokotorte vollschlagen. Am Sonntag geht es dann aber richtig los. Gegen 10 Uhr setzen sich die vier grobstolligen Reifen in Bewegung und rollen gen Süden.

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In Deutschland wechselt das Wetter von grau über Regen zu Schnee. Die Fahrt ist sehr entspannt. Es sind kaum andere LKW unterwegs und so können wir mit 77 über die Bahn cruisen, ohne dass jemand drängelt. Mit sagenhaften 51 kmh erklimmen wir den steilsten Abschnitt der Kasseler Berge. Die anderen Steigungen schaffen wir aber meist mit 70… 😉 Das Tagesziel ist ein kostenloser Stellplatz in Emmendingen, kurz vor Freiburg. Von dort ist es nur noch eine Stunde bis zur Grenze. Am nächsten Morgen haben wir nach dem Frühstück plötzlich Stromausfall. Eine der Hauptsicherungen ist rausgeflogen. Mittlerweile haben wir den Wechselrichter als Übeltäter identifiziert. Für alle, die nicht wissen was das ist: Das Gerät macht aus 12 Volt 220 Volt für Kaffeemaschine, Fön und co. Warum der Strom erst beim Abschalten des Geräts ausfällt, ist bis heute ein Rätsel. Zum Glück konnten wir gleich um die Ecke noch eine neue Sicherung besorgen. Jetzt läuft alles wieder. Los geht’s in die Schweiz!

An der Grenze fahren wir erstmal an der LKW-Schlange vor dem Zoll vorbei, da wir ja nichts verzollen müssen. Aber Maut müssen wir zahlen. Und da unser Auto über 3,5 Tonnen wiegt, können wir nicht einfach eine Vignette kaufen, sondern müssen eine pauschale Schwerverkehrsabgabe löhnen. Wo macht man das? Keine Ahnung, wir fahren mal in die LKW-Spur für Leertransport. Dort bekommen wir von einem Beamten ein graues Formular, mit dem wir uns in einem weißen Haus registrieren sollen. Wir folgen dem Ameisentrupp aus Truckern in das Gebäude (braun übrigens). Zwei Drehtüren, eine Etage und drei Treppen später finden wir uns in der Info wieder, wo uns eine nette Dame erklärt, dass wir ein rosa Formular aus dem Schalter unter dem Vordach des Nachbarhauses benötigen, um dann ein Ticket lösen zu können. Also wieder runter, nach nebenan zum Schalter. Dort bekommen wir von einer leicht überfordert wirkenden Zollbeamtin ein weißes, ein gelbes und ein (juhu!!) rosa Formular, welches sie jedoch gleich einbehält. Noch schnell zwei Unterschriften und ein paar Euro bezahlt, dann dürfen wir weiter und erfahren nebenbei, dass wir auch einfach auf der Autobahn hätten bleiben können. Beim Ausfahren aus dem Zollbereich zeigen wir noch einmal das graue und das gelbe Formular vor, dann war’s das aber auch. Willkommen in der Schweiz bei Bilderbuchwetter.

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Die Grenzstadt Basel machte einen sehr zugebauten ersten Eindruck, aber der Rest des Landes hat uns sehr gut gefallen, auch wenn wir die Landschaft nur im Vorbeifahren genossen haben. An der Grenze zu Italien ging alles richtig schnell. Links ein kleiner PKW-Stau, rechts ein paar LKW beim Zoll und wir sind einfach mitten durch gefahren. Die Zöllner waren mit anderen Autos beschäftigt und haben uns einfach durchgewunken. Boun giorno Italia!

Kurz vor Mailand folgen wir der Stellplatz-App zu einem kostenlosen Platz in einem Indutriegebiet. Ziemlich häßlich, Bahn in Sichtweite, aber für eine Nacht sollte das reichen. Leider haben uns irgendwann vier LKW mit ihrer Einpark-Zeremonie mitten in der Nacht geweckt und morgens wurden es immer mehr. Schnell gefrühstückt, ab auf die Bahn Richtung Mittelmeer. Im Rückspiegel kann man noch die Alpen sehen. Noch einmal geht es durch verschneite Berge im Piemont. Leider ist es sehr nebelig und alles grau, so dass wir beschließen, einfach an den nächsten Campingplatz westlich von Genua zu fahren. Auch hier könnte es schöner sein: schräg über uns verläuft die Autobahn, 50 Meter vor uns versperren stark befahrene Bahngleise den Weg zum Strand. Aber wir warten hier ja nur auf die Fähre am Donnerstag.

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Ja, das ist wirklich der Campingplatz…

Am Mittwoch haben wir noch einen Aufenthaltstag, bevor unsere Fähre ablegt, also beschließen wir, das 2km entfernte Arenzano zu besuchen. Ein hübscher, kleiner Badeort, der im Sommer wahrscheinlich von Touristen überquillt-wir könnten es verstehen. Leider ist es wegen des starken (aber leider ablandigen 🙁 ) Windes noch extrem kalt und so füllen wir lediglich schnell unsere Vorräte an frischer Pasta, Pesto und natürlich Vino auf. Auf dem Rückweg gibt es noch einen schnellen Espresso.

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Wir werden versuchen, jeweils am Ende eines Blogs unsere Route für euch einzufügen, hier die Route bis jetzt: